Equal Pay Day 2026 am 27. Februar: »equal pay every day«

26.02.2026, 09:06 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Gleiche Chancen für alle schaffen – Schwerpunkt auch bei der Gleichstellungsministerkonferenz unter Vorsitz Sachsens«

Am 27. Februar ist der Equal Pay Day 2026. Er findet damit zum ersten Mal seit der Einführung des Aktionstages in Deutschland schon im Februar statt, denn die unbereinigte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist im Jahr 2024 in ganz Deutschland von 18 Prozent auf 16 Prozent gesunken. Im Jahr 2025 ist der unbereinigte »Gender Pay Gap« im Bundesdurchschnitt stagniert und lag wie im Vorjahr bei 16 Prozent. Der Equal Pay Day markiert symbolisch diese statistische Lohnlücke. Der Equal Pay Day ist der Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar 2026 für ihre Arbeit entlohnt werden.

Gleichstellungsministerin Köpping: »Es ist nachgewiesen, dass der »Gender Pay Gap« mit dem Alter der Frauen stetig größer wird. Gerade im Lebensabschnitt der Familiengründung steigt der »Gender Pay Gap« stark an, weil Frauen aufgrund der Übernahme von mehr unbezahlter Sorgearbeit häufig ihre Erwerbstätigkeit reduzieren oder unterbrechen. Diese Umstände wirken sich ebenfalls im Alter, beispielsweise bei der Rente, aus. Denn wenn Frauen einen geringeren Stundenlohn haben und ihre Arbeitszeit reduzieren, zahlen sie weniger in die Altersvorsorge ein und sind einem erhöhten Risiko von Altersarmut ausgesetzt.

Die geschlechterspezifische Lohnlücke wirkt sich somit weitreichend auf die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen aus. Mit diesem Anliegen wird sich ebenfalls schwerpunktmäßig die 36. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) beschäftigten, deren Vorsitz ich im Jahr 2026 innehabe. Das diesjährige Leitthema nimmt Armut von Frauen ganzheitlich in den Blick mit dem Ziel, strukturelle Barrieren abzubauen und gleiche Chancen für alle zu schaffen.«

In Sachsen verdienten Frauen im Jahr 2025 immer noch durchschnittlich 6 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Obwohl der »Gender Pay Gap« in Sachsen damit geringer als im Bundesdurchschnitt ist, ist Sachsen kein Vorbild. Denn ein wesentlicher Grund ist, dass Männer in Sachsen durchschnittlich deutlich weniger verdienen als in Westdeutschland. Folglich fällt der Lohnabstand von Frauen zu Männern in Sachsen geringer aus und die Löhne in Sachsen sind insgesamt niedriger als in Westdeutschland.

Ein genauerer Blick zeigt zudem, dass der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in einigen Bereichen deutlich höher als 6 Prozent liegt. So betrug beispielsweise der »Gender Pay Gap« bei Frauen und Männern in Sachsen mit Hochschulabschluss 12 Prozent. Außerdem fällt die bereinigte Lohnlücke, der strukturelle Unterschiede wie Teilzeit, Berufswahl und Karrierelevel berücksichtigt, in Sachsen höher aus als die unbereinigte Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Damit verdienen Frauen in Sachsen trotz gleicher Qualifikation, gleichem Beruf und gleicher Arbeitszeit weniger als Männer.

Um geeignete Stellschrauben zur Senkung des »Gender Pay Gaps« zu identifizieren, ist es wesentlich, in den Blick zu nehmen, wie sich die geschlechterspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt. Dies steht auch im Fokus des diesjährigen Equal Pay Days, der unter dem Motto »equal pay every day« stattfindet. Eine bedeutende Rolle spielen dabei unter anderem das Erlernen von Rollenbildern bei Kindern und Jugendlichen, die Berufswahl und die Entscheidung für eine Familiengründung mit Kindern. Diese Aspekte beeinflussen die Lohnungleichheit im Laufe des Lebens bis zur Rente und können zu weiblicher Altersarmut führen.

Hintergrund

An den internationalen Aktionstag Equal Pay Day erinnert in Deutschland seit 2008 jährlich der Verein Business and Professional Women Germany (BPW). Unterstützt wird die Kampagne durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
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