Erneutes Gütesiegel für sächsische Wälder
17.06.2026, 11:53 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Region Sachsen erhält internationales Zertifikat für nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung
Das Programm PEFC bescheinigt sächsischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zum sechsten Mal in Folge eine nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung. PEFC steht für »Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes« (»Programm zur Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen«) und ist die größte internationale unabhängige Organisation zur Sicherstellung und Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Forststaatssekretär Ulrich Menke nahm am Mittwoch (17.06.) in Herrnhut an einer Veranstaltung der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e. V. zur Übergabe des erneuerten Regionalzertifikats für Sachsen teil.
»Diese Zertifizierung ist uns wichtig, denn sie zeigt, dass unsere Wälder nach strengen und zugleich anerkannten ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen«, so Staatssekretär Ulrich Menke. »Nur durch das Engagement der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe ist die Zertifizierung in Sachsen dauerhaft und effektiv möglich, dafür gilt mein herzlicher Dank.«
Aktuell werden 67 Prozent der sächsischen Wälder aller Eigentumsformen nach den PEFC-Kriterien bewirtschaftet, 15 Prozentpunkte mehr als vor zehn Jahren. »Dieser Zuwachs ist ein Beleg dafür, dass immer mehr Waldbesitzer im Freistaat von den Vorteilen einer PEFC-Zertifizierung überzeugt sind. Mit der Zertifizierung werden die großen Leistungen gewürdigt, die die Waldbesitzer durch ihre nachhaltige multifunktionale Waldbewirtschaftung auch für die Gesellschaft erbringen. Dazu gehört ihr Einsatz für den notwendigen Waldumbau in klimastabile, arten- und strukturreiche, leistungsfähige Mischwälder und für den Erhalt des Waldes mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen seit über 30 Jahren«, so der Staatssekretär. Sachsenforst stellt den größten Anteil der zertifizierten Waldflächen, zugleich stellen sich immer mehr Körperschafts- und Privatwaldbesitzer sowie Forstliche Zusammenschlüsse der PEFC-Zertifizierung, um der Nachfrage nach zertifiziertem Holz nachzukommen.
Hintergrund:
Das Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung basiert auf den Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (1992). Zudem orientiert es sich an den 1993 in Helsinki auf der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa beschlossenen Kriterien.
Im Freistaat koordiniert die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e. V. die Umsetzung der Richtlinien seit dem Jahr 2001. Der Anteil zertifizierter Wälder im Freistaat liegt bei 67 Prozent der Waldfläche (347.962 Hektar). Dabei sind alle Waldeigentumsarten – Landes-, Bundes-, Kommunal-, Kirchen- und Privatwald – unter Beteiligung von 539 Forstbetrieben vertreten. Der Staatsbetrieb Sachsenforst ist mit seiner gesamten Waldfläche (rund 205.600 Hektar) der größte teilnehmende Forstbetrieb. In Deutschland sind gegenwärtig ca. vier Fünftel der Waldfläche (fast 9 Millionen Hektar) durch PEFC zertifiziert. Weltweit sind rund 296 Millionen Hektar Wald nach PEFC oder einem von PEFC anerkannten Waldzertifizierungssystem zertifiziert. Neben PEFC bestehen weitere Forstzertifizierungssysteme, wie z.B. FSC (Forest Stewardship Council).