Wirtschaftsminister Dirk Panter in Frankreich: »Nur gemeinsam bestehen wir im globalen Wettbewerb«

13.03.2026, 12:06 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Gespräch mit Botschafter Stephan Steinlein (© SMWA)

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Gespräch mit Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich, Stephan Steinlein

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Gespräch mit Botschafter Stephan Steinlein (© SMWA)

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Gespräch mit Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich, Stephan Steinlein

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im Gespräch mit Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich, Stephan Steinlein
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Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht Messe JEC World in Paris

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht auf der JEC World den sächsischen Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung. Dort gratulierte er den Forschern der Technische Universität Chemnitz zum Gewinn des JEC Innovation Award 2026 in der Kategorie „Automotive and Road Transportation – Process“. Ausgezeichnet wurde das Projekt „GroKuBat“, das ein neuartiges Fertigungsverfahren für thermoplastische Batteriegehäuse in der Elektromobilität entwickelt hat.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht Messe JEC World in Paris

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht auf der JEC World den sächsischen Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung. Dort gratulierte er den Forschern der Technische Universität Chemnitz zum Gewinn des JEC Innovation Award 2026 in der Kategorie „Automotive and Road Transportation – Process“. Ausgezeichnet wurde das Projekt „GroKuBat“, das ein neuartiges Fertigungsverfahren für thermoplastische Batteriegehäuse in der Elektromobilität entwickelt hat.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht auf der JEC World den sächsischen Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung. Dort gratulierte er den Forschern der Technische Universität Chemnitz zum Gewinn des JEC Innovation Award 2026 in der Kategorie „Automotive and Road Transportation – Process“. Ausgezeichnet wurde das Projekt „GroKuBat“, das ein neuartiges Fertigungsverfahren für thermoplastische Batteriegehäuse in der Elektromobilität entwickelt hat.

Sächsische Delegation knüpft und vertieft Kontakte | Besuch des Halbleiter-Hotspots Grenoble | Rekordbeteiligung auf der JEC World

Sachsen und Frankreich haben ihre wirtschaftlichen Beziehungen in den Bereichen Mikroelektronik, Verbundwerkstoffe, Lebenswissenschaften (»Life Sciences«) und Erneuerbare Energien ausgebaut. Wirtschaftsminister Dirk Panter beendete heute seine fünftägige Reise nach Paris, Grenoble und Montpellier, wo er von einer Fachdelegation begleitet worden ist. Es war der erste Besuch eines sächsischen Wirtschaftsministers in Frankreich seit 2012. Die Reise wurde vom Wirtschaftsministerium (SMWA) gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) organisiert.

Minister Panter sieht die aktuellen geopolitischen Entwicklungen – Protektionismus, steigende Energiepreise, stärkere wirtschaftliche Blockbildung – als »Weckruf«. Europa sei derzeit zu stark von Asien und den USA abhängig – etwa bei der Produktion von Mikrochips. »Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass globale Lieferketten dauerhaft stabil funktionieren«, betonte Panter im Halbleiter-Hotspot Grenoble (Region Auvergne-Rhône-Alpes), wo die Reise startete.

Deshalb müsse Europa seine Stärken in Zukunftstechnologien bündeln. Panter weiter: »Nur gemeinsam bestehen wir im globalen Wettbewerb und bleiben konkurrenzfähig. Unser Ziel muss es sein, gemeinsam mit anderen europäischen Regionen eine möglichst vollständige Halbleiter-Wertschöpfung in der EU aufzubauen. Dabei geht es jedoch nicht um vollständige Autarkie, sondern um mehr technologische Souveränität und Resilienz.«

Grenoble gilt als Zentrum für Halbleiter, KI, Quantenforschung und nachhaltige Energielösungen und zieht dadurch sowohl internationale Unternehmen als auch hochqualifizierte Fachkräfte an. Die Region ist international sehr gut vernetzt und pflegt bereits enge Beziehungen nach Taiwan, Südkorea, Kanada und in die USA. Dirk Panter besuchte mit der sächsischen Delegation (u.a. GlobalFoundries, Teksend Photomask, Fraunhofer IZM-ASSID) das Netzwerk Minalogic, das KI-Institut MIAI, den Inkubator Linksium, das Forschungsinstitut CEA-Leti und den Halbleiterzulieferer Soitec.

Minalogic umspannt ein Ökosystem von 450 Mitgliedern, darunter über 380 innovative Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette der digitalen Technologien abdecken. MIAI (Multiple Multidisciplinary Institut in Artificial Intelligence) hat das Ziel, Spitzenforschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu betreiben und in die Wirtschaft zu transformieren. Linksium unterstützt Startups bei der Kommerzialisierung innovativer Technologien, die aus Forschungsprojekten entstehen, insbesondere in den Bereichen Energie, Gesundheit, Digitalisierung und Umwelt. Soitec stellt für Halbleiterunternehmen Spezialwafer vom Typ »Silicon-on-Insulator« (SOI) in industriellen Mengen her. Das CEA-Leti gilt als Vorreiter bei Innovationen im Bereich der Mikro- und Nanotechnologien, und viele Unternehmen der Region begannen als dessen Ausgründung.

Am Mittwoch machte sich Wirtschaftsminister Dirk Panter in Paris ein Bild vom 34.000 Quadratmeter großen Gründerzentrum »Station F«. Der 2017 eröffnete Inkubator befindet sich in einer umgebauten Güterumschlagshalle (»Halle Freyssinet«) und gilt als größter Startup-Campus der Welt. Er hat seit der Eröffnung 8.000 Startups begleitet und bietet Gründern rund 30 internationale Unterstützungs- und Beschleunigungsprogramme. Die Station F kann eine Vorbildwirkung für die Neuausrichtung der Gläsernen Manufaktur in Dresden hin zu einem Innovationscampus haben (www.stationf.co).

Panter: »Station F ist ein faszinierendes Startup-Hub. Solche Hubs wurden einst in Paris und werden auch bei uns oft noch belächelt. Hier in Paris sind in den vergangenen Jahren bereits vier Einhörner gewachsen, also Unternehmen, die über eine Milliarde Euro wert sind. Hunderte andere Gründungen sind bereits erfolgreich am Markt. Es ist beeindruckend, wie das Öko-System hier funktioniert – zwischen Bereitstellung von Flächen, Beratung zur Finanzierung und rechtlichen Fragen – und auch zu beobachten, wie die Gründer untereinander interagieren. Solche Hubs können die wirtschaftliche Entwicklung definitiv vorantreiben und befruchten – gerade in den neuen Bereichen wie KI.«

Anschließend besuchte Minister Panter die sächsischen Aussteller auf der Fachmesse JEC World – die wichtigste internationale Plattform für Lösungen und Kompetenzen rund um Verbundwerkstoffe. Die WFS verzeichnete an ihrem SACHSEN!-Gemeinschaftsstand in Paris eine erneute Rekordbeteiligung. Dort präsentierten sich 23 Unternehmen und Institute aus Chemnitz, Dresden, Freiberg, Glauchau, Großröhrsdorf, Hohenstein-Ernstthal, Klipphausen, Nossen und Wilthen.

Panter: »Sachsen hat unglaublich viel zu bieten, was auf der Welt nachgefragt ist. Gerade im Bereich Carbon haben wir viele Kompetenzen und zeigen, was alles in Zukunft möglich ist. Auch die politischen Gespräche in der Botschaft waren wichtig. Uns wurde bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn viele andere Bundesländer setzen meist nur auf Paris. Wir sind aber auch in den Regionen unterwegs, um mit Partnern zusammenzuarbeiten und neue Verbündete zu suchen. Denn der Schulterschluss mit Frankreich ist nicht nur für Sachsen wichtig, sondern es ist für uns Europäer alle gut und wichtig, dass wir untereinander zusammenarbeiten und gemeinsam dafür sorgen, dass wir international nicht ins Hintertreffen geraten.«

Am Donnerstag und Freitag standen in Okzitanien weitere politische Gespräche, Netzwerktreffen mit Wirtschaftsvertretern und Unternehmensbesuche auf dem Programm. Diese Region in Südfrankreich pflegt seit längerer Zeit wirtschaftliche und kulturelle Kontakte mit Sachsen. In Lattes besichtigte Wirtschaftsminister Dirk Panter das »O3C Zentrum Montpellier" (Centre Opérationnel de Conduite Couplé) – eine Einrichtung des Energiekonzerns TotalEnergies Renouvelables, die als »Kontrollturm« für erneuerbare Energien dient. Das Zentrum überwacht und steuert aus der Ferne rund 650 Anlagen, darunter Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke in Frankreich und seine Überseegebiete.

Darüber hinaus informierte sich die sächsische Delegation beim Life Sciences-Unternehmen MB Therapeutics SAS in Montpellier über den 3D-Druck von Medikamenten auf Abruf (»on-demand«), beim Anlagenhersteller Genvia in Béziers über den Bau einer Produktionsstätte für Elektrolyseure, beim Elektrotechnik-Spezialisten DeltaNov in Béziers über innovative Lösungen für die industrielle Automatisierung sowie beim Unternehmen Instadrone in Villeneuve-lès-Béziers über den Einsatz von Flug-, Land-, Wasser- und Unterwasserdrohnen.

Abschließend zieht Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter ein positives Fazit: »Bilanzierend kann man feststellen: Wir arbeiten bereits hervorragend mit Frankreich zusammen. Doch es ist immer Luft nach oben. Unsere Partner in Grenoble, Montpellier oder Frankreich wissen genauso gut wie wir, wie wichtig gerade in der heutigen Zeit enge Kooperationen und direkte, vertrauensvolle Zusammenarbeit sind. Wir müssen der erratischen Wirtschaftspolitik aus Amerika und den unfairen, staatlich getriebenen Subventionen aus Asien etwas entgegensetzen, um künftig unseren Wohlstand bewahren und weiter ausbauen zu können. Dies geht nur gemeinsam. Und am besten mit Freunden in der Europäischen Union.«

Außenhandelsstatistik Sachsen – Frankreich

Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, ist für Sachsen einer der wichtigsten Außenhandelsmärkte. 2024 lieferten sächsische Unternehmen Waren im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro in das Nachbarland. Dies war der höchste Wert seit mindestens 15 Jahren. Damit belegte Frankreich im Länder-Ranking den sechsten Platz. Die Exporte umfassten hauptsächlich Erzeugnisse des Kraftfahrzeugbaus, Maschinenbaus, der Elektrotechnik sowie Luftfahrzeuge und Waren aus Kunststoffen. 2025 setzte sich diese positive Entwicklung fort: Nach dem dritten Quartal lagen Sachsens Exporte nach Frankreich 13 Prozent über dem Vorjahresniveau.


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