Ausbildungsmarkt Sachsen: Chancen sichern, Fachkräfte gewinnen

08.04.2026, 13:34 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Arbeitsminister Dirk Panter: »Betriebe müssen zwischen Fachkräftesuche und Wirtschaftskrise an Ausbildung festhalten«

Die Bundesagentur für Arbeit (BA), Regionaldirektion Sachsen, hat heute aktuelle Zahlen zum Ausbildungsmarkt seit Oktober 2025 vorgelegt und einen Ausblick auf die Herausforderungen im Jahr 2026 gegeben. Sie zeigen: Die wirtschaftliche Entwicklung und die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze hängen eng zusammen. Seit Oktober 2025 haben die Betriebe 15.391 Ausbildungsplätze gemeldet, das sind 634 weniger als im Vorjahr (minus 4,0 Prozent) und 11 Prozent weniger im Vergleich zu 2024.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter: »Ausbildung ist Zukunft – für junge Menschen, für unsere Unternehmen und für den gesamten Wirtschaftsstandort Sachsen. Wenn immer weniger Betriebe ausbilden, stehen wir alle vor einem Problem – denn weniger Azubis heißt künftig auch weniger Fachkräfte. Gerade deshalb gilt heute mehr denn je: Ausbildung lohnt sich! Sie eröffnet den Unternehmen Zukunfts-Chancen und macht Sachsen auch künftig stark.«

Zwar koste die Betriebe die Ausbildung zunächst Geld, allerdings bringen Auszubildende schon während der Ausbildungszeit mehr ein, als sie kosten. Durch die Übernahme von Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen werden zudem die viel höheren Personalgewinnungskosten eingespart, die entstehen, wenn Betriebe Fachkräfte über den Arbeitsmarkt rekrutieren müssen.

»Diesen klaren Vorteil von eigener Ausbildung zu erkennen, fällt in der aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeit sicherlich nicht leicht«, so Panter weiter. »Deshalb versuchen wir mit unserem ‚Zukunftspakets I‘ als Ministerium auch für gute Rahmenbedingungen zu sorgen. Mit Investitionen in überbetriebliche Berufsbildungsstätten stellen wir dem Lernort Betrieb moderne Bildungsstätten als Ausbildungspartner an die Seite und wollen die Ausbildungsbereitschaft des Mittelstands so stärken.«

Positiv hervorzuheben ist, dass weiterhin unverändert Interesse an einer Berufsausbildung bei jungen Menschen, auch bei jenen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Insgesamt haben sich 14.066 Jugendliche bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Das sind nur 87 weniger als ein Jahr zuvor. Die Bemühungen, junge Menschen zu motivieren und davon zu überzeugen, dass eine duale Berufsausbildung gute und attraktive Zukunfts- und Beschäftigungsperspektiven bietet, sollten aus Sicht des Ministers konsequent fortgesetzt werden.

»Wir wissen, dass der Beratungs- und Unterstützungsbedarf junger Menschen beim Einstieg in das Berufsleben weiter ansteigt und viele Potentiale nicht ausgeschöpft werden«, so Minister Panter mit Blick auf die steigende Zahl unvermittelter Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber.

Um dem entgegenzuwirken, setzt der Freistaat Sachsen auf gezielte Unterstützung.

• Stärkung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten: Rund 11 Millionen Euro aus dem Landesarm des Sachsenfonds fließen in die Modernisierung von Werkstätten und betrieblichen Lernorten. Die überbetrieblichen Ausbildungsstätten sichern die Ausbildungsqualität und ermöglichen es insbesondere kleinen Betrieben, ihren Auszubildenden alle notwendigen praktischen Kenntnisse zu vermitteln.
• Unterstützung von Jugendberufsagenturen: Unter dem Motto »Kein junger Mensch soll verloren gehen« fördert das SMWA den Ausbau dieser Anlaufstellen, in denen Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendhilfe und weitere Partner jungen Menschen passgenaue Begleitung bieten.
• Die Arbeitsmarktmentoren tragen dazu bei, die Ausbildungsbeteiligung von Schutzsuchenden und anderen zugewanderten Menschen zu erhöhen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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