3,2 Milliarden Euro für Sachsens Zukunft: EU-Förderprogramme ziehen Zwischenbilanz

25.01.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Wirtschaftsminister Panter: »Wichtige Impulse für Innovation, Fachkräfte und Klimaschutz«

Positive Zwischenbilanz für die laufende Förderperiode der EU-Strukturfonds ESF Plus, EFRE und JTF in Sachsen: Zahlreiche Projekte sind erfolgreich gestartet, viele bereits umgesetzt und die Nachfrage bleibt hoch. Damit leisten die finanziellen Mittel aus Brüssel einen wesentlichen Beitrag, um Sachsens Wirtschaft zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und den Wandel hin zu einer klimaneutralen und innovationsorientierten Zukunft voranzubringen. Insgesamt stehen in der aktuellen Förderperiode 2021-2027 rund 3,2 Milliarden Euro aus den EU-Fonds für sächsische Projekte zur Verfügung.

»Die EU-Förderung ist für Sachsens Entwicklung unverzichtbar. Gerade in diesen geopolitisch schweren und unsicheren Zeiten, leistet die EU mit ihren Förderprogrammen einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der wirtschaftlichen Aufholprozesse in den EU-Regionen, für die Förderung von Spitzenforschung, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, den Klimaschutz, die Entwicklung von Schwellen- und Entwicklungsländern sowie die Verbesserung der Lebensqualität aller EU-Bürger. Mit Hilfe der EU-Programme setzen wir gezielt wichtige Impulse für Innovation, Fachkräfte und Klimaschutz. Das bedeutet ganz praktisch: Wir sichern Arbeitsplätze, unterstützen den Aufbau neuer Technologien und machen Regionen im Strukturwandel fit für die Zukunft. ESF Plus, EFRE und JTF sorgen dafür, dass gute Ideen Wirklichkeit werden - ob in der Ausbildung, im Labor oder im Unternehmen«, so Wirtschaftsminister Dirk Panter.

ESF Plus: Starke Nachfrage 2025 – gezielte Impulse für Gründungen in 2026

Mit dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) fördert Sachsen Beschäftigung, Qualifizierung und soziale Innovation. Bis Ende 2025 wurden bereits von den zur Verfügung stehenden 590 Millionen Euro rund 350 Millionen Euro bewilligt – rund 62 Prozent des Fördervolumens.

Mehr als 2.400 Projekte sind in Umsetzung, besonders gefragt sind Förderungen für MINT-Fachkräftesicherung und Hochschulkooperationen, wo mehr als drei Viertel der Mittel gebunden sind. Knapp 1.500 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitierten von ESF-Förderungen, insbesondere bei Qualifizierungs- und Innovationsprozessen. Insgesamt nahmen 10.424 Personen an ESF-geförderten Maßnahmen teil (3.348 Frauen, 7.076 Männer).

Aktuelle Beispiele zeigen Wirkung:

• An der TU Chemnitz werden neue Ausbildungsnetzwerke im Maschinenbau aufgebaut, um Nachwuchskräfte in der Region zu halten.

• Das Projekt »AddWasserstoff« bringt mehrere Fachbereiche der TU Bergakademie Freiberg zusammen. Sie forschen gemeinsam an neuen, nachhaltigen Materialien für die Wasserstoff-Technologie.

• Das Projekt »Job-Coaching für Zugewanderte« in Dresden unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und wurde 2025 für seine erfolgreiche Integrationsarbeit ausgezeichnet.

• Das ESF Plus geförderte TANDEM-Programm richtet sich an langzeitarbeitslose Familien und alleinerziehende Eltern, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und gleichzeitig die Bildungswege der Kinder zu verbessern. Mit maßgeschneiderten, vernetzten Hilfeangeboten wird der gesamte Familienhaushalt unterstützt.

Ausblick: Im Jahr 2026 werden die Impulse für Gründungen, Start-ups und Unternehmensnachfolgen verstärkt. Ziel ist es, die Gründungsförderung sichtbarer zu machen und neue Beschäftigungspotenziale zu erschließen.

EFRE: Breite Umsetzung – Klimaschutz und Energie im Fokus der kommenden Jahre

Auch beim Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fällt die Zwischenbilanz positiv aus. Bis Ende 2025 wurden rund 6.000 Projekte umgesetzt oder abgeschlossen – mit einem Fördervolumen von über 1 Milliarde Euro.

Ziel: Forschung, Innovation und KMU
Mit fast 5.000 Projekten und rund 687 Millionen Euro EU-Mitteln werden nachhaltiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in kleinen und mittleren Unternehmen gestärkt. Ein Beispiel mit Strahlkraft ist der Neubau des Beruflichen Schulzentrums für Elektrotechnik in Dresden, der mit bis zu 100 Millionen Euro EFRE-Mitteln zur Umsetzung des European Chips Act und zur Stärkung des sächsischen Halbleiterstandorts beiträgt.

Ziel: Klima, Energie und Resilienz
Mit 450 Projekten und gut 218 Millionen Euro EU-Förderung investiert Sachsen in Klimaschutz, Klimaanpassung, moderne Energiesysteme, Hochwasserschutz, nachhaltige Mobilität sowie die Sanierung und den Neubau öffentlicher Gebäude. Ein Beispiel ist die energetische Sanierung mehrerer Schulgebäude in Zwickau, die Energie spart und die Lernbedingungen verbessert. Oder das »Neue Europäische Bauhaus«, bei dem Nachhaltigkeit, gutes Design und soziale Integration zusammengedacht werden.

Ziel: Nachhaltige Stadtentwicklung
Mit 187 Projekten und gut 66 Millionen Euro EU-Mitteln werden benachteiligte Stadtteile gestärkt, Brachflächen reaktiviert, Freiräume aufgewertet und Gebäude energetisch saniert. Das Programm läuft seit fast zwei Jahrzehnten und hat die Lebensqualität in vielen sächsischen Städten und Gemeinden spürbar verbessert.

Ausblick: Die EFRE-Mittel in den Bereichen Klimaschutz, Energieeffizienz und Resilienz eröffnen Sachsen bis zum Ende der Förderperiode noch erhebliche Spielräume für zusätzliche Projekte, die die Energiewende voranbringen und Standorte zukunftssicher machen.

JTF: Rückenwind für den Strukturwandel

Die EU unterstützt mit dem Just Transition Fund (JTF) Regionen die sich im Strukturwandel befinden. In Sachsen betrifft dies die Lausitz, das Mitteldeutsche Revier und den Raum Chemnitz-Zwickau. Über 1.000 Projekte sind bereits bewilligt, das Fördervolumen überschritt 2025 die Marke von 315 Millionen Euro.

Mit der Business-Angel-Förderung wird die Finanzierungslücke in frühen Gründungsphasen geschlossen und das Startup-Ökosystem belebt. Bisher gibt es 115 Vorhaben mit einem Fördervolumen von rund 22 Millionen Euro. Ein Beispiel ist das Chemnitzer Start-up LIMATICA GmbH, das mit JTF-Mitteln eine innovative Messmethode entwickelt hat, um die Qualitätsprüfung von Batteriezellen zu revolutionieren. Diese Prüfung ist derzeit ein zeitaufwändiger und kostenintensiver Prozess.

Besonders erfolgreich läuft die direkte Unternehmensförderung »Regionales Wachstum«, von der insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen profitieren. Bisher wurden 680 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 84 Millionen Euro gefördert. In der Lausitz entstehen damit z.B. neue Arbeitsplätze durch Investitionen in die Batterie- und Recyclingwirtschaft.

Ausblick: Ab 2026 setzt Sachsen zusätzliche Schwerpunkte bei Kreislaufwirtschaft, Großunternehmensförderung, Klima und Energie. Die anstehende Richtlinienänderung zur Kreislaufwirtschaft ermöglicht künftig Förderquoten von bis zu 90 Prozent.
Zudem ist ein weiterer Förderaufruf im Bereich Klima und Energie zum Thema Fernwärme geplant.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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