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»Vier Elemente« und »Vier Erdteile« schmücken wieder den Eingang zum Großen Garten

17.09.2021, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Besucher des Großen Gartens in Dresden können sich wieder am Anblick der beiden prächtigen Corradini-Prunkvasen »Vier Elemente« und »Vier Erdteile« erfreuen. Eindrucksvoll flankieren die aufwendig erstellten Marmorkopien auf der Hauptallee im Großen Garten den Zugang von der Lennéstraße. Nach dem Aufbau wurden die imposanten Skulpturen heute von der SIB-Niederlassung Dresden I an die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen übergeben.

Seit Mitte des Jahres 2018 waren insgesamt zehn Bildhauerinnen und Bildhauer aus Dresden, Berlin, Potsdam und Großenhain mit der Kopie der verschiedenen Einzelteile (Vasendeckel, -körper, -kopf, -fuß und -schale) beauftragt. Die handwerklich anspruchsvolle Anfertigung der einzelnen Skulpturenteile erfolgte im traditionellen Punktierverfahren. Wie bereits die Originale aus dem 18. Jahrhundert bestehen auch die Kopien aus Carrara-Marmor. Die Beteiligung vieler Fachleute bei diesem umfangreichen Projekt und der damit verbundene Erfahrungsaustausch förderte die Kunstfertigkeiten der Bildhauerinnen und Bildhauer.

Die Originalvasen entstanden um 1720 bis 1725 in den Werkstätten des venezianischen Bildhauer Antonio Corradini. Im Auftrag August des Starken wurden die Skulpturen von Raymond LePlat auf seiner Reise nach Venedig angekauft. Ab 1729/30 standen die beiden Vasen zunächst am Palaisteich im Großen Garten. Im Jahr 1834 erfolgte die Aufstellung am heutigen Standort an der Hauptallee – als prachtvolles »Eingangstor« für die Besucher des Großen Gartens. Aufgrund der Standsicherheit erfolgte im Jahr 2007 die Demontage, Sicherung und Restaurierung der einzelnen Vasenelemente. Eine Wiederaufstellung der Originalvasen im Außenbereich war auch mit restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen nicht möglich.

Maße (je Vase): ca. 202 / 189 / 153 cm (max. Höhe / Breite / Tiefe)
Gewicht (je Vase): rund 4,5 Tonnen

Hintergrund

Ikonografie »Vier Elemente« und »Vier Erdteile«
Hierbei handelt es sich um eine typische Form der Herrschaftsallegorien der Renaissance und des Barock, deren Ursprung auf die Antike zurückgeht. Mit dem Bildprogramm werden die ideellen Herrschaftsbereiche symbolisiert:
Die Vier Elemente »Erde«, »Wasser«, »Luft« und »Feuer« stehen für die Prinzipien des Festen, Flüssigen, Gasförmigen und glühend Verzehrenden. Die Vier Erdteile sind als die vier Himmelsrichtungen gleichzusetzen, in die sich der Herrschaftsanspruch ausdehnt.

»Skulpturenprogramm im Großen Garten«

Die aufwendige Anfertigung der Kopien ist Bestandteil der Großen Baumaßnahme »Skulpturenprogramm im Großen Garten«, die der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Dresden I, im Auftrag des Freistaates Sachsen durchführt. Die Maßnahme dient der Sicherung und Konservierung des Skulpturenschmucks im Großen Garten. Gleichzeitig soll die Bedeutung des für Sachsen einzigartigen Bestands an Marmorskulpturen im Großen Garten hervorgehoben werden. Im Zuge der Umsetzung wurden in den letzten Jahren die noch vorhandenen 22 Sandstein-Bildwerke, 12 Marmorskulpturen und 26 Sandstein-Postamente des Großen Gartens von Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Denkmalpflegern auf Ihren Zustand hin untersucht und ein Maßnahmenkatalog zu deren Bewahrung erstellt. Für das auf insgesamt 10 Jahre angelegte Skulpturenprogramm stellt der Freistaat Sachsen rund 3,7 Mio. Euro zur Verfügung. Diese Maßnahme wird über Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert.

Der Große Garten Dresden mit dem Palais als erstem Gebäude barocker Baukunst in Sachsen präsentiert sich durch herausragende Marmorskulpturen und Sandsteinbildwerke als einzigartige Anlage. Das Gesamtensemble umfasste neben den Sandsteinwerken bis 1760 mehr als 200 Marmorobjekte, die insbesondere im 7-jährigen Krieg stark beschädigt wurden. Erhaltene Teile sind heute im Besitz des Freistaates in Depots untergebracht sind.

Trotz der wenigen noch im Großen Garten verbliebenen Marmor- und Sandsteinskulpturen lässt sich dieser einmalige Bestand im Freistaat in Qualität und kunsthistorischer Bedeutung mit dem der Parkanlagen in Potsdam Sanssouci oder München Nymphenburg vergleichen. Ursprünglich befanden sich im Großen Garten ausschließlich Werke aus Sandstein.


Kontakt

Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

Pressesprecher Alwin-Rainer Zipfl

Telefon: +49 351 564 97200

Telefax: +49 351 4510991100

E-Mail: presse@sib.smf.sachsen.de

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