»Kreatives Sachsen« erhält erstmals institutionelle Förderung – Wirtschaftsminister Panter überreicht Fördermittelbescheid in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro
17.02.2026, 15:53 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Branchengespräch in Leipzig – Dirk Panter: »Sachsen stärkt die Kultur- und Kreativwirtschaft langfristig«
Das sächsische Wirtschaftsministerium (SMWA) verstetigt die Förderung im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter hat heute anlässlich eines Branchengesprächs in Leipzig einen Fördermittelbescheid in Höhe von 1,38 Millionen Euro an Vertreter der Kreatives Sachsen GmbH überreicht. Damit erhält das bisher als Projekt des Landesverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. organisierte Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft erstmals eine institutionelle Förderung und kann seine Arbeit zugunsten der Branche auf dieser Basis fortsetzen. Ein Meilenstein, der der Branche die nötige Planungssicherheit und Verlässlichkeit gibt.
»Der Landesverband und sein Projekt Kreatives Sachsen haben mit unserer Unterstützung in den vergangenen Jahren eine anerkannte Servicestelle für die Branche etabliert, die wesentlich zur Stärkung des Kultur- und Kreativwirtschaftsstandorts Sachsen beiträgt. Die institutionelle Förderung eröffnet eine langfristige, planbare Perspektive, von der wir uns positive Effekte für die Branche und darüber hinaus erwarten«, sagt Wirtschaftsminister Dirk Panter und betont: »Kreative wirken als ‚Booster‘ für andere Branchen, etwa durch Design, Storytelling, digitale Inhalte oder Creative Tech und beschleunigen so wirtschaftlichen und technologischen Wandel. Sachsen profitiert doppelt von einer starken Kultur- und Kreativwirtschaft – sie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und sie erhöht die Attraktivität des Freistaats. Gleichzeitig braucht die Branche aufgrund ihrer Struktur gezielte Unterstützung, sei es bei der Vernetzung, der Professionalisierung oder für mehr Sichtbarkeit.«
Mit der Förderung auf institutioneller Basis setzt das Wirtschaftsministerium ein wichtiges Vorhaben der Staatsregierung um. Für Kreatives Sachsen bedeutet die Umstellung mehr Planungssicherheit, Kontinuität und Flexibilität. So kann das Kompetenzzentrum künftig noch gezielter auf aktuelle Entwicklungen reagieren und seine Angebote landesweit weiterentwickeln. Für die institutionelle Förderung hat der Träger, der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e. V., eine neue GmbH gegründet.
Martin Fiedler, Vorstand des Landesverbandes: »Kreatives Sachsen hat sich als Impulsgeber und zentraler Netzwerkknoten der Branche etabliert. Mit der neuen Struktur verstetigen wir diese Arbeit und gewinnen zusätzliche Planungssicherheit. Die institutionelle Förderung verstehen wir als Vertrauensbeweis und als wichtiges strukturpolitisches Signal. Sie ermöglicht uns, Kreativschaffende und kreative Unternehmen im ganzen Freistaat noch besser zu begleiten – nach dem Prinzip, aus der Branche für die Branche‘.«
Bilanz und regionale Strahlkraft
Seit 2017 unterstützt Kreatives Sachsen die sächsischen Akteurinnen und Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Bereichen Beratung, Vernetzung, Sichtbarkeit und Wissenstransfer. Die Wirkung der Maßnahmen ist landesweit spürbar:
- Mehr als 2.000 kostenfreie Orientierungsberatungen zu Themen wie Vermarktung, Finanzierung und wirtschaftlicher Weiterentwicklung haben Kreativschaffende unmittelbar unterstützt. Ergänzt wurde dies durch rund 200 praxisnahe Qualifizierungsangebote – darunter Workshops, Vorträge und Infosessions –, die insgesamt rund 16.000 Akteurinnen und Akteure der Branche erreichten.
- Außerdem fanden rund 240 Netzwerkveranstaltungen an 45 Orten in ganz Sachsen sowie neun Branchenkonferenzen mit insgesamt über 1.400 Teilnehmenden statt. Diese Formate stärken nicht nur die Branche selbst, sondern fördern auch den Austausch, zum Beispiel zwischen Kreativwirtschaft und anderen Branchen des Mittelstands in Sachsen.
- Projekte wie »Kreativorte Sachsen« und »Raumkomplizen« haben kreative Arbeits- und Produktionsorte sichtbar gemacht und beim Auf- und Ausbau begleitet – bewusst auch abseits der Großstädte. Beispiele wie der Bahnhof Leisnig, die Kaserne Pirna oder Schloss Oberlichtenau zeigen, wie Kreativwirtschaft zur Revitalisierung von Orten, zur Stärkung regionaler Identität und zur Belebung ländlicher Räume beitragen kann.
Ausblick
Mit dem Förderbescheid über 1,38 Millionen Euro für 2026 schafft der Freistaat Sachsen die Basis für die Weiterentwicklung dieser Arbeit. Künftig sollen insbesondere Maßnahmen zur Fachkräftebindung, zum Wissenstransfer und zu branchenübergreifenden Kooperationen verstärkt werden. So können Methoden und Innovationsansätze aus der Kreativwirtschaft – etwa Design Thinking, agile Arbeitsformen oder nutzerzentrierte Entwicklung – noch stärker in andere Wirtschaftsbereiche einfließen und die Zukunftsfähigkeit des Standorts Sachsen weiter steigern.
Claudia Muntschick von Kreatives Sachsen betont: »Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist gerade in Zeiten von Transformation und Unsicherheit ein Motor für Sachsens Wirtschaft und Gesellschaft. Während die Konjunktur stagniert und viele Branchen noch über Risiken neuer Technologien wie KI diskutieren, setzen Kreativunternehmen diese Werkzeuge bereits praktisch ein und entwickeln neue Geschäftsmodelle. Sie schaffen attraktive Kreativquartiere und fungieren als Testlabor für Innovationen, die auch anderen Branchen zugutekommen. Jeder Euro Förderung ist deshalb eine Investition in Innovationskraft, Resilienz und die Zukunftsfähigkeit des Standorts.«
Hintergrund
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine für Sachsen wichtige Branche. Sie umfasst zwölf Teilmärkte – von Architektur und Design über Kunsthandwerk und Musikwirtschaft bis Presse, Software/Games und Werbung. 2023 arbeiteten rund 81.000 Menschen in etwa 9.800 Unternehmen sowie 16.000 Kleinstbetrieben. Mit einem Umsatz von 4,78 Milliarden Euro erzielt die Branche rund zwei Prozent des Gesamtumsatzes aller sächsischen Unternehmen – knapp hinter dem Maschinenbau und deutlich vor Gastgewerbe und Fahrzeugbau. Typisch sind kleinteilige Strukturen und ein hoher Anteil an Selbstständigen (rund 25.500 Personen, davon 21.000 solo-selbstständig).
Der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V., bisheriger Träger von Kreatives Sachsen und alleiniger Gesellschafter der neu gegründeten GmbH, wurde am 23. Juli 2015 von Kultur- und Kreativschaffenden aus Sachsen gegründet, um als gemeinsames Sprachrohr für die sächsische Kreativszene zu wirken und sich insbesondere für die Bedarfe von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft einzusetzen. Getragen wird der Verein von den regionalen bzw. städtischen Kultur- und Kreativwirtschaftsverbänden Kreative Lausitz, Kreatives Chemnitz, Kreatives Erzgebirge, Kreatives Leipzig, Kreativ Kreis Meißen und Wir gestalten Dresden.