Hauptinhalt

Staatsministerin Petra Köpping und Staatssekretär Sebastian Vogel bei der Messe »Jagd & Angeln«: »Die Afrikanische Schweinepest wird nicht heute und morgen bekämpft sein – aber gemeinsam ist es schaffbar!«.

01.10.2022, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Petra Köpping und Staatssekretär Sebastian Vogel nahmen heute an der Eröffnung der Messe »Jagd & Angeln«, Ostdeutschlands größte Messe für diesen Themenbereich, die erstmals rund um die königliche Jagdresidenz Schloss Hubertusburg in Wermsdorf stattfindet, teil und strichen die Rolle der Jägerschaft bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hervor.

Ministerin Köpping: »Bisher ist es uns mit vereinten Kräften gelungen, den Eintrag der Erkrankung in den Hausschweinebestand zu verhindern. Und trotzdem ist die Seuche für Schweine haltende Betriebe existenzbedrohend, da ihnen beispielsweise durch die Lage in Sperrzonen höhere Unkosten entstehen. Daneben alarmiert uns die Ausbreitungstendenz der ASP im Wildtierbestand, die wir mit stetig steigenden Zahlen belegen können. Sie sehen, es bedarf weiterhin großer Anstrengungen, um die schweinehaltenden Betriebe und somit auch die Ernährung der Bevölkerung zu schützen und auch um das qualvolle Sterben der Wildschweine an der Seuche einzudämmen. Mein großer Dank geht daher an die Jägerschaft, die uns mit ihrem Fachwissen und der Ortskenntnis beispielsweise im Rahmen von Fallwildsuchen und der aktiven Reduzierung der Bestände so großartig unterstützt.«

Sebastian Vogel, Leiter des ASP-Krisenstabes: »Ich sage ganz deutlich, dass für eine erfolgreiche Bekämpfung der ASP, indem wir die Infektionsketten unterbrechen, die Schwarzwildbestände im gesamten Freistaat noch stärker reduziert werden müssen. Und das schaffen wir nur gemeinsam mit der Jägerschaft. Ein Meilenstein ist dabei das gemeinsame Jagdprojekt zur verstärkten Bejagung, welches wir kürzlich mit dem Landesjagdverband ins Leben gerufen haben. Es richtet sich ausdrücklich an alle Jägerinnen und Jäger in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, nicht nur an Verbandsmitglieder. Bitte nutzen Sie die Möglichkeiten des Projektes und nehmen Sie die Unterstützung des Verbandes in Anspruch. Klar ist, die ASP wird nicht heute und morgen bekämpft sein. Wir brauchen alle gemeinsam einen langen Atem. Aber ich bin überzeugt, dass es schaffbar ist!«

In Sachsen gibt es seit 31. Oktober 2020 insgesamt 1653 Nachweise von Afrikanischer Schweinepest in den Landkreisen Görlitz, Bautzen und Meißen. Die innere Sperrzone II mit Auflagen für Land- und Forstwirtschaft, Jägerschaft sowie die Öffentlichkeit erstreckt sich mittlerweile von der Elbe bis zur Landesgrenze zu Polen und hat eine Fläche von 5.136 km². Die Pufferzone darum umfasst eine Fläche von 1.798 km². Bisher wurden in den und um die Sperrzonen 469 Kilometer Festzaun und 140 km E-Zaun errichtet, um die Bewegungen des Schwarzwilds und damit die Verbreitung des Virus einzudämmen. Weitere 124 Kilometer befinden sich derzeit im Aufbau, 258 Kilometer in unmittelbarer Bauvorbereitung und in Planung. In der Sperrzone wird intensiv mit Unterstützung von Kadaverspürhunden und Drohnen nach Fallwild gesucht. Ein Jagdprojekt dient der Reduzierung des Schwarzwildbestandes. Der Freistaat Sachsen hat für Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche bisher rund 22 Millionen Euro ausgegeben.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Möglich ist die Übertragung auch durch Nahrungsmittel, für die mit dem ASP-Virus infiziertes Fleisch verarbeitet wurde. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich. Am 10. September 2020 wurde in Brandenburg ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt. Seitdem wurden Ausbrüche in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Niedersachsen festgestellt. In Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden auch bereits Fälle in Hausschweinbeständen nachgewiesen. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich.

Alle aktuellen Informationen zur Afrikanischen Schweinepest: https://www.sms.sachsen.de/aktuelles-6610.html


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55056
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang