Staatsminister von Breitenbuch: »Trinkwasserversorgung zukunftssicher weiterentwickeln«
23.04.2026, 14:38 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch hat sich am Donnerstag (23.04.) an der Talsperre Lehnmühle über Anpassungen zur Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung angesichts zunehmender Trockenheit informiert. Die Talsperre Lehnmühle wird im Verbund mit der Talsperre Klingenberg bewirtschaftet und versorgt rund 60 Prozent der Menschen in Dresden sowie darüber hinaus Teile des Osterzgebirges und die Stadt Freital mit Trinkwasser. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit hat das Verbundsystem Klingenberg-Lehnmühle derzeit einen Füllstand von nur 64,2 Prozent. Um die Rohwasserbereitstellung auch bei künftigen Auswirkungen des Klimawandels langfristig zu sichern, arbeitet die Landestalsperrenverwaltung daher für mehrere Anlagen an Maßnahmen zur Erschließung weiterer Einzugsgebiete und plant zudem sachsenweit die Erweiterung der Verbundsysteme.
Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Die sächsischen Talsperren sind für eine stabile Trinkwasserversorgung unverzichtbar. Sie werden in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen, da wir uns auf häufigere Wetterextreme wie Trockenheit oder Dürre einstellen müssen. Deshalb ist es vor allem wichtig, die bestehende Versorgungsinfrastruktur zu erhalten und sie trotz knapper Mittel zukunftssicher weiterzuentwickeln. Dazu gehören die Erweiterung der Dargebote und der Ausbau der Verbundsysteme, um im Bedarfsfall einen Ausgleich zwischen den Versorgungsräumen schaffen zu können. Das hat in Extremsituationen wie Trockenperioden oder Hochwässer, aber auch im Sanierungsfall oder bei der Sicherung der Wasserqualität erhebliche Vorteile. Zur Finanzierung der Vorhaben werden wir uns für die Bereitstellung von Finanzmitteln aus dem Infrastrukturfonds des Bundes und dem Sachsenfonds einsetzen. Darüber hinaus diskutieren wir als Gastgeber der Umweltministerkonferenz im Mai mit dem Bund und den anderen Ländern, welche Weichenstellungen für eine zukunftsfähige und resiliente Wasserversorgung notwendig sind.«
Talsperren haben in Sachsen für die Trinkwasserversorgung eine herausragende Bedeutung. Mit dem Wasser aus den 25 Trinkwassertalsperren werden rund 40 Prozent der Bevölkerung in Sachsen versorgt. Aufgrund der gesetzlichen Aufgabenverteilung haben bei der Wasserversorgung aus Talsperren der Freistaat Sachsen und die kommunalen Wasserversorger jeweils ihre Beiträge zur Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung zu leisten.
Einige der sächsischen Trinkwassertalsperren sind bereits heute so miteinander verbunden, dass Wasser in bestimmten Größenordnungen je nach Bedarf flexibel verteilt werden kann. Das größte Verbundsystem ist der Talsperrenverbund »Mittleres Erzgebirge – Osterzgebirge«. Mit ihm sichert die Landestalsperrenverwaltung die Trinkwasserversorgung für die Ballungszentren Chemnitz und Dresden sowie für deren Umland.
Um eine stabile Wasserversorgung auch künftig zu gewährleisten, hat der Freistaat 2024 das Handlungsprogramm »Zukunft Wasser für Sachsen« beschlossen. Es beinhaltet die notwendigen Handlungsfelder und Lösungen, mit denen die Zukunft der Wasserwirtschaft im Freistaat sichergestellt werden soll. Das Handlungsprogramm berücksichtigt dabei die Herausforderungen durch Hochwasser, Starkregen und Dürreperioden verbunden mit großer Hitze ebenso wie den steigenden Wasserbedarf durch Industrie, Tourismus und in den Bergbaufolgeregionen.
Zudem erarbeitet das Sächsische Umweltministerium derzeit ein Konzept zum Niedrigwasserrisikomanagement, welches den prognostizierten Rückgang des Wasserdargebots bei gleichzeitig steigenden Anforderungen aus der Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Bevölkerung in den Blick nimmt. Darin vorgesehen sind unter anderem der Aufbau einer webbasierten Dürre- und Niedrigwasserrisikoplattform sowie die Schaffung methodischer Grundlagen für den Wasserrückhalt in der Fläche. Das Konzept soll in diesem Jahr fertiggestellt und anschließend umgesetzt werden.