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Sächsische Forschungseinrichtungen helfen in der Corona-Pandemie mit Bestandteilen für medizinische Ausstattung

06.04.2020, 16:20 Uhr — 1. Korrektur (aktuell)

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Fraunhofer IWS

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow besuchte heute das Fraunhofer IWS

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow besuchte heute das Fraunhofer IWS

Wissenschaftsminister Gemkow besucht Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Partner des Netzwerks Forschungsnetzwerk DRESDEN-concept entwickeln gemeinsam dringend benötigte Hilfsmittel mittels verschiedener Verfahren. Auch 3D-Drucker des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS sind dazu im Einsatz. Hier entstehen Bestandteile von Beatmungsgeräten. Mittels Laserschneiden werden zudem Komponenten für 3D-gedruckte Gesichtsschilde als schnell verfügbare Übergangslösung gefertigt. Außerdem entwickelten die IWS-Forschenden eine Variante der Visiere, die ohne 3D-gedruckte Bestandteile auskommt. Aktuell arbeiten sie mit dem sächsischen Unternehmen Köstler daran, diese kurzfristig in die Fertigung zu übertragen.

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow besuchte heute das Fraunhofer IWS: »Wo sonst Bauteile für Experimente oder neuartige Materialien gedruckt werden, stehen nun Entwicklungen für dringend notwendige Medizinprodukte im Fokus. Ich danke allen Engagierten, am Fraunhofer IWS, aber auch in den anderen Forschungseinrichtungen, die im Verbund DRESDEN-concept zusammenarbeiten und ganz schnell mit eigenen Maßnahmen auf die Bewältigung der Krise reagiert haben.«

»Wir haben nach kurzer interner Absprache entschieden, die Initiative von DRESDEN-concept ebenfalls unbürokratisch und vor allem sofort zu unterstützen«, sagt Prof. Christoph Leyens, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS und Direktor des Instituts für Werkstoffwissenschaft an der TU Dresden. »Die Kosten waren dabei zunächst zweitrangig. Wir springen ein, bis die Industrie mit unserer Hilfe Möglichkeiten gefunden hat, aus eigener Kraft die dringend notwendigen Bauteile bereitzustellen. Helfen könnte auf lange Sicht, dass speziell der sächsische Mittelstand eine finanzielle Unterstützung bekommt, um mit Hilfe der Forschungsinstitute Innovationen vorzubereiten – als Sofortmaßnahme und für die Zeit nach der Krise.«

Ende März hatte DRESDEN-concept darüber informiert, mit 3D-Druckprodukten bei möglichen Lieferengpässen von medizinischen Bedarfsteilen auszuhelfen. Zahlreiche Forschungseinrichtungen und Firmenvertreter aus Sachsen hatten sich gemeldet. Mehr als 50 3D-Drucker aus Dresdner und Leipziger Forschungseinrichtungen stehen nun zur Verfügung. Industrieunternehmen aus ganz Sachsen beteiligen sich ebenfalls intensiv an diesem Vorhaben. Ausgehend von Open Source-Dokumenten zur Herstellung von Gesichtsschilden entwickelten Wissenschaftler des Uniklinikums Dresden, Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden e. V., Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik und der TU Dresden gemeinsam mit Mitarbeitern der Dresdner Kliniken Passformen, die auch bei einer dauerhaften Benutzung einen angenehmen Tragekomfort bieten. Die 3D-Druckdaten sind über die Seiten des biosaxony e. V. und DRESDEN-concept kostenlos für jedermann abrufbar.

Die in der Kooperation der Dresdner Wissenschaftseinrichtungen entstandenen Komponenten können an vier Sammelstellen in Dresden abgegeben werden. Sie werden dort regelmäßig vom TU Dresden-Fahrdienst abgeholt und an die Zentrale Krankenhausleitstelle am Uniklinikum gebracht. Für den Raum Leipzig bereitet biosaxony ein ähnliches System vor.


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