„Rollende Landstraße“ wird eingestellt

18.05.2004, 16:34 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsen und Tschechien vereinbaren Kündigung

Die Rollende Landstraße (RoLa) zwischen Dresden und dem tschechischen Lobositz wird zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingestellt. Darauf haben sich heute im Prager Verkehrsministerium die Vertreter der Tschechisch-sächsischen Kommission Rollende Landstraße geeinigt. Die außerplanmäßige Sitzung war kurzfristig einberufen worden, weil die Auslastung der RoLa nach dem EU-Beitritt Tschechiens auf unter 10 Prozent gesunken ist. Die Kündigungsfrist der Verträge beträgt drei Monate. Auch unter dem Aspekt der bevorstehenden Bauarbeiten auf der Strecke Pirna – Schöna soll nun der genaue Termin der Einstellung zwischen der Kombi-Verkehr, der Bohemia-Verkehr und den beteiligten Eisenbahnen festgelegt werden.

Gründe für den drastischen Rückgang der Auslastung sind die Liberalisierung des internationalen Strassengüterverkehrs und der Wegfall der Zollkontrollen an den Strassengrenzübergängen. Da beide Seiten keine Perspektive für eine Erhöhung der Auslastung in nächster Zeit sehen, ist der Weiterbetrieb aus finanziellen Gründen nicht mehr darstellbar.

Selbst bei einer Auslastung von 70 bis 80 Prozent wie in den vergangenen Jahren leisteten Sachsen und Tschechien Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 5 bzw. 2,5 Mio Euro pro Jahr. Die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf betrugen im vergangenen Jahr 6,5 Mio. Euro. Bei geringer Auslastung könnte der Betrieb nur mit noch höheren Zuschüssen fortgesetzt werden.

Bis zur Einstellung der RoLa soll die Zahl der täglichen Zugabfahrten verringert und der Fahrpreis gesenkt werden. Die Details werden in den nächsten Tagen festgelegt.

Darüber hinaus waren sich Sachsen und Tschechien einig, gemeinsam zügig eine Nachfolgelösung für den „Huckepack-Verkehr“ auf den Weg zu bringen. Eine Studie zum unbegleiteten kombinierten Verkehr (Container) zwischen Sachsen und Tschechien soll im Juli dieses Jahres vorgestellt werden.


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