Ortsumfahrung Schönfeld genehmigt
13.02.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Landesdirektion Sachsen hat mit einem Planfeststellungsbeschluss die Ortsumgehung Schönfeld im Landkreis Meißen genehmigt. Der Straßenneubau wird die Bundesstraße B 98 um die Ortschaft herumleiten.
»Mit dem Planfeststellungbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein hin zu mehr Aufenthalts- und Wohnqualität für die Schönfelder Bürgerinnen und Bürger erreicht. Der durch den Ortskern führende Verkehr wird zukünftig südlich vorbeigeleitet. Das bedeutet für die Gemeinde weniger Verkehr und damit weniger Lärm, weniger Abgase und mehr Sicherheit. Zudem erhöht die Ortsumfahrung die Leistungsfähigkeit dieser wichtigen Anbindung der Städte Riesa und Großenhain an die Autobahn 13.« informiert Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen.
Genehmigt ist eine 2.116 Meter lange Neubaustrecke, die südlich um die Ortslage führt. Die Trasse beginnt, aus Richtung Großenhain gesehen, hinter dem Gelände des Betonwerks und endet östlich der Ortschaft auf Höhe des Imbisses an der B 98. Die Straße erhält zwei jeweils 3,50 Meter breite Richtungsfahrbahnen zuzüglich 0,50 Meter breiter Randstreifen. Mit drei Brücken werden die Straße der MTS, der Schönfelder Dorfbach und der Röhrichtteichgraben überquert. Mehrere Wirtschaftswege werden neu gebaut und das Netz der Wirtschaftswege neu geordnet.
Nach Fertigstellung der Ortsumfahrung wird die bisherige Bundesstraße in der Ortslage im Zuge der Großenhainer Straße zur Kreisstraße und im Zuge der Königsbrücker Straße zur Ortsstraße abgestuft. Träger des Vorhabens ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr.
Die B 98 verbindet die Städte Riesa und Großenhain mit der Autobahn 13. Gegenwärtig verläuft sie direkt durch die Ortslage Schönfeld. Dort sind die Anwohner Schadstoff- und Lärmimmissionen ausgesetzt. Die Aufenthalts- und Wohnqualität ist stark beeinträchtigt. Zudem ist die Ortsdurchfahrt der Verkehrsbelastung nicht gewachsen. Die Sichtverhältnisse sind eingeschränkt und die Kurven zu eng. Radfahrer, die auf der Bundesstraße fahren und Fußgänger, die diese überqueren wollen, sind Gefahren ausgesetzt. Der beschränkte Verkehrsraum lässt keine Trennung des Radverkehrs vom Kraftfahrzeugverkehr zu.
Mit dem Neubau sind Eingriffe in Natur und Landschaft, insbesondere Flächenversiegelungen, verbunden. Zu deren Ausgleich ist ein umfangreiches Maßnahmepaket vorgesehen. Dazu zählen die Entsiegelung und der Rückbau nicht mehr benötigter Flächen der alten B 98. Die Brücken über den Schönfelder Dorfbach und den Röhrichtteichgraben werden so gebaut, dass sie von Fischottern, Bibern und Amphibien leicht unterquert werden können. Um Fledermäuse vom Fahrzeugverkehr fernzuhalten, wird die Brücke über den Röhrichtteichgraben mit Blendschutzwänden ausgestattet. Als Ökokontomaßnahmen außerhalb des Baugebietes wurden bereits Flächen in der Gohrischheide entsiegelt. Zudem ist der Bau einer Schutzanlage für Fischotter an der B 98 östlich von Thiendorf vorgesehen.
Der Planfeststellungsbeschluss wird vom 23. Februar bis zum 6. März 2026 in der Gemeinde Schönfeld öffentlich ausgelegt. Die Auslegung wird ortsüblich bekanntgemacht. Zusätzlich wird der Planfeststellungsbeschluss auf der Internetseite der Landesdirektion Sachsen unter https://www.lds.sachsen.de/bekanntmachung (Rubrik Infrastruktur - Bundesstraßen) bereitgestellt.