Arbeiten für das Bohrkern- und Probenarchiv in Freiberg schreiten voran
24.03.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Unter Leitung der SIB-Niederlassung Chemnitz entsteht in Freiberg ein zentrales Bohrkern- und Probenarchiv. Es dient der fachgerechten Lagerung der sächsischen Bohrkernbestände und geologischen Befunde und wird vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Kooperation mit der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) betrieben. Der moderne Neubau sichert zukünftig die Unterbringung der ca. 150 Kilometer Kernmaterial auf ca. 3.000 Paletten und über 12.000 Kleinladungsträgern mit Gesteinsproben. Das Archiv entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne und heutigem Behördenstandort Lessingstraße 45 in Freiberg.
Um die gewaltige Menge an Groß- und Kleinladungsträgern optimal unterzubringen, wurde ein rechteckiger Neubau konzipiert, welcher in drei Gebäudeabschnitten verschiedene Nutzungen und Funktionen des Bohrkern- und Probenarchivs beherbergt. Es entstehen große Verschiebemagazine zur Einlagerung und Archivierung aktueller und zukünftiger Bohrkernbestände und Gesteinsproben, Laborflächen sowie Bereiche zu Forschungs- und Lehrzwecken, welche die Arbeitsweise und Bedeutung der Gesteinsanalytik beschreiben und fortführen. Im Zuge des Neubaus werden auch die Außenanlagen auf der Ostseite des ehemaligen Kasernenhofs komplett neugestaltet. Zudem werden spezielle Bereiche für die Anlieferung der Proben per LKW eingerichtet.
Mit den Abbrucharbeiten des ehemaligen Exerzierhauses der Jägerkaserne – inklusive der beiden Kopfbauten, der zentralen Halle sowie weiterer Nebengebäude wie Lagerhallen und Garagen – wurden im Juli 2024 die Baufeldfreimachungen begonnen. Im Anschluss erfolgten im November 2024 vorbereitende Medienneuordnungen und Medienerschließungen auf dem Baufeld, die im Februar 2025 ihren Abschluss fanden.
Nach der Baustelleneinrichtung wurden im April 2025 die Gründungs- und Rohbauarbeiten begonnen. Weil der teilunterkellerte Lager- und Arbeitshallenbereich im Laufe des Jahres bis zum Erdgeschoss in Massivbauweise errichtet wurde, konnten noch im Dezember 2025 die etwa 28 Meter langen und über 42 Tonnen schweren Spannbetonbinder des Hochregallagers in die über zwölf Meter hohen Stahlbetonstützen eingehoben werden. Um die über 1.200 m² große, stützenfreie Lagerhalle zur Aufnahme der Schwerlastverschieberegalanlage errichten zu können, waren präzise Vorarbeiten und eine umfangreich abgestimmte Logistik erforderlich, um die acht Schwerlastträger planmäßig auf die innerstädtische Baustelle anliefern und versetzen zu können.
Derzeit werden die Arbeiten am Rohbau fortgesetzt. Die Übergabe an den Nutzer ist für das Jahr 2027 geplant. Die genehmigten Gesamtbaukosten für diese umfangreiche Maßnahme liegen bei 22,5 Mio. Euro. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.