Geteiltes Erbe neu entdecken: 650.000 Euro für neues Interreg-Projekt Polen-Sachsen

03.03.2026, 09:48 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Begleitausschuss beschließt Kulturvorhaben von Stiftung Haus Schminke und Architekturmuseum Breslau

Der Begleitausschuss des Programms Interreg Polen-Sachsen 2021-2027 hat die Förderung eines weiteren grenzüberschreitenden Kulturprojekts bewilligt. Für »TOPOMOMO – Geteiltes Erbe« erhalten die Stiftung Haus Schminke (Löbau) und das Architekturmuseums Breslau (Wrocław) rund 650.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). TOPOMOMO steht dabei für »Topography of the Modern Movement«. Das Projekt soll Bauwerke der Architekturmoderne dokumentieren und sie über Ländergrenzen hinweg sichtbar machen.

Mit dem Beschluss steigt die Zahl der in der laufenden Förderperiode bewilligten Projekte im Programmgebiet auf 32. Das neue Vorhaben knüpft an die seit 2012 bestehenden TOPOMOMO-Initiativen an, die bislang auf den deutsch-tschechischen Raum ausgerichtet waren und erweitert sie erstmals um eine polnische Perspektive. Ziel ist es, die Architekturmoderne im Dreiländerraum Deutschland – Polen – Tschechien sichtbarer zu machen und stärker zu vernetzen.

Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar sagte: »Was viele Menschen im Freistaat noch nicht wissen: Der Dreiländerraum Polen – Tschechien – Deutschland kann mit einer Vielzahl einzigartiger Zeugnisse der Moderne im Bereich der Architektur aufwarten. Das Projekt ‚TOPOMOMO – Geteiltes Erbe‘ hilft, dieses architektonisch kostbare Erbe systematisch und länderübergreifend zu dokumentieren und für Interessierte einfacher zugänglich zu machen. Mit Interreg wird es möglich: Das Programm stärkt die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, schafft Vertrauen, es bringt – wie in diesem Falle – hochspezialisierte Institutionen zueinander und bewirkt echten Mehrwert. So wird Europa im Alltag erlebbar.«

Im Projekt soll zunächst eine grenzübergreifende Inventarisierung der Architekturmoderne im sächsisch-polnischen Fördergebiet erarbeitet werden. Darauf aufbauend entwickeln die Projektpartner neue Vermittlungsangebote für die Öffentlichkeit: unter anderem durch ein zweisprachiges Taschenbuch, eine erweiterte Website mit Routenplaner, eine mobile Ausstellung, ein einheitliches Erkennungsmerkmal sowie ein neues touristisches Format. Insgesamt werden so 30 ausgewählte Gebäude – 15 in Deutschland und 15 in Polen – präsentiert und für Interessierte leichter zugänglich gemacht. Zugleich soll der Austausch im Dreiländerraum gestärkt werden: Geplant sind trilaterale Netzwerktreffen, grenzübergreifende Veranstaltungen sowie der Ausbau des digitalen Netzwerkbereichs. Der Begleitausschuss hat »TOPOMOMO – Geteiltes Erbe« zudem als strategisches Vorhaben eingeordnet – als besonders bedeutsames Projekt mit Signalwirkung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Im aktuellen Aufruf des Interreg-Programms Polen-Sachsen wurden bis zum 31. Januar 2026 17 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von knapp 35 Millionen Euro eingereicht. Der Begleitausschuss entscheidet im zweiten Quartal 2026 über deren Förderung.

Hintergrund
Im Programm Interreg Polen-Sachsen stehen bis 2027 insgesamt 60,3 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte in den Bereichen Innovation, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur und Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Der Begleitausschuss setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der staatlichen, regionalen und lokalen Ebene sowie aus Wirtschafts- und Sozialpartnern, Nichtregierungsorganisationen und der Euroregion Neisse/Nysa zusammen. Er entscheidet über die Förderung und überwacht die Umsetzung des Programms.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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