Sachsens Synagogen – Eröffnung der Foyerausstellung im smac - Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
25.09.2026, 07:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Ausstellung vom 01.10.-29.11.2026 mit öffentlicher Vernissage am 01.10., 18 Uhr
Ab kommenden Donnerstag, 1. Oktober, zeigt das smac – kurz für: Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz – in seinem Foyer acht Architekturmodelle sächsischer Synagogen. Zur Eröffnung um 18 Uhr wird die Performance »Kantate – Tanz der Wahnsinnigen« aufgeführt. Sowohl die Veranstaltung als auch die Ausstellung sind öffentlich zugänglich und der Eintritt ist frei.
Das smac präsentiert sowohl Ausstellung als auch Performance im Rahmen von TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.
- Ausstellung: 01.10.-29.11.2026
- Eröffnung: Donnerstag, 01.10.2026, 18 Uhr
- Ort: smac, Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz
- Eintritt frei
Die Ausstellung
Die kleine Ausstellung Platz finden – Sachsens Synagogen im Foyer des smac stellt vom 01.10. bis 29.11.2026 acht Modelle von sowohl zerstörten als auch neugebauten oder erhalten gebliebenen Synagogen in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz vor. Darüber hinaus werden virtuelle Modelle der Synagogen in Leipzig und Plauen präsentiert, die von der TU Darmstadt digital rekonstruiert wurden.
Die Ausstellung betrachtet zum einen, welchen Platz die Synagogen in ihren Heimatstädten vor der Shoah einnahmen. Zum anderen beleuchtet sie deren heutige Verortung im Stadtgefüge.
Die Synagogen spiegelten immer auch das Selbstbewusstsein der jeweiligen jüdischen Gemeinden wider – mal waren sie prachtvoll und prominent im Stadtzentrum gelegen, mal eher zurückhaltend ausgestattet und in Seitenstraßen angesiedelt. Die Architektur der Sakralbauten folgte meist den aktuellen Strömungen, entweder des Historismus oder später der Moderne. Teils verwies sie »orientalisierend« auf den Ursprung der Religion.
Es ist der Versuch, einen Verlust präsent zu halten und in eine lebendige Gegenwart und Zukunft einzubringen. Platz finden bleibt eine Aufgabe.
Das Zentrum für Baukultur Sachsen entwickelte die Wanderausstellung für das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026. Das smac ist die erste Station.
Die Eröffnungsveranstaltung
Zur Vernissage am 01.10. wird um 18 Uhr die Performance Kantate – Tanz der Wahnsinnigen (Dauer 45 min.) aufgeführt.
Das musikalisch-lyrische Programm entstand zum 100. Geburtstag von Arnošt Lustig, dem bedeutenden tschechischen Schriftsteller und Holocaust-Überlebenden.
Im Mittelpunkt des Stücks steht ein ausdrucksstarker Dialog zwischen der Rezitation von Arnošt Lustigs bislang unveröffentlichtem Exilgedicht »Ševirat hakelim« (Das Zerschlagen der heiligen Gefäße, hebr.) und der Kantate von J. S. Bach, »Ich habe genug« (BWV 82).
Die zentralen Themen sind der Zerfall der menschlichen Welt, die Funken der Menschlichkeit und die Kraft der Literatur, einschließlich der Poesie als »emotionales Gedächtnis des Menschen«. Die Erinnerung kann zwar die Vergangenheit nicht wiedergutmachen, aber sie kann die Welt, die danach kommt, zum Besseren verändern.
Idee, Drehbuch und Regie stammen von Eva Lustigová, Direktorin und Mitbegründerin der Arnošt-Lustig-Stiftung und Tochter des Autors.
Den musikalischen Part übernehmen die Opernsängerin Marie Kopecká Verhoeven und ein Kammerensemble der Südböhmischen Philharmonie unter der Leitung von Vojtěch Spurný.
Das gesprochene Wort gestalten die Schauspieler Dagmar Pecková, Emil Rovner und Thomas Birnstiel.
Nach der erfolgreichen deutschen Premiere in Leipzig im Rahmen des Bachfestes ist das Programm nun zum zweiten Mal in Sachsen zu erleben.
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Mit besten Grüßen,
Jutta Boehme
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