Eine Million Euro für Batteriezüge
30.04.2026, 13:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Freistaat und ZVVO sichern Entwurfs- und Genehmigungsplanung für Ladeinfrastruktur auf fünf Linien rund um Dresden
Der Freistaat unterstützt den Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) mit einer Million Euro bei der Entwurfs- und Genehmigungsplanung der Ladeinfrastruktur für Oberleitungs-/Batterie-Hybrid-Fahrzeuge (Battery Electric Multiple Units, kurz: BEMU) im ZVVO-Gebiet. Mit Hilfe der Förderung sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Raum Dresden auf mehreren, nicht oder nur teilweise elektrifizierten Strecken mit batterieelektrischen Zügen betrieben werden kann.
Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, betonte anlässlich der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung: »Die Verantwortlichen im ZVVO haben eine gute Entscheidung getroffen und setzen in der Zukunft auf klimafreundliche Züge ohne Dieselantrieb. Das ist jede Unterstützung wert! Mit der Finanzierung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die entsprechende Infrastruktur schaffen wir die Grundlage, damit batteriebetriebene Züge im Raum Dresden auch zuverlässig laden können – an den richtigen Stellen und in einem abgestimmten Gesamtkonzept.«
Landrat Michael Geisler, Verbandsvorsitzender des ZVVO ergänzt: »Für uns als Aufgabenträger ist die Beteiligung des Freistaates an den Planungskosten ein wichtiges Signal. Eine Neuvergabe und Umstellung auf BEMU im Raum Dresden und Ostsachsen kann nur gelingen, wenn darüber hinaus auch die Finanzierung der Baukosten sichergestellt ist. Darüber befinden wir uns mit dem Freistaat bereits in gutem Austausch.«
Der ZVVO beabsichtigt, SPNV-Leistungen ab Ende 2031 auf folgenden Strecken neu zu vergeben und dabei künftig BEMU-Fahrzeuge einzusetzen:
- S 7 Dresden – Königsbrück
- RB 71 Pirna – Neustadt (Sachs) – Sebnitz
- RB 72 / RE 19 (Dresden –) Heidenau – Altenberg
- S 8 Dresden – Kamenz
- S 8 Durchbindung bis Hoyerswerda
Gegenstand der Planung
Gegenstand der finanziellen Unterstützung ist die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4) für die Infrastruktur, die den Einsatz von BEMU-Zügen auf diesen fünf Linien ermöglicht. Vorgesehen sind unter anderem Ladepunkte an Abstell- und Endpunkten – in Ottendorf-Okrilla Nord und Königsbrück (für die Linie S 7) sowie in Neustadt (Sachs) und Sebnitz (für die RB 71). Außerdem sind Anpassungen an bestehenden Oberleitungsanlagen geplant, etwa im Bahnhof Pirna, damit die Züge während der Wendezeiten laden können. Auf der Strecke Heidenau – Altenberg umfasst die Planung unter anderem eine Teilelektrifizierung zwischen Heidenau und Mühlbach, um längere Abschnitte unter Fahrdraht zu ermöglichen und die Batterien unterwegs nachzuladen.
Die vom ZVVO finanzierte Vorplanung (Leistungsphasen 1 und 2) ist bereits abgeschlossen. Die weitere Planung erfolgt in Abstimmung mit der DB InfraGO AG als Eigentümerin der betroffenen Strecken und Trägerin der Maßnahme.
Die Gesamtplanungskosten für die Leistungsphasen 3 und 4 belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro.
Hintergrund
Batterieelektrische Züge (BEMU) fahren auf elektrifizierten Abschnitten unter Oberleitung und nutzen auf Strecken ohne Fahrdraht ihre Batterien. Dafür braucht es Ladeinfrastruktur und – je nach Strecke – ergänzende Elektrifizierungsabschnitte.