Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft: Netzwerk sächsischer Klimaschulen wächst um 17 engagierte Schulen

29.01.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Klimaschulkonferenz 2026 im Sächsischen Landtag

Wie kann ich ganz konkret an meiner Schule etwas verbessern und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Diesen Fragen stellen sich immer mehr Schülerinnen und Schüler in Sachsen – und zwar aus eigenem Antrieb, ganz freiwillig und zusätzlich zum normalen Schulalltag.

»Mitreden. Mitmachen. Mitgestalten – für unser Klima!«, so lautet das Motto der heutigen 9. Klimaschulkonferenz im Sächsischen Landtag. Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Alexander Dierks kommen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um das Netzwerk der sächsischen Klimaschulen weiter zu stärken. Die Klimaschulkonferenz ist die zentrale Austauschplattform aller Klimaschulen in Sachsen und wird gemeinsam vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und dem Staatsministerium für Kultus getragen.

Klimaschul-Auszeichnungen von Ellefeld bis Görlitz
Ein Höhepunkt der Konferenz ist die feierliche Auszeichnung von insgesamt 23 Schulen durch Wirtschaftsminister Dirk Panter und Kultusminister Conrad Clemens. Davon treten 17 Schulen dem Netzwerk neu bei, während sechs weitere Schulen nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit rezertifiziert werden. Mit Grundschulen, Oberschulen, Förderschulen, Gymnasien und Berufsschulen sind alle Schularten vertreten – von Ellefeld im Vogtland über Burgstädt in Mittelsachsen bis nach Görlitz. Damit wächst das landesweite Netzwerk auf insgesamt 60 aktive Klimaschulen an.

Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz:
»Die Klimaschulen sind echte Zukunftswerkstätten. Sie zeigen, dass die nächste Generation mit Kreativität und Tatkraft Verantwortung übernimmt. Ob grüne Schulhöfe, clevere Energiesparideen oder technische Innovationen - jede Initiative zählt. Mit ihrem Engagement bewegen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit ihren Lehrkräften spürbar etwas in ihrem direkten Umfeld. Das ist gut fürs Klima, für die Schulgemeinschaft und die Kommunen. In Zukunft wollen wir mit den Klimaschulen neue Brücken zur sächsischen Wirtschaft schlagen, denn wer heute verantwortungsbewusst mit Energie umgeht, gestaltet morgen die nachhaltigen Lösungen beispielsweise im Handwerk mit. Davon profitieren wir alle – ökologisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich.«

Conrad Clemens, Staatsminister für Kultus: »Die heutigen Auszeichnungen sind ein starkes Zeichen für das engagierte Handeln unserer Schulen im Bereich Klimaschutz, Klimaanpassung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schulen gestalten verantwortungsvoll die Zukunft und setzen dabei auf die Innovationskraft junger Menschen. Das Netzwerk der sächsischen Klimaschulen ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bildung und Verantwortung Hand in Hand gehen – heute und für die Generationen von morgen. Deshalb ist es unser Ziel, das Klimaschulnetzwerk in den nächsten Jahren um noch weitere 40 Schulen auf 100 in 2030 anwachsen zu lassen.«

Ziel: verstärkte Vernetzung mit der sächsischen Wirtschaft
Ein neuer Schwerpunkt der Klimaschulinitiative soll künftig in der engeren Zusammenarbeit zwischen Klimaschulen und der sächsischen Wirtschaft liegen. Dazu gehören insbesondere Unternehmen, die in der »Umwelt- und Klimaallianz Sachsen« aktiv sind oder in den Bereichen Energie, Klimaschutz und Klimaanpassung arbeiten. So können engagierte Schülerinnen und Schüler mit nachhaltigen Unternehmen im Freistaat in Kontakt kommen. Etwa durch Praktika und gemeinsame Projekte zur Berufsorientierung im Bereich der »Green Economy« möchte die Initiative zudem einen Beitrag leisten, um Fachkräfte für die ökologische Transformation der sächsischen Wirtschaft zu gewinnen.

Neue Bewerbungen bis zum 31. März 2026 möglich
Die Klimaschulinitiative bildet eine Brücke zwischen Klimapolitik und Schulalltag und passt damit zur sächsischen Landesstrategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ebenso wie zum Nationalen Aktionsplan. Schulen, die mitmachen möchten, können sich bis zum 31. März 2026 bewerben.

Wie es funktioniert, zeigt der Animationsfilm »So geht Klimaschule«. Er erklärt knapp und anschaulich, was eine Klimaschule ausmacht und welche Schritte bis dahin notwendig sind. Dieser kann zur Berichterstattung gern frei verwendet werden.
https://youtu.be/aYNUPwKStKc

Hintergrund

Was macht eine Schule zur Klimaschule?
Eine Klimaschule verpflichtet sich, Klimaschutz und Klimaanpassung als ein Handlungsfeld der "BNE" umfassend und dauerhaft im gesamten schulischen Handeln zu verankern. Der Fachbegriff dafür lautet »Whole-School Approach« – die gesamte Schule, von der Heizungssteuerung bis zum Schulhofprojekt, von der Unterrichtsgestaltung bis zur Lehrerfortbildung, wird einbezogen. Das klingt anspruchsvoll – hat aber viele konkrete und gut umsetzbare Seiten. In Grundschulen gibt es zum Beispiel die »Energiedetektive«, die darauf hinweisen, dass Lichter oder Heizungen ausgeschaltet werden. Zahlreiche Projekte widmen sich Mülltrennung, Upcycling oder dem Anlegen von Blühwiesen. Manche Schulen gehen noch weiter: Sie gestalten ihre Schulhöfe klimafreundlich um oder legen Baumpflanzungen an.

Das Programm trägt zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei und fördert die ganzheitliche Integration von Klimaschutz und Klimaanpassung in den Schulalltag. Schulen, die sich bewerben, entwickeln einen Klimaschulplan für fünf Jahre. Nach dieser Zeit können sie sich rezertifizieren lassen, indem sie neue Schwerpunkte und Maßnahmen festlegen.

Schulen erhalten im Rahmen der Initiative fachliche Beratung und finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung. Des Weiteren stehen den Schulen Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, um sie in ihren Projekten zu unterstützen.

Alle neuen und rezertifizierten Klimaschulen sind in der beigefügten Anlage enthalten.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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