Statement von Ministerpräsident Kretschmer zum »Stahldialog« der Bundesregierung in Berlin
05.11.2025, 16:29 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Dresden (5. November 2025) – Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Bedeutung der Stahlbranche für den Industriestandort Deutschland und die sächsische Wirtschaft betont.
Kretschmer, der am morgigen »Stahldialog« der Bundesregierung in Berlin teilnehmen wird, erklärte vor dem Spitzentreffen:
»Es bringt nichts, nur die Symptome zu bekämpfen – wir müssen endlich an die Ursachen ran. Der Stahl steht sinnbildlich für die Zukunft unserer Industrie: Wenn Energie dauerhaft zu teuer bleibt, wenn Regulierungen wie das Lieferkettengesetz nicht zurückgenommen werden, dann verliert Deutschland seine industrielle Basis.
Der geplante Industriestrompreis ist kein Allheilmittel, sondern wirkt eher wie ein Schmerzmittel – er verschafft kurzfristig Entlastung und sichert Standorte energieintensiver Betriebe. Aber wir brauchen endlich einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis, der nicht jedes Jahr neu verhandelt werden muss, sondern langfristige Planungssicherheit schafft.
Der Stahlgipfel darf kein weiteres Gespräch unter vielen sein. Es geht um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und technologische Souveränität in Europa. Wir dürfen uns nicht in Handelskonflikte hineindrängen lassen, sondern müssen eigene, faire Rahmenbedingungen schaffen. Deutschland und Europa brauchen jetzt eine Industriepolitik, die nicht bremst, sondern wieder Stärke ermöglicht. Nur so bleibt die Stahlproduktion – und damit ein Kern industrieller Wettbewerbsfähigkeit – in unserem Land.«
Im Anhang finden Sie ein gemeinsames Papier zu dem Spitzentreffen im Bundeskanzleramt – verfasst von den Länderchefinnen und -chefs der Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Bremen, Sachsen und Brandenburg.