Wieder leichte Erdbeben im Vogtland registriert

10.12.2025, 14:59 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Seismogramm Station Wernitzgrün (© LfULG, Seismologieverbund Mitteldeutschland)

Seismogramm Station Wernitzgrün (© LfULG, Seismologieverbund Mitteldeutschland)

Schwarmbeben seit 20. November aktiv

Im Vogtland hat es heute vier leichte Erdbeben gegeben. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bestätigt nach einer vorläufigen Auswertung die höchste Magnitude mit 2,7 auf der Richterskala. Zwei der Beben erreichten eine Magnitude von 2,2 und ein Beben die Magnitude 2,3.

Bei Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten, sie werden aber von Menschen deutlich spürbar wahrgenommen. Das zeigte sich sofort an zahlreichen Spürbarkeitsmeldungen in den Sozialen Netzwerken. Diese stammten vorwiegend aus dem Raum Bad Brambach und Markneukirchen, aber auch aus dem 45 Kilometer entfernten Grünhain-Beierfeld im Erzgebirge gab es Meldungen.

Der Erdbebenschwarm nahe Luby (Tschechische Republik) an der Grenze zu Sachsen ist seit dem 20. November aktiv. Nach einer längeren Ruhephase wurden seit dem Nikolaustag und vermehrt seit gestern Abend zahlreiche Erdbeben registriert. Das stärkste ereignete sich heute um 10:58 Uhr mit einer Lokalmagnitude von 2,7 auf der Richterskala. Um 01:18 Uhr, um 10:42 Uhr und um 13:26 Uhr wurden noch drei weitere deutlich spürbare Erdstöße registriert. Der erste erreichte eine Magnitude von 2,3, die beiden anderen jeweils die Magnitude 2,2. Seit Beginn des Erdbebenschwarms wurden bisher 15 Ereignisse aufgezeichnet, die über einer Magnitude von 2,0 lagen.

Bei den aktuellen Erdbeben handelt sich um den zweiten Schwarm in der Region seit Anfang des Jahres. Zum Jahreswechsel 2024/2025 hatte es vermehrt Beben in der Region Klingenthal gegeben, in der es fast 100 Jahre lang eher ruhig war.

Die Region Vogtland/Nordwestböhmen ist bekannt für Schwarmbeben. Dabei treten in dichter zeitlicher Reihenfolge viele Erdbeben im gleichen Herdgebiet auf. Die letzten größeren Erdbebenschwärme ereigneten sich von Mai bis August 2014, im Juli 2017 und im Mai 2018. Kleinere Schwärme traten zwischen Weihnachten und Silvester 2021 auf.

Die Erdbebenüberwachung in Sachsen erfolgt durch den Seismologie-Verbund Sachsen, der vom LfULG koordiniert wird. Der Verbund betreibt zahlreiche Messstationen in Mitteldeutschland, um die seismische Aktivität in dieser Region zu überwachen. Die Stationen befinden sich im Vogtland, dem Westerzgebirge, in Thüringen und in Sachsen-Anhalt.


Kontakt

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Pressesprecherin Karin Bernhardt
Telefon: +49 351 2612 9002
Telefax: +49 351 4511 9283 43
E-Mail: karin.bernhardt@lfulg.sachsen.de

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