Auswärtige Kabinettsitzung und Regionalkonvent: Freistaat begleitet Prozess zum Masterplan Südwestsachsen

16.06.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Region befindet sich auf einem guten Weg«

Zur auswärtigen Kabinettsitzung in Rochlitz hat Staatsministerin Regina Kraushaar über den aktuellen Stand zur Erarbeitung des Masterplans Südwestsachsen informiert. Gestern nahm sie am erweiterten Regionalkonvent in Treuen im Vogtland teil.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Die Region Südwestsachsen befindet sich auf einem guten und klar strukturierten Weg, der durch eine starke Industrie, hervorragende Fachkräfte und eine leistungsfähige Wissenschaftslandschaft ermöglicht wird. Diese vielen Kompetenzen werden neue Wachstumsperspektiven entstehen lassen, die die Region gestärkt aus dem Wandel hervorgehen lassen. Denn die besten Ideen, dem Wandel in der Automobil- und Zulieferindustrie zu begegnen, entstehen dort, wo die Veränderungen unmittelbar spürbar sind: in den Unternehmen, Kommunen, Forschungseinrichtungen und bei den Menschen vor Ort. Das ist jede Unterstützung durch den Freistaat – auch finanziell – wert.«

Sven Krüger, Landrat des Landkreises Mittelsachsen und Gastgeber für die heutige auswärtige Kabinettsitzung: »Durch klare Prioritäten, Bündelung von Aktivitäten und Beschleunigung von Prozessen schafft der Masterplan bessere Voraussetzungen für zusätzliche Mittel und neue Projekte. Die Staatsregierung hat mit ihrer Förderung die Grundlage für die Erarbeitung des Plans gelegt und wird den Prozess weiter begleiten. Daher war es mir wichtig, die Bedeutung des Strukturwandels aus regionaler Sicht in der Kabinettssitzung zu erläutern.«

Thomas Hennig, Landrat des Vogtlandkreises und Gastgeber der Sitzung des Regionalkonvents, betonte die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit: »Die Herausforderungen der Transformation machen nicht an Landkreisgrenzen halt. Deshalb ist es ein starkes Signal, dass die Region Chemnitz/Südwestsachsen diesen Weg gemeinsam geht. Der erweiterte Regionalkonvent bringt die entscheidenden Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung an einen Tisch. Genau dieser Schulterschluss wird darüber entscheiden, wie erfolgreich wir die Zukunft unserer Region gestalten.«

Sowohl der erweiterte Regionalkonvent des Masterplans Region Chemnitz/Südwestsachsen als auch das Kabinett haben sich während der Sitzungen mit dem aktuellen Stand des Strategieprozesses befasst. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung konkreter Projekte für die industrielle Transformation der Region, erste Ansätze für ein gemeinsames Regionalnarrativ sowie die Ergebnisse der bislang durchgeführten Fachdialoge.

So wurde u. a. der Ideenwettbewerb »Industrie.Neu.Denken.« gestartet, um innovative Industrie und Technologiekonzepte zu fördern. Dazu wurde eine Fachjury eingerichtet und Preisgelder von bis zu 10.000 Euro bereitgestellt. Weiterhin fanden zwei große Zukunftswerkstätten statt, in denen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sich vernetzt haben und konkrete Projektideen entwickelten und priorisierten. Auch wurde ein verbindlicher Projektsteckbrief veröffentlicht, über den Projekte bis zum 31. August 2026 eingereicht werden können. Neben den beiden Zukunftswerkstätten in Stollberg und Mittweida fanden thematische Fachdialoge zu zentralen Zukunftsfragen der Region statt – unter anderem zu Energie, Fachkräften und Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft, Mobilität und Logistik, Tourismus, Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung und KI, Verwaltungsmodernisierung sowie Gewerbe- und Industrieflächen. Seit Beginn des Jahres wurden im Rahmen des Masterplans zahlreiche Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Verbänden in die Entwicklung des Masterplans aktiv eingebunden.

Die Fachdialoge verdeutlichen die große Innovationskraft der Region. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass zahlreiche vielversprechende Initiativen bislang nebeneinander stattfinden. Ziel des Masterplans ist es deshalb, Akteure und bestehende Kompetenzen stärker zu vernetzen, gemeinsame Vorhaben zu entwickeln und Projekte mit überregionaler Strahlkraft auf den Weg zu bringen. Die Fachdialoge sollen zugleich Impulse für weitere Projektvorschläge liefern. Unternehmen, Kommunen, Wissenschaftseinrichtungen, Verbände und weitere Akteure können ihre Ideen und Maßnahmen noch bis Ende August 2026 über einen Projektsteckbrief auf der Internetseite des Masterplans einreichen. Die Vorschläge werden anschließend anhand einer gemeinsamen Bewertungsmatrix bewertet und bilden die Grundlage für die weitere Priorisierung im Masterplanprozess.

Ein Schwerpunkt der gestrigen Sitzung des Regionalkonvents war die Vorstellung erster Ergebnisse einer bundesweiten Bevölkerungsbefragung zur Außenwahrnehmung der Region. Die Analyse zeigt, dass die Region Chemnitz/Südwestsachsen bundesweit vor allem als Region im Wandel wahrgenommen wird. Gleichzeitig bestehen Potenziale, die industrielle Kompetenz, die Innovationskraft und die Erfahrungen der Region im Strukturwandel stärker sichtbar zu machen und in ein gemeinsames Zukunftsbild zu übersetzen.

Bis Ende des Jahres soll ein Masterplan vorliegen, der strategische Ziele mit konkreten Projekten verbindet und damit eine belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung der Region schafft.

Hintergrund: Der erweiterte Regionalkonvent begleitet den Masterplan Region Chemnitz/Südwestsachsen als strategisches Beratungsgremium. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an. Die Mitglieder wurden im Dezember 2025 berufen und treffen sich seit Januar 2026 regelmäßig, um den Masterplanprozess fachlich zu begleiten, Impulse einzubringen und die Entwicklung regional bedeutsamer Projekte zu unterstützen. Der Masterplan Region Chemnitz/Südwestsachsen wird gemeinsam von den Landkreisen Zwickau, Erzgebirgskreis, Mittelsachsen, wo heute die auswärtige Kabinettsitzung stattfand, und Vogtlandkreis sowie der Stadt Chemnitz getragen. Ziel ist es, die Region als wettbewerbsfähige Industrie- und Zukunftsregion weiterzuentwickeln, neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und konkrete Projekte für die Gestaltung des Strukturwandels auf den Weg zu bringen. Das Vorhaben wird durch den Freistaat Sachsen gefördert.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang