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13.05.2019, 12:05 Uhr

Gesundheitsministerin Klepsch stellt umfangreiches Paket für die Pflege vor

Sachsen will Pflegewohngeld einführen und Eigenanteile für Pflegebedürftige begrenzen

Mit einem umfassenden Pflegepaket will Gesundheitsministerin Barbara Klepsch die Pflege in Sachsen verbessern. Das Pflegepaket sieht insgesamt zehn Kernpunkte vor. So sollen mit einem Landesinvestitionsprogramm unter anderem die Eigenanteile der Pflegebedürftigen an den Investitionskosten begrenzt und Investitionen in der ambulanten und stationären Pflege gefördert werden. Sachsen will dazu in Abstimmung mit dem Bund ein Pflegewohngeld einführen. Mit dem Pflegepaket greift die Ministerin die Forderungen aus der Praxis auf und stellt die Weichen für spürbare Veränderungen.

„Unser Ziel ist eine bezahlbare Pflege mit hoher Qualität. Wir müssen Pflegekräfte in ihrer Arbeit unterstützen, den pflegenden Angehörigen zur Seite stehen und uns stärker an der Finanzierung von Pflege beteiligen, damit Kostenerhöhungen nicht einseitig bei den Versicherten abgeladen werden“, sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

Mit dem Paket sollen die Pflegekräfte deutlich gestärkt werden. Das Gesundheitsministerium wird deshalb den Sächsischen Pflegerat künftig finanziell fördern. Dafür wird der Aufbau einer Geschäftsstelle unterstützt. Weiterhin wird das Gesundheitsministerium den Führerscheinerwerb für Auszubildende und Pflegekräfte in der ambulanten Pflege finanziell fördern. Zudem sollen die rechtlichen Voraussetzungen für die Kommunen geschaffen werden, um Parkerleichterungen für ambulante Pflegedienste zu ermöglichen. Weiterhin setzt sich Sachsen intensiv für einen einheitlichen Tarifvertrag aller Pflegekräfte beim Bund ein.

Darüber hinaus soll für die pflegenden Angehörigen ein Landesnetzwerk aufgebaut werden. Damit werden Angehörige besser beraten, unterstützt und können sich austauschen.

„Wir haben mit dem Pflegepaket zahlreiche Forderungen aus den Pflegedialogen und dem Enquete-Bericht zur Pflege aufgenommen und ich bin sicher, dass wir damit zu spürbaren Veränderungen kommen. Es geht darum, neue Wege in der Pflege zu ermöglichen, pflegenden Angehörigen den Rücken zu stärken und der Gefahr der Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken. Letztlich sollen alle aufgeführten Bausteine den Pflegebedürftigen selbst zugutekommen“, so Ministerin Barbara Klepsch abschließend.

Darüber hinaus entwickelt das Gesundheitsministerium gemeinsam mit Pflegeschülern eine Imagekampagne, damit die gesellschaftliche Bedeutung von Pflegeberufen stärker ins Bewusstsein gelangt.

Das „Pflegepaket Sachsen“ ist im Internet unter www.pflegepaket.sachsen.de abrufbar.

Hintergrund und Zahlen zur Pflege in Sachsen:

An den regionalen Pflegedialogen hatten sich mehr als 600 Akteure im Pflegebereich sowie Betroffene und Angehörige beteiligt. Es wurden mehr als 450 Anregungen, Ideen und Forderungen eingebracht. Der Dialog soll nun mit Pflegeschülern fortgesetzt werden.

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist allein zwischen 2005 und 2015 um 39 Prozent auf 166.792 angestiegen, 2017 lag sie bereits bei rund 204.000, Tendenz weiter steigend.

Die wirtschaftliche Lage der Pflegebedürftigen in Sachsen ist vergleichsweise gut. Im Freistaat kamen zuletzt auf 100.000 Einwohner lediglich 419 Empfänger von Hilfen zur Pflege, allerdings kann sich auch diese Zahl erhöhen. Positiv: Die Zahl der Nachbarschaftshelfer stieg allein zwischen 2015 und 2018 von 529 auf nunmehr 1.552.

In Sachsen arbeiteten Ende 2017 insgesamt 68.085 Pflegekräfte bei 1.121 Pflegediensten und in 970 Pflegeheimen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten stieg gegenüber 2015 um 8,6 Prozent. Die Mehrzahl der in der Pflege Beschäftigen sind Frauen – im ambulanten Bereich 87,4 Prozent und im stationären Bereich 82,7 Prozent.

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