Bund-Länder-Initiative Windenergie tagt erstmals in Sachsen
10.06.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Heute und morgen kommen rund 40 Fachvertreterinnen und -vertreter in Dresden zusammen, um sich zu aktuellen Fragen der Windenergienutzung an Land auszutauschen. Neben Bundes- und Landesministerien sind auch zentrale Bundesbehörden vertreten. Als wichtiges Arbeitsgremium der Energiewende bündelt die Bund-Länder-Initiative Windenergie (BLWE) Erfahrungen, identifiziert Hemmnisse und entwickelt praxisnahe Lösungen, um den Ausbau der Windenergie in Bund und Ländern voranzubringen.
Die enge Abstimmung zwischen Bund, Ländern und nachgeordneten Behörden hilft, rechtliche Hürden zu identifizieren, Planungs- und Genehmigungsverfahren effizienter zu gestalten und bestehende Herausforderungen gemeinsam zu lösen.
Gerade für Sachsen ist der intensive Austausch im Rahmen der BLWE von großer Bedeutung, denn der Ausbau der Windenergie ist ein zentraler Baustein für eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung. Zwar ist die Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Sachsen seit Jahren kontinuierlich gestiegen, ein noch deutlicherer Zuwachs bei der Windenergie ist jedoch notwendig. Vor allem für die sächsische Wirtschaft ist die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zu einem wichtigen Standortfaktor geworden.
Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter:
»Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden. Vor allem beim Windkraftausbau haben wir deutlichen Nachholbedarf: Aktuell sind in Sachsen nur 0,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie genutzt oder ausgewiesen. Die Anstrengungen aller Beteiligten zeigen jedoch Wirkung: Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden im Freistaat 211 MW neue Leistung genehmigt – mehr als im gesamten Jahr 2025 (210 MW). Natürlich soll niemand künftig von Windrädern umzingelt werden. Die Interessen der Anwohner dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Es geht nicht um Tempo um jeden Preis. Doch der Bund hat den Ländern klare Flächenziele gesetzt: Bis 2027 sollen 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden, bis 2032 dann 2 Prozent. Wenn wir das nicht schaffen, dürfen Windkraftbetreiber künftig überall im Außenbereich bauen, solange sie die Abstandsregelungen einhalten. Um Akzeptanz zu schaffen, müssen die Menschen vor Ort auch von diesem Ausbau profitieren. Deshalb verknüpfen wir den Ausbau der Windkraft mit regionaler Wertschöpfung. Das Erneuerbare-Energien-Ertragsbeteiligungsgesetz (EEErtrBetG) stellt sicher, dass Gemeinden verpflichtend an den Erträgen von Windenergie- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen beteiligt werden. So bleibt ein Teil der Wertschöpfung direkt vor Ort.«
Aktuell befinden sich im Freistaat 139 Windenergieanlagen (882 MW) im Genehmigungsverfahren. In den nächsten Jahren ist daher mit einem deutlichen Zuwachs bei Strom aus Wind zu rechnen.
An der 55. Sitzung der BLWE nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Länder auf Arbeitsebene mit Bezug zu Windenergie teil, insbesondere aus den Bereichen Energie, Raumplanung und Genehmigung. Zu den Teilnehmenden gehören unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Umweltbundesamt, das Bundesamt für Naturschutz, die Bundesnetzagentur und die Fachagentur Wind und Solar. Darüber hinaus beteiligen sich die Servicestelle Windenergie der Landesdirektion Sachsen, die Dialog- und Servicestelle der SAENA sowie die Landesenergieagentur Hessen am fachlichen Dialog.