Sachsen stärkt das Handwerk – Aktionsplan Handwerk im Landtag

25.06.2026, 16:15 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Wirtschaftsminister Panter: »Das Handwerk ist unverzichtbar«

Anlässlich der heutigen Debatte im Sächsischen Landtag zum Antrag »Aktionsplan für ein starkes sächsisches Handwerk« hat Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter die besondere Rolle des Handwerks für die wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Freistaates hervorgehoben.

Zusammen mit Industrie, Mittelstand und Start-ups sorge das Handwerk dafür, dass Sachsen innovationsfähig und wirtschaftlich stark bleibe.
Mit mehr als 54.000 Betrieben und rund 280.000 Beschäftigten ist das Handwerk ein zentraler Bestandteil der sächsischen Wirtschaft.

»Ohne Handwerk hätten wir kein funktionierendes Gemeinwesen. Das Handwerk ist unverzichtbar für zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung und Infrastruktur«, so Minister Panter. Gleichzeitig verwies er auf die erheblichen Herausforderungen für die Branche: »Steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie setzen viele Betriebe unter Druck. Hinzu kommen notwendige Investitionen in Digitalisierung und moderne Ausbildung.«

Der nun vorliegende Aktionsplan der CDU-SPD-Koalitionsfraktionen sowie der BÜNDNISGRÜNEN setze genau hier an, denn er verbinde Investitionen, Fachkräftesicherung und Entlastung. »Trotz der schwierigen Haushaltlage unterstützen wir das Handwerk in Sachsen weiter massiv«, so Panter.
Ein Schwerpunkt liege auf der Stärkung der Ausbildungsinfrastruktur. Über den Sachsenfonds soll eine verbindliche Investitionsoffensive für überbetriebliche Ausbildungszentren finanziert werden. »Digitalisierung, neue Werkstoffe, Energieeffizienz: wer die Fachkräfte von morgen ausbilden will, muss heute investieren«, so der Wirtschaftsminister.

Auch die Attraktivität der beruflichen Bildung soll weiter gesteigert werden. Die Erhöhung des Meisterbonus auf 3.000 Euro sei dabei ein zentraler Baustein: »Meisterinnen und Meister sind für die sächsische Wirtschaft unverzichtbar. Sie gründen oder übernehmen Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs über die duale Ausbildung«, so Panter.
Angesichts des demografischen Wandels gewinnt das zusätzlich an Bedeutung: Fast 40 Prozent der sächsischen Betriebsinhaberinnen und -inhaber sind älter als 55 Jahre. In den kommenden zehn Jahren stehen rund 19.000 Betriebsübergaben an.
Ein weiterer Fokus liegt auf der frühzeitigen Berufsorientierung. Praxisnahe Angebote wie Werkstatttage und Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben sollen ausgebaut werden. Zudem begrüßt die Staatsregierung Initiativen wie ein freiwilliges Jahr im Handwerk.

Der Minister kündigte weitere Schritte zur Entlastung der Betriebe an. »Handwerksbetriebe verbringen zu viel Zeit mit Formularen. Wir werden die Modernisierung, Digitalisierung und Entbürokratisierung deshalb konsequent fortsetzen – etwa durch das Once-Only-Prinzip und weniger Berichtspflichten.« Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen müssten ihre Daten dann nur noch einmal übermitteln.

Trotz angespannter Haushaltslage bekräftigte Minister Panter die Unterstützung des Freistaates: »Dieser Aktionsplan ist ein umfangreicher Arbeitsauftrag an die Staatsregierung – und wir nehmen ihn an. Ich danke auch den einbringenden Fraktionen für die Initiative – lassen sie uns auch in Zukunft gemeinsam an der Seite des Handwerks stehen!«

Hintergrund

Ausbildung
Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt entwickelt sich für das sächsische Handwerk bereits positiv. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg von 5.152 im Jahr 2021 auf 5.930 im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von rund 15 Prozent innerhalb von vier Jahren. Gegenüber dem Vorjahr legte die Zahl der Auszubildenden im Jahr 2025 erneut um zehn Prozent zu.

Meisterbonus
Nach dem coronabedingten Rückgang haben sich die Inanspruchnahme des Meisterbonus und die Zahl der Absolventen wieder deutlich stabilisiert und liegen inzwischen etwa auf dem Niveau von 2017. Nach Angaben der Kammern legten 823 Handwerker im Jahr 2025 ihre Meisterprüfung erfolgreich ab. Das war der höchste Wert seit zehn Jahren. Hinzu kamen 750 Industriemeisterinnen und Industriemeister sowie 229 Fachmeisterinnen und Fachmeister der IHK.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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