Biotech made in Saxony: Branche erweist sich für den Freistaat als Innovations- und Wachstumsmotor
17.04.2026, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Branchengespräch Biotechnologie bei DKMS in Dresden | Sachsen investierte bereits über eine Milliarde Euro in diese Wachstumsbranche
Sachsen hat sich zu einer der am stärksten wachsenden Biotech-Regionen in Deutschland entwickelt. Mit einem leistungsfähigen und zukunftsorientierten Ökosystem ist der Sektor heute ein wichtiger Innovationstreiber und relevanter Wirtschaftsfaktor für den Freistaat. Beim diesjährigen Branchengespräch in den Räumen der Dresdner DKMS Life Science Lab gGmbH diskutierten am Freitag Vertreter von Biotechnologieunternehmen, Forschungsinstituten, Verbänden, Verwaltung und der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) unter Leitung von Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel über aktuelle Entwicklungen, Zukunftstrends und Herausforderungen der Branche.
Der Freistaat Sachsen blickt auf mehr als ein Vierteljahrhundert gezielter Förderung der Life-Sciences-Industrien zurück. Seit dem Start der Biotechnologie-Offensive im Jahr 2000 hat Sachsen über eine Milliarde Euro in diese Wachstumsbranche investiert. Mehr als 300 Akteure und über 15.000 Beschäftigte sind in den Kernbereichen Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik tätig.
Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel zum Branchengespräch: »Die Biotechnologie-Offensive bleibt auch künftig ein zentrales Element der Innovationsstrategie des Freistaates. Mit dem Ausbau digitaler Kompetenzen, der Förderung von Unternehmen und der fortgesetzten Vernetzung mit weiteren Technologiebranchen wird Sachsen seinen Erfolg hier weiter ausbauen.«
Biotechnologiestandort Sachsen
Herausragende Forschungsinstitute, innovative Start-ups und international agierende Unternehmen prägen das Bild der Branche, die besonders in der Zell- und Gentherapie, Diagnostik und industriellen Anwendungen der Biotechnologie aktiv ist. Sachsens Biotech-Forschung hat international einen hervorragenden Ruf. Stellvertretend dafür stehen das europaweit einzigartige Exzellenzcluster Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) sowie das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig. Internationale Aufmerksamkeit für den Standort gab es u.a. durch den Einstieg der Kerry Group beim Leipziger Unternehmen c-LEcta, die Finanzierungszusage aus den USA für Avencell und die Kooperation des Dresdner Start-ups Seamless Therapeutics mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly.
Die sächsische Biotechnologie entfaltet ihre Aktivitäten insbesondere rund um das Bio-Innovations-Zentrum Dresden und die BIO CITY Leipzig. Künftig wird es an beiden Standorten durch weiteren Ausbau noch mehr Platz für Unternehmen und Start-ups geben. Zudem entsteht mit der aktiven Einbindung von Chemnitz ins biosaxony-Netzwerk eine noch breitere Basis für den Life Sciences-Standort Sachsen.
Dr. Oliver Uecke, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes biosaxony e. V.: »Die Biotechnologie und Life Sciences sind heute eine der großen Stärken des Standorts Sachsen. Diese Stärke entsteht aus dem engen Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung, klinischer Anwendung, Industrie und Finanzierung. Über biosaxony bringen wir diese Akteure zusammen und treiben ihre Vernetzung gezielt voran. Dass die Deutschen Biotechnologietage, das größte deutsche Branchentreffen der Biotechnologie, in der nächsten Woche in Leipzig stattfinden, zeigt, welche Bedeutung und Dynamik die Life Sciences-Branche in Sachsen inzwischen erreicht hat.«
Chancen und Herausforderungen für die Branche
Im Gespräch wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen die Branche aktuell steht. Dazu zählen ein besserer Zugang zu Risikokapital, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie die Integration von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Produktion. Gleichzeitig bieten die wachsenden Märkte für Biotechnologien und die weltweit zunehmende Bedeutung von Gesundheitsthemen große Chancen für sächsische Unternehmen.
Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS): »Mit der kompletten Wertschöpfungskette am Standort, einer hohen Innovationskraft sowie den Synergien aus der Zusammenarbeit mit anderen Branchen hat die Biotechnologie das Potenzial, sich künftig noch mehr zu einer Schwerpunktbranche für Sachsen zu entwickeln. Dabei kommt vor allem der branchenübergreifenden Zusammenarbeit eine Schlüsselfunktion zu, die wir gezielt unterstützen. Dafür bringen wir in verschiedenen Formaten wie dem jährlichen Life Sciences-Forum und verschiedenen Projektwerkstätten z. B. Unternehmen aus der Textilindustrie, dem Maschinenbau, der Ernährungsbranche oder aus der Mikroelektronik mit Biotechnologiefirmen zusammen. Ziel ist es, neue technische Einsatzmöglichkeiten auszuloten und damit neue Geschäftschancen, Kooperationen und Wachstum zu fördern, etwa bei Automatisierungs- und KI-Lösungen für die Produktion in der Zell- und Gentherapie.«
Gastgeber Thomas Schäfer, COO der DKMS Life Science Lab gGmbH, ergänzte: »Als Hochdurchsatzlabor für die Typisierung potenzieller Stammzellspender:innen finden wir in Sachsen hervorragende Voraussetzungen. Die Region bietet exzellente Forschungsstrukturen und hochqualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig profitieren wir von starken Kooperationspartnern wie dem Zukunftscluster SaxoCell und weiteren Akteuren der sächsischen Biotechnologie. Gemeinsam entwickeln wir innovative Methoden, um komplexe wissenschaftliche Fragestellungen zu adressieren, und treiben so diagnostische Verfahren voran, die Blutkrebstherapien und die Versorgung von Patient:innen nachhaltig verbessern. Wir haben uns sehr gefreut, Gastgeber des Branchengesprächs zu sein und den offenen und konstruktiven Austausch mit den vielen engagierten Akteur:innen der sächsischen Life Sciences Community zu erleben.«
Hintergrund: DKMS Life Science Lab gGmbH
Die DKMS – ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei - ist eine internationale gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, weltweit so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf und Prof. Dr. Gerhard Ehninger gegründet und sorgt seither dafür, dass immer mehr Patienten eine lebensrettende Stammzellspende erhalten. Bei der DKMS sind mehr als 13 Millionen potenzielle Spender registriert, bis heute hat die Organisation mehr als 130.000 Stammzellspenden vermittelt. Darüber hinaus engagiert sich die DKMS in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Forschung, um die Heilungschancen von Patienten zu verbessern.
Weiterführende Links
- Mehr Informationen der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH
- Weiterer Erfolg für die Sächsische Biotechnologieoffensive: Seamless Therapeutics aus Dresden schließt Deal mit Eli Lilly im Wert von bis zu 1,1 Mrd. US Dollar ab
- Innovativ, vernetzt, zukunftsorientiert: Branchengespräch zeigt Potenziale der sächsischen Medizintechnikindustrie
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