Bundesweiter Hitzeaktionstag am 11. Juni: Arbeitsschutz bei Hitze gewinnt an Bedeutung

10.06.2026, 13:53 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Minister Panter: »Wir müssen mit steigenden Temperaturen besser umgehen lernen«

Der Sommer naht und mit steigenden Temperaturen wächst auch die Belastung für Beschäftigte am Arbeitsplatz. Vor allem Arbeiten im Freien, aber auch in aufgeheizten Gebäuden können Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit beeinträchtigen. Zugleich nehmen Hitzeperioden infolge des Klimawandels zu und stellen den Arbeitsschutz vor neue Aufgaben.

Im Zuge der Erstellung der Sächsischen Klimaanpassungsstrategie unter Federführung des SMWA hat sich gezeigt, dass sich die Zahl der heißen Tage (über 30 Grad) deutlich erhöht hat: Während zwischen 1961 und 1990 im Schnitt fünf heiße Tage pro Jahr gezählt wurden, waren es von 2014 bis 2023 bereits 13. Tendenz: weiter schnell steigend! Hinzu kommt, dass mit einhergehend höhere Nachttemperaturen sowie einer entsprechenden Verstärkung des Phänomens durch den »Wärmeinseleffekt« der Städte die Erholung in der Nacht zunehmend erschweren. Das beeinträchtigt die einzelnen Menschen ebenso wie die Volkswirtschaft insgesamt, wie aktuelle Studien eindrücklich nachweisen.

Die Folgen sind spürbar: Rund jeder fünfte Beschäftigte in Sachsen fühlt sich bei großer Hitze stark belastet – das entspricht etwa 436.000 Erwerbstätigen. Zwei Drittel berichten von deutlich eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Zwölf Prozent geben an, trotz gesundheitlicher Beschwerden weiterzuarbeiten. Besonders betroffen sind Berufe mit Arbeit im Freien, etwa in der Land- und Forstwirtschaft oder im Bau. Aber auch Beschäftigte in Schulen, Pflegeeinrichtungen oder Produktionsbetrieben leiden unter hohen Temperaturen – etwa durch aufgeheizte Gebäude oder Abwärme von Maschinen. Selbst in Büros kann Hitze zur Belastung werden, wenn der sommerliche Wärmeschutz – ob Verschattung oder Klimaanlagen - fehlt.

Der Arbeitsschutz muss deshalb stärker an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden. Arbeitgeber sind gefordert, geeignete Maßnahmen umzusetzen – etwa durch angepasste Arbeitszeiten, ausreichenden Sonnenschutz oder alkoholfreie Trinkangebote.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter: »Mit steigenden Temperaturen müssen wir zukünftig besser umgehen lernen. Extreme Hitze ist kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil des Arbeitsalltags vieler Menschen in Sachsen im Sommer. Wer draußen arbeitet oder in aufgeheizten Räumen, braucht verlässlichen Schutz. Gute Arbeitsbedingungen bei Hitze sind keine Kür, sondern Voraussetzung für Gesundheit, Sicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit unternehmerischen Erfolg.«
Das sächsische Wirtschaftsministerium informiert in der Broschüre »Tipps für heiße Sommertage am Arbeitsplatz« über konkrete Maßnahmen. Sie richtet sich an Arbeitgeber und Beschäftigte und gibt Hinweise, wie Risiken verringert und Arbeitsunfälle vermieden werden können. Arbeitsschutz und Klimaanpassung sollen auch in der künftigen Strategie des Freistaates enger verzahnt werden.

Zudem können Kommunen, gemeinnützige Organisationen und kleine sowie mittlere Unternehmen Fördermittel für Maßnahmen zum Hitze- und Sonnenschutz an Gebäuden erhalten – über die Förderrichtlinie Energie und Klima des SMWA bei der Sächsischen Aufbaubank.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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