Aus Alt mach Natur! Landesdirektion Sachsen bewilligt Fördermittel für Rückbau des Fabrikwehres am Jöhstädter Schwarzwassers in Schmalzgrube
07.05.2026, 10:15 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Landesdirektion Sachsen bewilligt Fördermittel für Rückbau des Fabrikwehres am Jöhstädter Schwarzwassers in Schmalzgrube
Für den Rückbau der Wehranlage am Jöhstädter Schwarzwasser im Ortsteil Schmalzgrube hat die Landesdirektion Sachsen der Stadt Jöhstadt Fördermittel in Höhe von 187.519,91 Euro bewilligt. Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins am 7. Mai 2026 überreichte Behördenleiter Béla Bélafi den Fördermittelbescheid persönlich an Jöhstadts Bürgermeister André Zinn.
»Vor Ort zeigt sich deutlich, dass das Fabrikwehr das Jöhstädter Schwarzwasser in seinem natürlichen Verlauf einschränkt und die ökologische Durchgängigkeit erheblich stört«, erklärt Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen. »Die fehlende Verbindung zur angrenzenden Preßnitz wirkt sich negativ auf die Fischbestände aus. Mit dem Rückbau geben wir der Flora und Fauna ein Stück Natürlichkeit zurück.«
Das Projekt wird durch den Freistaat Sachsen auf Grundlage der Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz 2024 (FRL GH/2024) mit einem Fördersatz von 95 Prozent unterstützt. Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 197.389,38 Euro veranschlagt. Der Baubeginn ist für August dieses Jahres geplant, die Fertigstellung soll bis September 2027 erfolgen.
Die derzeit vorhandenen, nicht mehr genutzten Ufermauern beidseitig des Fabrikwehres befinden sich teilweise in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Ursprünglich diente die Anlage dazu, das Wasser des Jöhstädter Schwarzwassers aufzustauen und kontrolliert in den Obergraben einer Wasserkraftanlage abzuleiten. Diese Nutzung wurde jedoch bereits vor vielen Jahrzehnten aufgegeben.
Geplant ist der vollständige Rückbau des Fabrikwehres einschließlich beider Wehrschwellen. Lediglich ein etwa ein Meter breites Reststück am linksseitigen Ufer bleibt erhalten. Auch der Einlauf in den Obergraben wird verschlossen und zurückgebaut. Die Ufermauern auf beiden Seiten werden weitgehend entfernt und durch naturnahe Böschungen ersetzt.
Mit der Maßnahme soll die ökologische Durchgängigkeit im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie wiederhergestellt werden. Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen für heimische Fischarten wie die Groppe, die sich nun leichter ausbreiten kann. Zugleich stärkt die Wiedervernetzung zuvor isolierter Teilpopulationen die ökologische Widerstandsfähigkeit. Angrenzende Lebensräume wie feuchte Hochstaudenfluren und Bergmähwiesen werden wieder barrierefrei an das Fließgewässer angebunden.