Interreg Polen-Sachsen: Sieben weitere grenzübergreifende Projekte ausgewählt – Mittel 2021 bis 2027 vollständig vergeben

25.06.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Kraushaar: »Mittelbindung unterstreicht, wie lebendig deutsch-polnische Grenzregion ist«

Der Begleitausschuss des Programms Interreg Polen-Sachsen 2021 bis 2027 hat die Förderung von sieben weiteren grenzübergreifenden Projekten beschlossen. Dafür stehen rund 14,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung Damit sind die im aktuellen Interreg-Programm verfügbaren 60,3 Millionen Euro EFRE-Fördermittel vollständig ausgeschöpft. Seit Beginn der Förderperiode wurden insgesamt 39 Projekte unterstützt.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Jeder Cent aus dem Programm bringt die sächsisch-polnische Grenzregion voran, verbindet Menschen beider Nationalitäten und sorgt dafür, dass nationale Grenzen keine Entwicklungen hemmen. Dass die Mittel nun vollständig gebunden sind, unterstreicht eindrucksvoll, wie lebendig die deutsch-polnische Grenzregion ist. Allen engagierten Projektentwicklern danke ich von Herzen – denn sie leben Europa.«

Katastrophenschutz, Sprachbildung, handwerkliche Tradition – u. a. werden diese Vorhaben finanziell unterstützt

Mit dem »Pilotprojekt zur Verstärkung der Einsatzbereitschaft bei Gefahrenlagen im Gebirgsraum des polnisch-sächsischen Grenzgebiets« wollen der polnische Bergrettungsdienst GOPR, der DRK-Kreisverband Zittau und der Landkreis Görlitz die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter ausbauen. Ziel ist es, Krisenreaktionsverfahren zu erproben, um im Bedarfsfall besser auf Auswirkungen des Klimawandels und umweltbedingte Gefahren in der Grenzregion reagieren zu können. Das Projekt wird mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem EFRE unterstützt.

Rund 500.000 Euro fließen in das Projekt »Wir sprechen Nachbarsprache«. Der Euroregion Neisse e. V. und sein polnisches Pendant wollen bereits Kindergartenkindern die Sprache des Nachbarlandes näherbringen. Geschulte Sprachbegleiter sollen in Kindertagesstätten ein nachhaltiges Interesse für Deutsch und Polnisch fördern.

Als strategisch bedeutsames Vorhaben hat der Begleitausschuss das Projekt »Via Fabrilis 2.0« bewertet und für eine Förderung ausgewählt Seit über 15 Jahren widmet sich die »Via Fabrilis« der Bewahrung der Handwerkstraditionen im polnisch-tschechischen Grenzraum. Durch Einbindung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des Schlesischen Museums zu Görlitz als Projektpartner soll die Kulturerbe-Route nun auch um historisch bedeutsame Stätten und Objekte in Ostsachsen erweitert werden. Hierfür werden über das Projekt auch geeignete Orte identifiziert. Die Umsetzung des gesamten Vorhabens wird mit rund 3,6 Millionen Euro unterstützt.

Mit der aktuellen Auswahl sind die im Förderzeitraum 2021 bis 2027 verfügbaren EFRE-Mittel vollständig gebunden. Die Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des künftigen Interreg-Programms ab 2028 hat am 9. Juni 2026 die Arbeit aufgenommen.

Hintergrund: Im Programm Interreg Polen-Sachsen stehen von 2021 bis 2027 insgesamt 60,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung. Gefördert werden grenzübergreifende Projekte in den Bereichen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur und Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Begleitausschuss setzt sich aus sächsischen und polnischen Vertretern der staatlichen, regionalen und lokalen Ebene, der Wirtschafts- und Sozialpartner, von Nichtregierungsorganisationen sowie der Euroregion Neisse/Nysa zusammen. Das Gremium begleitet die Umsetzung des Programms und entscheidet über die Förderung der eingereichten Projekte.


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Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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