Innovativ, vernetzt, zukunftsorientiert: Branchengespräch zeigt Potenziale der sächsischen Medizintechnikindustrie
02.02.2026, 15:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Unsere Unternehmen verbinden Ingenieurskunst mit digitaler Innovation«
Rund 7.500 Beschäftigte, 500 Millionen Euro Jahresumsatz und stetiges Wachstum: Die sächsische Medizintechnikindustrie entwickelt sich zu einer Zukunftsbranche im Freistaat. Beim diesjährigen Branchengespräch im Wilsdruffer Werk der B. Braun Avitum Saxonia GmbH diskutierten heute Vertreterinnen und Vertreter von Medizintechnikunternehmen, Forschungsinstituten, Verbänden, Verwaltung und der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) unter Leitung von Wirtschaftsminister Dirk Panter über aktuelle Entwicklungen, Zukunftstrends und Herausforderungen der Branche.
Minister Panter betonte: »Sachsen steht für Hightech, Präzision und Forschungsstärke – Eigenschaften, die die Medizintechnik besonders prägen. Unsere Unternehmen verbinden Ingenieurskunst mit digitaler Innovation, um Produkte zu entwickeln, die weltweit Leben verbessern. Erfolgsentscheidend sind Kooperationen zwischen Forschung, Wirtschaft und Kliniken – diese starken Netzwerke in Sachsen fördern den Weg an eine Spitzenposition in der Medizintechnik der Zukunft.«
Die Schwerpunkte der Branche liegen in der Herstellung von Geräten und Komponenten für Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Implantat- und Robotiksystemen. Besonders stark wachsen Bereiche wie »smarte« Medizintechnik, biomedizinische Materialien und KI-gestützte Assistenzsysteme. Forschungseinrichtungen wie das Else Kröner Fresenius Center for Digital Health (EKFZ) an der TU Dresden und das Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) an der Universität Leipzig treiben Entwicklungen von der Idee bis zur Anwendung voran – für eine innovative, sichere und patientennahe Gesundheitsversorgung der Zukunft.
Dr. Oliver Uecke, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes biosaxony e. V., erklärte: »Medizintechnik ist in Sachsen ein zentraler Innovations- und Wachstumsbereich mit direkter Wirkung auf Versorgung und industrielle Wertschöpfung. Über biosaxony bündeln wir die MedTech-Akteure aus Unternehmen, Kliniken und Forschung und setzen konkrete Transferstrukturen um. Mit der MEDICAL FORGE Leipzig unterstützen wir Medizintechnik-Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen seit 2022 beim Markteintritt und bieten Plattformen für regulatorische Begleitung und klinische Netzwerke. Mit unserer Standorterweiterung nach Chemnitz bauen wir diese Transferkette weiter aus.«
Die Teilnehmenden waren sich einig: Die Medizintechnik ist ein Schlüsselsektor für die Transformation der sächsischen Wirtschaft. Automatisierung, Individualisierung, Digitalisierung und exportorientierte Wertschöpfung stehen im Zentrum der Strategie für kommende Jahre. Besonders die enge Verzahnung von Forschung, Produktion und Kliniken ist ein Alleinstellungsmerkmal Sachsens.
WFS-Geschäftsführer Thomas Horn unterstrich: »Im Rahmen unserer Branchenarbeit setzen wir in der Medizintechnik auf technologieübergreifende Ansätze. Hier spielen u.a. Mikroelektronik, Maschinenbau, Robotik, Software, Textilindustrie und Biotechnologie eine wichtige Rolle, wobei unser Fokus vor allem auf der Vernetzung von Forschung, Industrie und Anwendern liegt. So können neue Produkte, Dienstleistungen und Angebote entwickelt werden, die hier in Sachsen, Deutschland und Europa auf den Markt kommen und damit Arbeitsplätze und Wachstum in unseren Unternehmen sichern und neu schaffen. Und auch bei dieser Markterschließung unterstützen wir. Das nächste Highlight ist dabei bereits in der kommenden Woche der SACHSEN!-Gemeinschaftsstand auf der World Health Expo (WHX), der Weltleitmesse für die Gesundheitswirtschaft, in Dubai.«
Informationen zum Unternehmen B. Braun Avitum Saxonia GmbH
Die B. Braun Avitum Saxonia GmbH ist ein Tochterunternehmen der weltweit tätigen B. Braun Gruppe und Teil des Geschäftsbereichs extrakorporale Blutbehandlung (Dialyse). Das Unternehmen fertigt in Sachsen an drei Standorten im Großraum Dresden – Radeberg, Berggießhübel und Wilsdruff – Dialysatoren als Herzstück der Dialysetherapie. 835 Mitarbeitende entwickeln die Dialysatoren, spinnen die Fasern, formen die Gehäuse und übernehmen Montage sowie Verpackung, sodass wesentliche Schritte der Wertschöpfungskette aus einer Hand kommen. B. Braun Avitum Saxonia bündelt damit am Standort Sachsen Produktion und Weiterentwicklung von Dialysatoren und gehört zu den führenden Herstellern in diesem Segment weltweit. Als Teil der B. Braun Gruppe ist das Unternehmen in ein internationales Netzwerk eines Medizintechnik- und Pharmaanbieters mit mehreren zehntausend Beschäftigten in zahlreichen Ländern eingebunden.