1,5 Millionen Euro für Weiterentwicklung des Chemnitzer Pleißenbach-Areals
04.06.2026, 14:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Landesdirektion Sachsen stellt Fördergelder für Bodensanierung am Gutsweg in Chemnitz bereit
Der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi hat der MIB AG aus Leipzig für das Projekt »Ehemaliger Güterbahnhof Chemnitz Altendorf« am 4. Juni 2026 persönlich einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro überreicht. Mit den Geldern wird der Boden auf einer Teilfläche des ehemaligen Güterbahnhofs in Chemnitz Altendorf saniert. Nach Abschluss der Sanierung sollen hier, am Stadtteilpark Pleißenbach, mehrere Eigenheim- und Reihenhausgrundstücke sowie kleinere Mehrfamilienhäuser entstehen.
»Bevor auf dem Gelände künftig Menschen ihren Lebensmittelpunkt finden, muss der Boden zunächst fachmännisch von Altlasten befreit werden«, erklärt Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen. »Das Projekt ist in jedem Fall ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des ehemaligen Bahngeländes zu einem grünen Band mitten in Chemnitz. Ich freue mich, dass die Landesdirektion Sachsen das Projekt von Anfang an mit Fördergeldern unterstützen konnte«, so Bélafi weiter.
»Das Areal am Stadtteilpark Pleißenbach hat das Zeug zu einer wirklich besonderen Wohnadresse in Chemnitz – mit dem Park, der zentralen Lage und dem Potenzial für echte Lebensqualität direkt am Wasser. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld kommt es darauf an, die Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen und die Bodensanierung ist dafür die unverzichtbare Grundlage. Dass die Landesdirektion Sachsen diesen Weg so verlässlich mitgeht und das Projekt mit Fördermitteln in dieser Größenordnung unterstützt, ist für uns ein echter Rückenwind und bestärkt uns in dem, was wir hier vorhaben", erklärt Maik Mehlhose, Vorstand der MIB AG.
Die Gesamtkosten für das Sanierungsprojekt belaufen sich auf rund 2 Millionen Euro. 77 Prozent dieser Summe werden durch Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaats Sachsen finanziert. Grundlage ist die Förderrichtlinie »Flächenrecycling und Dekontaminierung von Standorten«.
Das Areal am Gutsweg in Chemnitz wurde von 1903 bis zur Stilllegung 2004 als Güterbahnhof genutzt. Der zu sanierende Bereich diente während dieser Zeit als Tanklager mit Erdtanks zur Bevorratung von Kraftstoff. Die schadstoffbelasteten Rückstände dieses früheren Tanklagerbetriebes sollen mit Hilfe der Fördergelder beseitigt werden. Hierfür werden die alten, noch vorhandenen Erdtanks und das umliegende kontaminierte Erdreich auf insgesamt rund 1.600 Quadratmetern ausgehoben und fachgerecht entsorgt. Damit soll der Boden von potentiellen Schadstoffquellen befreit werden.
Hintergrund: Interventionsfläche am Pleißenbach
Das Infrastrukturprojekt »Stadt am Fluss« wurde im Rahmen von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 umgesetzt. In mehreren Bauabschnitten entstand dabei unter anderem der Stadtteilpark am Pleißenbach in Chemnitz Altendorf als größte so genannte Interventionsfläche. Als neuer urbaner Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität lädt der Park mittlerweile Groß und Klein zum Verweilen ein. Zuvor war das Gelände über viele Jahre von brachliegenden Flächen, ungeordneter Vegetation und stark versiegelter und ökologisch belasteter Natur geprägt. Ergänzt wird die Entwicklung zum Stadtteilpark durch Flächen für Wohnen, Gemeinbedarf und kleinteiliges Gewerbe sowie Hochwasserschutzmaßnahmen. Für die Gewässerrenaturierung des Pleißenbachs bewilligte die Landesdirektion Sachsen in drei Zuwendungsbescheiden bisher insgesamt 7,2 Millionen Euro.