Kampagne zum Jahr der jüdischen Kultur

10.06.2026, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsen und ELNET starten mit Ministerpräsident Michael Kretschmer »Fragemauer« gegen Antisemitismus

Dresden (10. Juni 2026) - Angesichts der bundesweit hohen Zahl judenfeindlicher Straftaten setzen der Freistaat Sachsen und das European Leadership Network (ELNET) ein Zeichen für Haltung und Engagement gegen Antisemitismus: Im Rahmen von »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026«, startet heute die Kampagne »Fragemauer«, die über jüdisches Leben und Israel informiert.

Zusammen mit Ministerpräsident Michael Kretschmer beteiligen sich Akteure aus Zivilgesellschaft, Städten und Gemeinden, Sport, Kultur sowie Wirtschaft an der breit angelegten Initiative. Die bundesweite Bildungskampagne »Fragemauer« steht für einen offenen, niedrigschwelligen Austausch und lädt Bürgerinnen und Bürger ein, Fragen zu stellen – ein Beitrag gegen Unwissen und Desinformation. So wird Wissen als Mittel gegen Antisemitismus eingesetzt.

Die »Fragemauer« bringt Fragen und Antworten dorthin, wo Menschen sind: in Vereine, den öffentlichen Raum, an Kulturorte und in Unternehmen. Die drei extra für Sachsen gestalteten Motive der Kampagne greifen bewusst alltägliche Fragen auf und nähern sich ihnen auf humorvolle Weise. Sie lauten »Wer oder was ist Tacheles?«, »Sächseln Juden eigentlich auch?« und »Ist die Eierschecke koscher?« und wecken Neugier, schaffen Gesprächsanlässe, bauen Berührungsängste ab und eröffnen Räume für den Austausch.

»Es ist wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und aktiv gegen Antisemitismus einzutreten«, betont Ministerpräsident Michael Kretschmer. »Sachsen ist ein Land, in dem Jüdinnen und Juden sicher, sichtbar und selbstbewusst leben können. Dafür tragen Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam täglich Verantwortung. Viele Vorurteile und feindliche Einstellungen gegenüber Jüdinnen und Juden entstehen dort, wo Wissen fehlt und persönliche Begegnungen ausbleiben. Deshalb sind Austausch, Bildung und kulturelle Teilhabe von so großer Bedeutung. Die ‚Fragemauer‘ steht für einen offenen Dialog. Sachsen zeigt damit: Wir stehen zusammen für Respekt, für Aufklärung und für ein lebendiges Miteinander.«

Carsten Ovens, CEO von ELNET in Berlin, ergänzt: »Judenhass und israelbezogener Antisemitismus nehmen immer stärker zu. Umso wichtiger ist es, mit Dialog und Bildung niedrigschwellig zu vermitteln. Die ‚Fragemauer‘ setzt genau hier an und bringt Menschen humorvoll ins Gespräch.«

Die Kampagne startet im Juni 2026 und läuft zunächst für sechs Wochen. Eine zweite Welle folgt im September. In beiden Phasen wird sie landesweit durch die Unterstützung vieler Kooperationspartner im öffentlichen Raum sichtbar. Diese breite Beteiligung unterstreicht den starken gesellschaftlichen Rückhalt für die Initiative und ist ein deutliches Zeichen für Engagement und Verantwortung. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Kampagne mit einer Projektförderung in Höhe von 135.000 Euro.

Zugleich rückt die Kampagne die Bedeutung der deutsch-israelischen Beziehungen in den Fokus. Der Freistaat Sachsen versteht sich als verlässlicher Partner und pflegt enge Verbindungen zu Israel – in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft. Die »Fragemauer« stärkt das Bewusstsein für diese Beziehungen und ihre Bedeutung in einer Zeit, in der sie besonders wichtig sind.

Die »Fragemauer« ist Teil des landesweiten Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und erhöht dessen Sichtbarkeit. »Tacheles« ist eine Einladung zum Dialog und zur Begegnung mit der reichhaltigen und vielfältigen jüdischen Geschichte und Kultur Sachsens. Es richtet sich an Kultursparten, Museen, Theater, Kinos und andere kulturelle, wissenschaftliche, bildende und kirchliche Einrichtungen sowie Vereine, Initiativen und Gruppen in Sachsen. Ziel ist eine nachhaltige Vernetzung dieser Akteure unter aktiver Beteiligung der Zivilgesellschaft. Das Themenjahr wird vom Freistaat Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus getragen.

Kontakt:
Helen Kermiser | Program Manager Communications
European Leadership Network | ELNET
T +49 (0)30 308 759 64 | M +49 (0)1573 2627 102
hkermiser@elnetwork.eu | www.elnet-deutschland.de


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