Ostdeutsche Länder unterstützen die Bewerbung der Lausitz für das Einstein-Teleskop
11.06.2026, 14:49 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Ministerpräsident Kretschmer: »Die Lausitz ist ein exzellenter Standort für dieses bedeutende europäische Vorhaben«
Berlin/Dresden (11. Juni 2026) – Die Ost-Regierungschefs wollen eine starke deutsche Beteiligung am europäischen Großforschungsprojekt Einstein-Teleskop. Zugleich bekräftigen sie die Bedeutung der Lausitz als deutschen Standortvorschlag im laufenden europäischen Auswahlverfahren.
Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte: »Das Einstein-Teleskop ist ein Zukunftsprojekt von europäischer Strahlkraft. Es verbindet Spitzenforschung, technologische Innovation und wirtschaftliche Entwicklung. Die Lausitz bringt dafür hervorragende Voraussetzungen mit: günstige geologische Bedingungen, eine starke Wissenschaftslandschaft, innovative Unternehmen und eine einzigartige Lage im Herzen Europas. Wir sind überzeugt, dass die Lausitz ein exzellenter Standort für dieses bedeutende europäische Vorhaben ist. Das Einstein-Teleskop kann zu einem Motor für Forschung, Innovation und Wertschöpfung in ganz Ostdeutschland werden. Nun ist es wichtig, dass die Auswahlentscheidung wissenschaftsgeleitet, objektiv und transparent getroffen wird.«
Die ostdeutschen Länder begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, das Einstein-Teleskop in einer Vorphase zu fördern und damit die Voraussetzungen für eine maßgebliche deutsche Beteiligung am europäischen Auswahlverfahren zu schaffen. Damit wird Deutschlands Anspruch als führender Wissenschafts- und Innovationsstandort gestärkt und seine internationale Sichtbarkeit in einem zentralen Zukunftsfeld der Forschung nachhaltig ausgebaut.
Die Länder betonen, dass die Entscheidung über Standort und Ausgestaltung des Einstein-Teleskops in einem wissenschaftsgeleiteten europäischen Verfahren auf Grundlage objektiver geologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kriterien getroffen werden muss.
Die Lausitz sehen die ostdeutschen Länder dabei als besonders aussichtsreichen deutschen Beitrag im Wettbewerb um den Standort. Mit der zentralen Lage in Europa sowie der starken Forschungs- und Innovationslandschaft bietet die Region hervorragende Voraussetzungen für die Ansiedlung einer Forschungsinfrastruktur von internationalem Rang. Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen verfügen über hohe Kompetenzen in relevanten Forschungs- und Entwicklungsfeldern und sind eng mit Partnern in Mittel- und Osteuropa vernetzt. Der Standort in der Lausitz könnte für ganz Ostdeutschland zu einem Innovationsschub führen.
Sachsen wird sich gemeinsam mit seinen Partnern weiterhin dafür einsetzen, die Stärken der Lausitz im europäischen Auswahlprozess sichtbar zu machen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche deutsche Beteiligung an diesem wegweisenden Forschungsprojekt zu schaffen.
Hintergrund Einstein-Teleskop:
Das Einstein-Teleskop ist ein geplantes Gravitationswellenobservatorium der nächsten Generation und zählt zu den wichtigsten künftigen Forschungsinfrastrukturen Europas. Das Einstein-Teleskop soll Gravitationswellen aus dem Universum in bislang nicht gekanntem Ausmaß messen. Die technischen Anforderungen sind außerordentlich hoch und machen einen unterirdischen Standort erforderlich, um seismische und akustische Störungen weitgehend auszuschließen. Von den mit dem Einstein-Teleskop gewonnenen Daten erwarten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue, grundlegende Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung des Universums.