17. Mai: Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT)
16.05.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gleichstellungsministerin Petra Köpping: »Respekt gegenüber der Individualität eines jeden Menschen ist das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhaltes«
Der Internationale Tag Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia (IDAHOBIT) erinnert jedes Jahr am 17. Mai daran, Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität entschieden entgegenzutreten. Seit 2005 wird dieser Aktionstag weltweit genutzt, um auf die Rechte von LSBTIQ* aufmerksam zu machen, Solidarität zu zeigen und konkrete Schritte für eine gerechtere Gesellschaft zu fordern. Der 17. Mai wurde gewählt, weil die Weltgesundheitsorganisation an diesem Tag im Jahr 1990 Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hat. Der IDAHOBIT bietet eine zentrale Plattform, um Rechte, Sichtbarkeit und Teilhabe zu stärken – durch Aktionen, Veranstaltungen und das gemeinsame Eintreten gegen Vorurteile und Ungerechtigkeiten.
Staatsministerin Petra Köpping: »Am IDAHOBIT geht es darum, die Vielfalt zu feiern und sich ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig Solidarität ist. Respekt gegenüber der Individualität eines jeden Menschen ist das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhaltes. Empathie, Interesse und Zivilcourage stärken unsere Gesellschaft. Hier ist kein Platz für herabsetzende und verachtende Einstellungen gegenüber queeren Personen und vielfältigen Lebensentwürfen. Die Freiheit und Selbstbestimmung einer jeden Person, so zu leben wie sie möchte, gehört zu den Grundfesten unserer Gesellschaftsordnung.«
Im Themenjahr des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt »Queer und (Lebens-)Alter« wird die Sichtbarkeit vor allem älterer lsbtiq* Personen gestärkt und ihre Bedürfnisse stärker ins Zentrum gerückt. In diesem Kontext wird am 4. Juni 2026 der Fachtag »VielfALT – LSBTIQ* und Alter« durch das Sozialministerium veranstaltet. Im Mittelpunkt stehen die Lebensrealitäten queerer Seniorinnen und Senioren sowie die Frage, wie Angebote und Strukturen im Alter diskriminierungssensibel und inklusiv weiterentwickelt werden können. Unter dem folgenden Link finden sich weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit, sich anzumelden: https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/sms/beteiligung/themen/1062767?zugangscode=gCLdENu6
Weitere Informationen
Der Kampf gegen Diskriminierung bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch in Sachsen. Hier registrierte die Polizei 2025 steigende Zahlen bezüglich von Hassdelikten aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität; insgesamt wurden landesweit mindestens 163 einschlägige Taten erfasst, drei Viertel davon als rechtsmotiviert bewertet. Im Vergleich dazu waren es 2024 140. Das zeigt deutlich, dass besonders vulnerable Gruppen zusätzlichen Schutz und gesellschaftliche Solidarität benötigen.
Die rechtliche Gleichstellung von lsbtiq* Personen wurde in Deutschland in den letzten Jahren vorangebracht. Seit 2017 gilt die sog. »Ehe für alle« in Deutschland, die es homosexuellen Paaren ermöglicht, zu heiraten und über die gleichen Rechte zu verfügen wie heterosexuelle Eheleute. Zusätzlich ist das am 1. November 2024 in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz eine wichtige gesetzliche Errungenschaft, die das Selbstbestimmungsrecht zur Namen- und Personenstandsänderung von insbesondere trans, inter und nicht-binären (tin*) Personen stärkt.
Dennoch bleibt auch in Deutschland der Weg hin zu weniger Diskriminierung eine fortwährende Aufgabe: Im Jahr 2023 stiegen die Angriffe gegen queere Menschen auf 1.785 Straftaten; die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Menschen, die Mehrfachdiskriminierung erfahren – etwa transgeschlechtliche BIPoC-Menschen (Schwarze, Indigene und People of Color) – stehen besonders im Fokus.
Mehr Informationen: https://www.gleichstellung.sachsen.de/antidiskriminierung-4042.html