»Gebautes Vermächtnis – Bewahrtes Gedächtnis. Das Sächsische Denkmalarchiv« Ausstellung imim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen feierlich eröffnet

05.11.2025, 17:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Bautzen, Ansicht der Alten Wasserkunst von der Fischergasse, um 1909, Fotografie Oskar Kaubisch (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

Bautzen, Ansicht der Alten Wasserkunst von der Fischergasse, um 1909, Fotografie Oskar Kaubisch (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Bad Schandau, verschiedene Werkstücke zur Wiederherstellung des Sendigbrunnens aus dem Nachlass von Eberhard Wolf (1938-2024), nach 1998 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Marco Dziallas)

Bad Schandau, verschiedene Werkstücke zur Wiederherstellung des Sendigbrunnens aus dem Nachlass von Eberhard Wolf (1938-2024), nach 1998 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Marco Dziallas)

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Kloster Altzella, Schlussstein wohl aus dem Kreuzgang im Maßstab 1 : 5, Zeichnung von Fritz Rauda, 1920 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

Kloster Altzella, Schlussstein wohl aus dem Kreuzgang im Maßstab 1 : 5, Zeichnung von Fritz Rauda, 1920 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Julius Northoff unter Leitung von Carl Moritz Haenel · Schlosskirche Chemnitz, Aufriss der Nordseite mit Portal · um 1868 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

Julius Northoff unter Leitung von Carl Moritz Haenel · Schlosskirche Chemnitz, Aufriss der Nordseite mit Portal · um 1868 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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»Ortsgeschichtliche Sammlung Blasewitz und Umgegend« in der Plansammlung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Sammlungsschrank, wohl in den 1930er Jahren für Karl Emil Scherz angefertigt, 2019 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Wolfgang Junius)

»Ortsgeschichtliche Sammlung Blasewitz und Umgegend« in der Plansammlung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Sammlungsschrank, wohl in den 1930er Jahren für Karl Emil Scherz angefertigt, 2019 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Wolfgang Junius)

Schatzkammer der sächsischen Denkmalpflege ist geöffnet

Für seine diesjährige Ausstellung rückt das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfD) seine Sammlungen selbst in den Fokus, die im Bereich der Denkmalpflege zu den bedeutendsten Spezialsammlungen in Deutschland zählen. Einer europäischen Idee folgend trug man einzigartige Quellen wie Schriftstücke, Zeichnungen, Bücher, Fotografien, Dokumentationen und Bauteile zu Denkmalen zusammen und gründete 1908 mit Zustimmung des sächsischen Innenministeriums das Königlich Sächsische Denkmalarchiv. Wenige Jahre später übernahm das Landesamt für Denkmalpflege die Obhut, und seither bilden beide eine untrennbare Einheit. Immer stand im Vordergrund, das Kulturdenkmal in seiner Besonderheit und seinem kulturellen Wert zu beschreiben.

Alf Furkert, Sächsischer Landeskonservator: »Das Landesamt für Denkmalpflege war und ist sich von Anfang an bis heute der Bedeutung dieser Schätze bewusst und bewahrt für die Gesellschaft verantwortungsvoll diesen umfangreichsten Wissensschatz zu den sächsischen Kulturdenkmalen über alle Zeiten hinweg, der zudem ohne Kriegsverlust geblieben ist.«

Die Ausstellung präsentiert bislang unbekannte Schätze des Sächsischen Denkmalarchivs und gewährt Einblicke in einen Wissensspeicher, der die Grundlage für die Arbeit am Kulturdenkmal bildet und das Bewusstsein für Denkmale mit bildet. Einzigartige, meist bisher nie gezeigte Bild-, Textquellen und Objekte aus dem 14. bis 21. Jahrhundert zu Kulturdenkmalen aus Sachsen verdeutlichen die Wurzeln der modernen Denkmalpflege und spiegeln die großen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts wider, die eine Hinwendung zu den baulichen Sachzeugen der Vergangenheit bewirkten.

Anhand von 64 Architekturzeichnungen, 108 Fotografien, Postkarten und Dias, 26 Schriftstücken und Dokumentationen, 68 Publikationen sowie 10 Exponaten erhält der Besucher Einblicke in das breite Spektrum der denkmalpflegerischen Arbeit. Die Ausstellung verdeutlicht die Umbrüche im 19. Jahrhundert in Freiberg, Wurzen, Zwickau und Leipzig und zeigt Regotisierungsmaßnahmen in der Schlosskirche Chemnitz um 1868. Die Sammlungstätigkeit ist eng mit der Denkmalerfassung verbunden, die der Königlich Sächsische Altertumsverein unter König Johann von Sachsen bereits 1825 anregte. Erstmals gezeigte Blätter zur Wasserkunst in Bautzen, zu Glocken und zum Meißner Dom verdeutlichen diese Erfassung. Die denkmalpflegerischen Maßnahmen nach 1945 zeigen Dokumentationen zur Villa Sorgenfrei in Radebeul, zur Stiftskirche in Wechselburg, zur Sophienkirche Dresden und zur Wetterfahne vom Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Die Ausstellung ergänzen originale Bauteile wie ein Türblatt der Kirche St. Aegidius in Penig aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhundert, eine Bronzeglocke von 1581 aus dem Ratskeller Radeburg, eine originale Putte des Dresdner Zwingers aus dem 18. Jahrhundert, ein Entwurfsskizze in Öl des Monumentalgemäldes für den Sächsischen Landtag von Hermann Prell aus dem Jahr 1907, eine Vorstudien zu Reliefs aus den 1960er Jahren von Eberhard Wolf sowie ganz aktuell eine in der Bauteilsammlung des LfD bewahrte originale Leuchte der eingestürzten und abgebrochenen Carolabrücke in Dresden.

Hintergrund

Ab den 1840er Jahren entstanden solche Archive in England, Frankreich, Italien und Deutschland, so auch 1908 in Sachsen. Das Sächsische Denkmalarchiv erlitt weder Kriegsverluste noch musste es Unterlagen abgeben. Bis heute bewahrt und pflegt es das Landesamt für Denkmalpflege in seiner Gesamtheit.

Die Sammlung gliederte sich früh in Topografische Registratur, Plansammlung, Bibliothek und Bildsammlung; später kamen Dokumentations- und Diasammlung sowie Bauteilsammlung hinzu. Der Wert der Sammlung zeigt sich daran, dass die Plansammlung 2018 in die Sammlung Frits Lugt »Les Marques de Collections de Dessins & d’Estampes« aufgenommen wurde und in der Föderation deutschsprachiger Architektursammlungen vertreten ist.

Das Sächsische Denkmalarchiv verwaltet gegenwärtig

  • in der Topografischen Registratur: Objektakten zu über 100.000 Kulturdenkmalen mit Informationen zu Schriftwechseln zwischen Verwaltungsinstitutionen, Denkmaleigentümern, Restauratoren und Baufirmen von 1894 bis heute.
  • in der Plansammlung: etwa 70.000 Zeichnungen aus dem 17. bis 21. Jahrhundert,
  • in der Bibliothek: ca. 85.000 Titel zur sächsischen Landes-, Kultur- und Kunstgeschichte, zu Architektur, Technikgeschichte und Gartendenkmalpflege, zu Restaurierungspraktiken sowie zu denkmaltheoretischen Fragen
  • in der Bildsammlung: 30.000 großformatige Glasplattennegative, 75.000 Kleinbildnegativfilme, 50.000 Polyethylennegative, und etwa 50 000 Digitalfotografien
  • in der Dokumentations- und Diasammlung: 18.400 Befund-, Restaurierungs- und Abbruchdokumentationen sowie 38.000 Diapositive
  • in der Bauteilsammlung: etwa 20.000 Exponate wie Bauteile aus Stuck und Stein, Metall, Holz sowie Fragmente von Wand- und Deckenmalereien, Kachelöfen, Ziegel und Fliesen sowie Bauteile aus Glas.

AUSSTELLUNGSBESUCH

Die Ausstellung ist vom 6. November 2025 bis 27. Februar 2026 im Ständehaus Dresden, Schloßplatz 1, Erdgeschoss zu sehen,
geöffnet Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Sonderöffnungszeiten zwischen Weihnachten und Neujahr: am 23., 29. und 30. Dezember 2025 von 10 bis 15 Uhr, vom 24. bis 26. Dezember 2025 und am 1. Januar 2026 geschlossen

Bitte beachten Sie die Sicherheitskontrollen im Ständehaus.

BEGLEITPROGRAMM

VORTRÄGE im Festsaal des Ständehauses
nur mit Anmeldung unter +49 351 48430421 oder presse@lfd.sachsen.de
Mittwoch, 12. November 2025, 16 Uhr
Prof. Dr. Robert Bruck – Ein Leben für die Ordnung der Denkmale
Dr. Konstantin Hermann, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Mittwoch, 14.Januar 2026, 16 Uhr
Denkmal-Visualisierung 3D – Digitale Erstellung verlorener und nicht realisierter Orte und Denkmale
Prof. Dr. Markus Wacker, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Martin Schuster, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Mittwoch, 4. Februar 2026, 16 Uhr
Was Akten berichten – Schlaglichter und Fundstücke im Sächsischen Denkmalarchiv
Tino Simon, Dipl.-Restaurator, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Mittwoch, 18. Februar 2026, 16 Uhr
Von der Langen Lene bis Zum treuen Hunde
Denkmalinventarisation heute – erfassen, erforschen, dokumentieren
Franziska Peker, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
nur mit Anmeldung unter +49 351 48430421 oder presse@lfd.sachsen.de
jeweils mittwochs, 16 Uhr
26. November 2025 | 17. Dezember 2025 | 28. Januar 2026.

Gern vereinbaren wir auf Anfrage für Ihre Gruppe einen individuellen Führungstermin.

PUBLIKATION

POSTKARTENREIHE
Die Postkartenreihe »Gebautes Vermächtnis – Bewahrtes Gedächtnis. Das Sächsische Denkmalarchiv« kann kostenfrei bezogen werden bei:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30, 01127 Dresden,
Telefon: +49 351 21036-71 oder +49 351 21036-72
Telefax: +49 351 21036-81 E-Mail: publikationen@sachsen.de
Link zum Broschürenversand Sachsen

KALENDER
Der Kalender zeigt eine Auswahl der in der Ausstellung gezeigten Objekte. Er ist erhältlich über den Buchhandel und zu bestellen über den
Sandstein Kultur Dresden, Tel.: 0351 4407826, Fax 0351 4407812, verlag@sandstein.de, www.sandstein-verlag.de:

Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (Hrsg.):
»Gebautes Vermächtnis-Bewahrtes Gedächtnis.«
Das sächsische Denkmalarchiv. Kalender 2026
Dresden 2025
Herausgeber: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
28 Seiten, 59 teils farbige Abb.
54 x 45 cm, Spiralbindung
ISBN 978-3-95498-895-2
Buchhandelspreis: 25,00 Euro


Kontakt

Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Pressesprecherin Sabine Webersinke
Telefon: +49 351 48 430 403
Telefax: +49 351 48 430 488
E-Mail: sabine.webersinke@lfd.sachsen.de
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