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22.05.2019, 15:46 Uhr

Landtag stimmt gegen GRÜNEN-Initiative zur Recherche von NS-Raubgut an sächsischen Bibliotheken

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste hilft auch öffentlichen Bibliotheken bei der Herkunftsrecherche ihrer Bestände“

„Seit 2015 führt das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste in Magdeburg als gemeinsame Institution von Bund, Ländern und Kommunen eine Datenbank namens „Lost Art“, in der alle Objekte, Sammlungsstücke, Bücher, die als NS-Raubgut in den Institutionen gefunden werden, aufgelistet sind“, erklärt Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange heute im Sächsischen Landtag zum Antrag der Grünen-Fraktion, eine zusätzliche Koordinierungsstelle für die Provenienzrecherche der kommunalen Bibliotheken einzurichten und ein weiteres Forschungsprogramm zu starten. Ministerin Stange betont: „An den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben wir seit 2007 das Rechercheprojekt Daphne. Dieses unterstützen wir mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt hat der Freistaat bereits rund 40 Millionen Euro in Projekte zur Provenienzforschung investiert. Daneben stehen die Förderinstrumente des Magdeburger Zentrums für Kulturgutverluste zur Verfügung. In der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek SLUB laufen die Fäden der Bibliotheken in Sachsen informell in einer AG Provenienzforschung zusammen.“ Die Ministerin unterstreicht: „Die vorhandenen Instrumente zeigen, dass wir uns unserer historischen Verantwortung sehr wohl bewusst sind, indem wir die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben ermitteln, um neben Kunstwerken auch Druckerzeugnisse zurückgeben zu können, wenn sie während der NS-Herrschaft geraubt worden waren. Dass wir mit diesem Vorgehen erfolgreich sind, zeigt die Tatsache, dass aktuell gerade die Rückgabe von 39 Büchern an 6 Erben der einstigen Eigentümer vorbereitet wird. Jede dieser Rückgaben ist für die Erben ein emotional außerordentlich bewegender Prozess.“

Alle Erkenntnisse aus den sächsischen Rechercheprojekten würden zusammen in die Dokumentation an zentraler Stelle für die Herkunftsforschung in Magdeburg einfließen. Recherche sei das eine, das Finden der rechtmäßigen Eigentümer und Erben das Andere. Das könne nicht jedes Land für sich im Alleingang organisieren und eine eigene Datenbank anlegen. Dafür gebe es die Datenbank „Lost Art“, in der sich die internationale Anwälte informieren, ob mutmaßliches Eigentum ihrer Mandanten dort auftaucht, so Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange. Das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste stelle Mittel zur Verfügung, um auch öffentliche Bibliotheken bei der Provenzienzrecherche zu unterstützen. Diese müssten die Mittel aber auch beantragen z.B. für sogenannte „Erstchecks“ in den Einrichtungen oder dann, wenn der begründete Verdacht besteht, dass NS-Raubgut in den Beständen sein könnte“, fordert die Ministerin.

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