Ifo-Prognose: leichte Konjuntur-Erholung in Sachsen - aber demografischer Wandel wird jetzt spürbar
25.06.2026, 12:25 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Wirtschaftsminister Panter: »Fachkräftegewinnung ist inzwischen zentrale Zukunftsaufgabe«
Nach einer anhaltenden Rezessionsphase zeichnet sich für Sachsen eine leichte wirtschaftliche Erholung ab. Laut der aktuellen Prognosen des ifo Instituts Dresden wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 um 0,5 Prozent und im Jahr 2027 um 0,7 Prozent wachsen. Damit würde die dreijährige Rezessionsphase in diesem Jahr enden. Allerdings bremst der kräftige Energiepreisanstieg aufgrund des Irankrieges ein deutlicheres Wirtschaftswachstum.
In vielen Branchen bieten sich nun Chancen für neues Wachstum – entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, ausreichend Fach- und Arbeitskräfte weiterzuentwickeln und neue zu gewinnen. Digitalisierung und Dekarbonisierung verändern ganze Wirtschaftszweige und erhöhen die Anforderungen an Qualifikation und Weiterbildung. Zugleich verschärft der demografische Wandel die Situation: Bis 2030 stehen dem sächsischen Arbeitsmarkt deutlich weniger Erwerbspersonen zur Verfügung. Inzwischen ist dies spürbar.
Wirtschafts- und Arbeitsminister Panter: »Der Rückgang an Fachkräften ist längst keine Theorie mehr, sondern in vielen Unternehmen spürbare Realität. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten zeigt sich jetzt, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte für die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität eines Standorts sind. Die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften gehört deshalb zu den zentralen Zukunftsaufgaben. Wir schaffen verlässliche Rahmenbedingungen und setzen auf enge Zusammenarbeit mit allen Partnern. Denn Fachkräftesicherung ist keine Dienstleistung des Staates nach dem Lieferdienstprinzip. Sie gelingt nur im Zusammenspiel mit Unternehmen, Beschäftigten, Bildungspartnern, Verwaltung und Gesellschaft – bei Ausbildung, Weiterbildung und der Gewinnung wie Bindung internationaler Fachkräfte.«
Laut der aktuellen Bevölkerungsprognose des Freistaates Sachsen geht die Gruppe der 20- bis unter 65-Jährigen bis zum Jahr 2040 um rund 10 bis 16 Prozent zurück. Dieser Rückgang der Erwerbsbevölkerung erschwert es den Unternehmen zunehmend, den Bedarf an qualifizierten Fach- und Arbeitskräften zu decken.
Zuwanderung und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen tragen bereits spürbar dazu bei, den Rückgang am Arbeitsmarkt abzufedern. So ist der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit ausländischer Staatsangehörigkeit in den vergangenen zehn Jahren deutlich von 2,6 auf 9,2 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass der Freistaat für internationale Fachkräfte zunehmend attraktiver wird« und vorhandene Potenziale besser genutzt werden.
Gleichzeitig bleibt die demografische Entwicklung eine langfristige Herausforderung. Die zusätzlichen Arbeitskräfte können den Rückgang der einheimischen Erwerbsbevölkerung voraussichtlich nicht vollständig ausgleichen. Umso wichtiger ist es, alle verfügbaren Potenziale im In- und Ausland weiter konsequent zu aktivieren und die erfolgreiche Entwicklung fortzusetzen.
Der Freistaat Sachsen setzt deshalb auf eine aktive Fachkräftesicherung. Mit der Weiterentwicklung seiner Fachkräftestrategie Sachsen 2030 und der neu aufgestellten »Fachkräfteallianz Sachsen« bündeln Politik, Wirtschaft und Sozialpartner ihre Aktivitäten. Mit SAXONY WORKS hat der Freistaat Sachsen außerdem ein neues Serviceportal geschaffen, das internationale Fachkräfte, Auszubildende und Studierende sowie sächsische Unternehmen gezielt zusammenbringt. Das Portal bündelt zentrale Informationen rund um Arbeit, Aufenthalt, Anerkennung und Leben in Sachsen und erleichtert damit den Einstieg in den sächsischen Arbeitsmarkt.