Chemnitz baut an der Energieversorgung von morgen: Über 30 Millionen Euro EU-Förderung für Wasserstoffanbindung und Energiespeicher

18.06.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

JTF-Fördermittel für Anbindung an Wasserstoffkernnetz und Energiepark Galgenberg

Chemnitz erhält kräftigen Rückenwind für den Umbau seiner Energieversorgung: Für die Vorbereitung der Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie den Bau einer Photovoltaikanlage mit Großbatteriespeicher am Energiepark Galgenberg hat die eins energie in sachsen GmbH & Co. KG heute (18. Juni 2026) Fördermittelbescheide in Höhe von über 30,3 Millionen Euro erhalten. Die Mittel stammen aus dem Just Transition Fund der Europäischen Union (JTF).

Die Förderung umfasst zum einen die Vorbereitung der Anbindung der Stadt Chemnitz an das künftige Wasserstoffkernnetz. Dafür werden bestehende Gasleitungen auf Wasserstoff umgestellt und neue Wasserstofftransportleitungen errichtet. Das Projekt wird mit 20,7 Millionen Euro gefördert. Zum anderen erhält eins energie 9,6 Millionen Euro für den Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 15 Megawatt Leistung sowie eines Großbatteriespeichers mit 15 Megawatt Anschlussleistung und einer Speicherkapazität von 30 Megawattstunden am Energiepark Galgenberg im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf.

Infrastrukturministerin Regina Kraushaar: »Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft – und Chemnitz und Südwestsachsen machen sich hier eindrucksvoll auf den Weg. Mit der vorbereitenden Anbindung an das Wasserstoffkernnetz schafft eins energie die Grundlage für eine sichere Energieversorgung der Region von morgen. Ebenso wichtig ist der Ausbau der Photovoltaik mit Speichertechnik: Erneuerbare Energie wird vor Ort erzeugt, gespeichert und verlässlich nutzbar gemacht. Hier sind die Fördermittel gut investiert. Mein Dank gilt eins energie, das diesen Weg als vorausschauender und verlässlicher Partner mitgeht.«

Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter: »Der Freistaat Sachsen unterstützt mit Fördermitteln zwei zentrale Zukunftsvorhaben, die von großer Bedeutung für den Industriestandort Chemnitz und die gesamte Region sind. Dank etablierter Akteure wie dem Wasserstoffcluster HZwo ist Chemnitz bereits heute ein wichtiger Standort in der Wasserstoffwirtschaft. Gleichzeitig stehen zahlreiche Unternehmen bereit, aktiv am Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mitzuwirken. Auch die Energiewirtschaft setzt in Zukunft auf Wasserstoff. Entsprechend investieren die Netzbetreiber in den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur. Eins energie übernimmt hier Verantwortung und treibt zukunftsweisende Projekte voran. Klar ist: Speicherlösungen werden im Energiesystem der Zukunft eine Schlüsselrolle spielen. Umso wichtiger ist es, dass wir in Sachsen starke Energieversorger haben, die diese Entwicklung aktiv gestalten.«

Oberbürgermeister Sven Schulze: »Mit der Unterstützung des Just Transition Fund und dem Engagement der regionalen Partner legen wir heute einen weiteren Baustein für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in der Region Chemnitz. Damit schaffen wir zugleich die Voraussetzungen für eine nachhaltige industrielle Zukunft und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Südwestsachsen langfristig.«

Zur Anbindung an das Wasserstoffkernnetz betont Roland Warner, Vorsitzender der
eins-Geschäftsführung: »Die Anbindung an das Wasserstoffkernnetz gibt nicht nur uns, sondern auch den Unternehmen der Region mehr Planungssicherheit.«

Wasserstoffanbindung eröffnet neue Perspektiven für Dekarbonisierung industrieller Prozesse

Mit der geplanten Wasserstoffanbindung wird die Voraussetzung geschaffen, Chemnitz künftig an die östlich von Freiberg verlaufende OPAL-Leitung anzubinden, die Anfang der 2030er Jahre Bestandteil des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes werden soll. Hierfür werden eine Übernahmeregelanlage am Wasserstoffkernnetz östlich von Freiberg sowie eine Regelanlage beim Oederaner Ortsteil Hartha neu errichtet. Außerdem wird eine Transportleitung inkl. Steuerungskabel zwischen Hartha und dem vorgelagerten Wasserstoffkernnetz neu gebaut und eine bestehende eins-Transportleitung von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt. Die neue Infrastruktur wird zur Deckung des regionalen Wasserstoffbedarfs beitragen und erhebliche CO₂-Einsparungen ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet sie Perspektiven für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie der Fernwärmeversorgung in Chemnitz. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 29,6 Millionen Euro.

Energiepark Galgenberg: Photovoltaik und Großbatteriespeicher erhöhen regionale Erzeugung erneuerbarer Energien

Der Energiepark Galgenberg ergänzt diese Entwicklung. Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Großbatteriespeicher erhöht die regionale Erzeugung erneuerbarer Energien und verbessert die Versorgungssicherheit. Der Batteriespeicher kann Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern, Lastspitzen ausgleichen und zusätzliche Systemdienstleistungen für das Stromnetz bereitstellen. Die leistungsstarken Lithium-Ionen-Batteriemodule werden in 20 Fuß-Containern untergebracht sein. Diese derzeit etablierte Standardlösung ist modular aufgebaut und bietet vorkonfigurierte Systeme. Der Batteriespeicher wird als Zwischenspeicher zur Verschiebung erneuerbarer Strommengen der direkt gekoppelten PV-Anlage in Zeiten höherer Nachfrage eingesetzt. Zusätzlich erbringt er Netzdienstleistungen in Form von Regelleistung. Die zwei neuen PV-Anlagen in unmittelbarer Nähe zum Batteriespeicher am Galgenberg werden insgesamt eine Leistung von 15 MWp aufweisen und damit eine Strommenge von rund 15 Millionen kWh pro Jahr erzeugen. Die Inbetriebnahme der PV-Anlagen und des Batteriespeichers ist für 2028 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 25 Millionen Euro.

Beide Vorhaben leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Europäischen Grünen Deals sowie zur erfolgreichen Transformation der Energieregion Chemnitz.

Hintergrund: Im Zusammenhang mit dem »Europäischen Grünen Deal« und dem Ziel der Klimaneutralität der EU bis zum Jahr 2050 wurde für den Förderzeitraum 2021 bis 2027 im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik der Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund – JTF) eingerichtet. Der Fonds soll Menschen, Wirtschaft und Umwelt in denjenigen Gebieten unterstützen, die aufgrund des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft schwerwiegende sozioökonomische Herausforderungen bewältigen müssen. Für den Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen erhält Sachsen von der Europäischen Union bis 2027 Fördermittel in Höhe von rund 645 Millionen Euro. Chemnitz ist aufgrund der besonderen Betroffenheit des Kraftwerksbetreibers in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen worden.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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