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Demokratieministerin Katja Meier mahnt im Bundestag: Echte Chancengerechtigkeit statt gehässiger Ossi- und Wessi-Verniedlichungen

02.10.2020, 10:35 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsens Demokratieministerin Katja Meier hat mehr Chancengerechtigkeit für die Jugend in Ostdeutschland gefordert. Am Vortag des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit rief die Staatsministerin im Bundestag die Ostdeutschen außerdem dazu auf, mehr Selbstwertgefühl und mehr Einfluss zu entwickeln.

Demokratieministerin Katja Meier: »Die Menschen im Osten haben gezeigt, dass sie Systeme verändern können. Die Fähigkeiten der Wendegenerationen – Flexibilität, Durchsetzungsvermögen, Anpassungsfähigkeit – sollten wir nutzen, um Einfluss zu nehmen.«

Selbstwertgefühl sei eine Qualität, die sich die Menschen im Osten neu erarbeiten mussten und müssen. Trotz zahlreicher Widrigkeiten und fehlenden Strukturen schaffen dies die Ostdeutschen. Ein Bewusstsein für diese Leistungen zu entwickeln, ist eine Aufgabe für alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands.

Demokratieministerin Katja Meier: »Wir sind nicht ausgeliefert. Wir können unsere Leben frei gestalten. Seit 30 Jahren haben wir den Beweis. Wir sollten ihn mal wieder aus der Vitrine der Geschichte holen und in die Hand nehmen, ihn spüren und uns erinnern: Ja, das haben wir geschafft. Dann wird uns auch von ganz allein klarwerden, was wir noch alles schaffen können, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen.«

Die Ministerin verwies auf eine weitere wichtige Aufgabe: Den inzwischen 30 Prozent der Bevölkerung, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands geboren wurden, müsse erklärt werden, was damals passiert sei. Zugleich forderte sie echte Chancengerechtigkeit für diese Generation.

Demokratieministerin Katja Meier: »Wir sollten uns um Chancengerechtigkeit für unsere Kinder bemühen, um jene 30 Prozent, die gar nicht wissen, wovon wir eigentlich reden, wenn es um die DDR geht. Die gar nicht verstehen, was ein Wessi, was ein Ossi ist; die einfach nur hören, dass wir uns sprachlich mit gehässigen Verniedlichungsformen überziehen, die uns allesamt einfach nur kleinmachen.«

Die DDR war am 3. Oktober vor 30 Jahren dem Geltungsbereich des Grundgesetzes und damit der Bundesrepublik beigetreten. Der Bundestag erinnert am Vortag der Deutschen Einheit im Rahmen der Debatte »30 Jahre Deutsche Einheit« an die Wiedervereinigung.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Pressesprecher Jörg Herold

Telefon: +49 351 564 15011

Telefax: +49 351 564 16189

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