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Sächsischer Museumspreis 2019 geht an Museum Naturalienkabinett Waldenburg

23.09.2019, 18:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: »Neue Sichten auf scheinbar Bekanntes«

Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange hat heute den siebten Sächsischen Museumspreis überreicht. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Museum Naturalienkabinett Waldenburg. Außerdem wurden zwei Spezialpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro verliehen. Sie gingen an das Städtische Museum Zittau für die hervorragende Restaurierung, Erforschung und Ausstellung der Zittauer Epitaphiensammlung und an das Deutsche Damast- und Frottiermuseum Großschönau für die innovative Vermittlung des technischen Erbes mit der Gesellschaft vor Ort. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: »Das Waldenburger Naturalienkabinett ist ein erstaunliches Relikt der frühen Museumsgründungen in Sachsen, in dem Universalgelehrtentum und Wissenschaftsgeschichte verständlich werden. Sammeln und Forschen sind Kulturtechniken. Angesichts des Generationswechsels an vielen Museen stehen wir vor der Herausforderung, wie die Expertise und das Wissen um die Objekte an kommende Generationen weitergegeben werden kann. Neue Möglichkeiten bietet das »Digitale Sammlungsmanagement«, das am 1. September 2019 an der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen seine Arbeit aufgenommen hat und vor allem zahlreiche kleinere und mittlere Häuser unterstützen kann. Doch entscheidend bleiben die Menschen, die mit Kreativität und ihrem besonderen Wissensschatz stets neue Sichten auf scheinbar Bekanntes und Gesammeltes entwickeln.«

Das Waldenburger Naturalienkabinett zählt zu den ältesten in annähernder Geschlossenheit erhaltenen Museen seiner Art in Deutschland. Kernstück ist die unter Denkmalschutz stehende Sammlung von zum Teil einzigartigen Naturalien, Kunstwerken und Kuriositäten aus dem Nachlass der Leipziger Apothekerfamilie Linck, die diese im 17. und 18. Jahrhundert zusammentrug. Die Jury würdigte die gelungene Präsentation eines Museums im Museum: »Die Linck-Sammlung wurde unter Bewahrung ihrer historischen Anmutung etwa mit originalen Möbeln und Beschriftungen modern und verständlich überarbeitet und präsentiert. Dieser Spagat gelingt äußerst selten.«

Das Städtische Museum Zittau, Träger eines der beiden Spezialpreise, präsentiert seit Juli 2017 den einzigartigen »Zittauer Epitaphienschatz« dauerhaft in der Klosterkirche. Zittauer wohlhabende Kaufleute und auch einfache Handwerker ließen im 16. und 17. Jahrhundert in den Zittauer Kirchen reich gestaltete und mit Bildern versehene Grabdenkmäler errichten. Die Bildwerke geben einen Einblick in die Glaubensvorstellungen der evangelisch-lutherischen Bürgerschaft Zittaus nach Einführung der Reformation.

Das Deutsche Damast- und Frottiermuseum Großschönau, ebenfalls Träger eines Spezialpreises, bewahrt die einzigartige örtliche Textilgeschichte. Von Großschönau ausgehend verbreiteten sich zwei besondere textile Herstellungsverfahren in ganz Deutschland: 1666 wurde hier die kunstvolle Damastweberei eingeführt, 1856 kam die Frottierweberei in den Ort. Die Jury betonte insbesondere das hervorragende Zusammenwirken und gemeinsame Engagement von Förderverein, Stadt, Bürgerinnen und Bürgern und Museum.

Laut Ausschreibungstext wird der Sächsische Museumspreis an nichtstaatliche Museen in Anerkennung der Pflege und der Profilierung der sächsischen Museumslandschaft und für beispielhafte Leistungen verliehen. Er ist zugleich Ausdruck der großen Wertschätzung der Öffentlichkeit für die Museen im Freistaat Sachsen und ein Dank an die engagierten Mitarbeiter sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Museen mit Einsatz, Idealismus und Sachkenntnis unterstützen und damit auch das farbenprächtige Mosaik der sächsischen Museumslandschaft pflegen und entwickeln.

Ratgeber und Förderer der mehr als 400 nichtstaatlichen Museen in Sachsen ist die Sächsische Landesstelle für Museumswesen, angegliedert bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen hat im vergangenen Jahr mit Mitteln des sächsischen Kunstministeriums 77 Projekte in Museen in kommunaler oder gemeinnütziger privater Trägerschaft zum großen Teil im ländlichen Raum gefördert. Mit rund 815.000 Euro wurden beispielsweise Bilder restauriert oder angekauft und Ausstellungen neu gestaltet.

Eine Förderung haben im Jahr 2018 erhalten:

  • Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz
  • Museum Bautzen
  • Kunstsammlungen Chemnitz, Schlossbergmuseum, Museum für Naturkunde, Sächsische * Industriemuseums, Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V. – alle in Chemnitz
  • Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau,
  • Museum Karrasburg Coswig
  • Museum Barockschloss Delitzsch
  • Heimatmuseum Dohna,
  • Carl-Maria-von-Weber-Museum,
  • Dresden: Stadtmuseum, die Städtische Galerie, das Verkehrsmuseum und

die Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

  • Stadtmuseum Eilenburg
  • Museum und Kunstsammlungen Schloss Hinterglauchau Glauchau
  • Görlitz: Kulturhistorisches Museum, Schlesisch-Oberlausitzer

Museumsverbund gGmbH

  • Museum Alte Lateinschule Großenhain
  • Deutsches Damast- und Frottiermuseum Großschönau
  • Museum Steinarbeiterhaus Hohburg
  • Konrad-Zuse-Museum Hoyerswerda
  • Kamenz: Städtische Museen und das Museum der Westlausitz

Zudem wurde die kurzfristige Auflage einer neuen Förderlinie zu Inklusionsmaßnahmen von nichtstaatlichen Museen sehr gut angenommen. Zahlreiche Museen haben sich auf den Weg zum »Museum für alle« gemacht.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Andreas Friedrich

Telefon: +49 351 564 60200

Telefax: +49 351 564 60299

E-Mail: andreas.friedrich@smwk.sachsen.de

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