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13.05.2019, 14:00 Uhr

874.000 Euro aus ehemaligem SED-Vermögen für künftige Gedenkstätte Sophienkirche in Dresden

Kunstministerin und Finanzminister übergeben Zuwendungsbescheid an Bürgerstiftung

Mit 874.000 Euro unterstützt der Freistaat die Bürgerstiftung Dresden bei der Fertigstellung der Busmannkapelle, die als Gedenkstätte an die Zerstörung der Sophienkirche erinnern wird. Die Mittel stammen aus dem Vermögen ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Mittel). Die Gelder sind vorgesehen für die abschließende Fertigstellung des Innenausbaus, insbesondere des gesamten Untergeschosses und des Fußbodenaufbaus des Erdgeschosses. Damit werden mit den Mitteln die voll-ständige technische Gebäudeausrüstung und die barrierefreie äußere Erschließung realisiert. Aufgrund der großen Bedeutung des Bauvorhabens für die Erinnerungskultur Dresdens wird der Freistaat die Errichtung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche mit PMO-Vermögen und Mauerfondsmitteln in einer Gesamthöhe von über 2 Millionen Euro gefördert haben.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Wir setzen die einstigen SED-Gelder gezielt dafür ein, Gedenkstätten im Freistaat zu lebendigen Orten des Erinnerns zu gestalten. Dies trifft bei der Busmannkapelle in besonderem Maße zu. Sie wird am ursprünglichen Standort nicht nur an die Zerstörung der Sophienkirche durch die Bombardements der Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs, sondern auch an die ursprüngliche städtebauliche Struktur Dresdens erinnern. Damit wird sich die Gedenkstätte so-wohl an die jungen Dresdner als auch an die Gäste aus aller Welt wenden, um an die von deutschem Boden ausgegangenen Verbrechen und ihre Folgen zu erinnern.“

Finanzminister Dr. Matthias Haß ergänzt: „Der Freistaat Sachsen hat im vergangenen Jahr rund 62 Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR erhalten. Mit diesen Mitteln können zahlreiche zusätzliche Vorhaben in den Bereichen Erinnerungskultur und Gedenkstätten, Tourismus und der sächsischen Museumslandschaft umgesetzt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Projekten, die sich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigen. Allein in die Gedenkstättenförderung fließen 16 Millionen Euro. Die Bürgerstiftung Dresden kann nun im Stadtzentrum ein Erinnerungsprojekt vollenden, das in Dresden einen hohen emotionalen Stellenwert besitzt. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für einen aktiven Umgang mit der Vergangenheit und gibt dem öffentlichen Gedenken und Erinnern einen würdigen Rahmen.“

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Glaser betont für die Bürgerstiftung Dresden: „Die Busmannkapelle war eine von der Dresdner Patrizierfamilie Busmann gestiftete Seitenkapelle der um 1400 gebauten Sophienkirche. Die Kirche wurde samt Anbauten bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 zerstört. Die Bürgerstiftung Dresden organisiert die Rekonstruktion der Kapelle in moderner Form am ursprünglichen Standort, ihre künftige Nutzung als Erinnerungsort an die zerstörte Sophienkirche und wirbt dafür Fördermittel und Spendengelder ein.“

OLKR i.R. Harald Bretschneider dankt von Herzen im Namen von Bürgerstiftung und Fördergesellschaft für die große finanzielle Unterstützung aus PMO-Vermögen, die die Fertigstellung der Gedenkstätte in greifbare Nähe rückt. „Die ehemalige Klosterkirche wurde 1602 als evangelische Sophienkirche geweiht. Die Namensgebung erfolgte nicht, weil die damalige Kurfürstin Sophia hieß, sondern weil Menschen die ‚himmlische‘ Weisheit‘ brauchen“, so Harald Bretschneider. Die Gedenkstätte wird genutzt werden, um an die kulturellen und christlichen Werte zu erinnern, sie zu bewahren und das Thema Versöhnung lebendig zu machen.

Aus PMO-Mitteln unterstützt des SMWK außerdem:

– KZ-Gedenkstätte Sachsenburg, Stadt Frankenburg
– Sorbisches National-Ensemble, Bautzen
– Gedenkstätte Runde Ecke, Leipzig
– Sportmuseum Leipzig
– Karasek-Museum, Seifhennerdorf
– Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V., Chemnitz
– Gedenkstätte Bautzner Straße, Dresden
– Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle, Dresden
– Gedenkstätte Großschweidnitz
– Staatliches Archäologisches Museum Chemnitz – smac
– Sächsische Staatstheater Dresden

Hintergrund:
Nach der deutschen Wiedervereinigung verwaltete die Treuhandanstalt das Vermögen von SED und anderen Massenorganisationen der DDR. Man ging von einem Vermögen von mindestens 1,6 Milliarden Euro aus. Die SED, aber auch andere Parteien hatten Teile ihres Vermögens über Scheinfirmen auf Schweizer Banken transferiert. In einem jahrelangen Rechtsstreit unter Regie der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS), die vom Bundesfinanzministerium als Treuhandnachfolge eingesetzt worden war, wurde auf die Herausgabe dieser Mittel geklagt. Diese werden auf Basis der Einwohnerzahl (Königsteiner Schlüssel) auf die ostdeutschen Bundesländer verteilt. Gemäß Einigungsvertrag dürfen diese Mittel nicht wahllos vergeben werden. Die ostdeutschen Länder müssen das Geld für Maßnahmen der wirtschaftlichen Umstrukturierung oder für investive oder investitionsfördernde Maßnahmen im sozialen und kulturellen Bereich einsetzen.

Diese Maßnahmen werden mitfinanziert mit Steuermitteln durch den von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalt.

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