Musikalische Würdigung zum 150. Geburtstag von Anton Günther

13.03.2026, 10:02 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

»So geht sächsisch.« und Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. suchen 150 Mitwirkende für Jubiläumskonzert am 17. Mai

Dresden (13. März 2026) – Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag des wohl bedeutendsten erzgebirgischen Mundartdichters und -sängers Anton Günther zum 150. Mal. Dieses Jubiläum soll im Erzgebirge gebührend gefeiert werden.

Aus diesem Anlass haben »So geht sächsisch.« und der Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. einen besonderen Aufruf gestartet: Am 17. Mai 2026 um 11 Uhr sollen 150 Musikerinnen und Musiker auf dem Marktplatz in Annaberg-Buchholz gemeinsam auf der Bühne stehen und Günthers bekannteste Lieder erklingen lassen: »Vergass dei Hamit net!«, »Wu de Wälder hamlich rausch‘n« und »Feieromd«. Diese Klassiker kennt im Erzgebirge vermutlich jeder.

Musikalisches Zeichen aus dem Herzen des Erzgebirges

Ministerpräsident Michael Kretschmer: »Ich lade alle Anton Günther-Fans herzlich nach Annaberg-Buchholz ein, um am 17. Mai gemeinsam zu musizieren und das Erbe Anton Günthers zu feiern und lebendig zu halten. Seine Gedichte und Lieder erzählen von Natur, Arbeit und Gemeinschaft – Themen, die die Menschen bis heute berühren und verbinden. Beim gemeinsamen Musizieren werden die Werte lebendig, für die Anton Günther stand: Heimatliebe, Zusammenhalt und Dialekt als Ausdruck kultureller Identität. Wer Mundart spricht – oder singt – gibt ein Stück Heimat weiter. Mit dem Konzert würdigen wir einen der bedeutendsten Volksdichter seiner Zeit.«

Auch Georg-Stefan Seidl vom Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. ist voller Vorfreude: »Anton Günther hat dem Erzgebirge eine klingende Stimme gegeben. Seine Lieder verbinden Musik, Mundart und Heimatliebe zu einem Erbe, das bis heute Identität stiftet und Generationen verbindet. Mit der Aktion ‘150 für Anton Günther‘ möchten wir ein sichtbares Zeichen für die Lebendigkeit und Zukunft der erzgebirgischen Kultur setzen.«

Bart-Träger herzlich willkommen

Bereits zu Jahresbeginn hatte der Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. eine »Bart-Challenge« ausgerufen, die seitdem in den sozialen Netzwerken Fahrt aufnimmt. Bis zum 5. Juni – dem 150. Geburtstag Anton Günthers – sind die Herren aufgerufen, sich einen charakteristischen »Anton-Günther-Gedächtnisbart« stehen zu lassen und ihre Ergebnisse unter Hashtags wie #AntonGünther150 einzureichen. Prominente Fürsprecher wie Sebastian Seidel von Stereoact, lokale Brauereien und die traditionsreiche Rasierpinselmanufaktur MÜHLE unterstützen die Aktion seitdem.

Georg-Stefan Seidl ergänzt: »Natürlich würden wir uns sehr freuen, wenn wir die ersten Ergebnisse der Bart-Challenge bereits am 17. Mai beim Jubiläumskonzert begutachten könnten. Bartträger, Musiker und Sänger im Gesang vereint – mit diesem Anblick machen wir Anton Günther vermutlich das größte Geburtstagsgeschenk.«

Neben zahlreichen regionalen Musikvereinen und den 150 Musikerinnen und Musikern – gern auch mehr, Platz ist genug auf dem Marktplatz – steht auch das traditionsreiche Bergmusikkorps »Frisch Glück« Annaberg-Buchholz auf der Bühne. Um Voranmeldung per E-Mail an: kuk-erz@web.de wird gebeten. Mehr Informationen www.so-geht-sächsisch.de.

Über Anton Günther (1876–1937)
Anton Günther gilt als bedeutendster Mundartdichter, Sänger und Komponist des Erzgebirges. Manche nennen ihn auch den »Bob Dylan des Erzgebirges«. Geboren wurde Anton Günther am 5. Juni 1876 im böhmischen Grenzdorf Gottesgab (heute Boží Dar) und starb dort am 29. April 1937. Als gelernter Lithograf arbeitete er zunächst in Prag, später lebte er von Landwirtschaft und Liedverkäufen. Bekannt als »Tholer-Hans-Tonl", trug er Joppe, Hut, Pfeife und Gitarre und wurde zur Ikone der erzgebirgischen Folklore.

Günther komponierte und sang fast 200 Lieder zur Gitarre, darunter Klassiker wie »Derham is derham" (1895), »'s is Feierobnd" (1903) und »Wu de Wälder haamlich rauschen" (1905). Er trat in Gaststätten, Vereinen und vor König Friedrich August III. auf, sang in Oberwiesenthal, Dresden, Berlin und Wien. Schellackplatten und Postkarten verbreiteten seine Werke deutschlandweit. Und er erfand die »Liedpostkarte" – selbst illustrierte Karten mit Text, Noten und Zeichnung – von denen 86 entstanden und massenhaft verbreitet wurden.


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