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09.04.2019, 14:00 Uhr

Kunstministerin übergibt Zuwendungsbescheid an Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.

Dr. Eva-Maria Stange: „Junge Menschen sollen sich authentisches Bild von vielfachem Unrecht machen können"

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange übergibt dem Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. einen Zuwendungsbescheid über 163.000 Euro. Mit der Unterstützung durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst kann die Planung der Ausstellung und des Hochbaus entsprechend dem 2018 erarbeiteten Nutzungs- und Betriebskonzept für einen Lern- und Gedenkort im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis fortgeführt werden. Ziel ist es, im Sommer 2019 einen Antrag zur Einrichtung der geplanten Dauerausstellung bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vorzulegen und damit die Finanzierung des Ausbaus des Erinnerungsortes zu vervollständigen. Die Gelder ermöglichen dem Trägerverein die nächsten planerischen Schritte. Sie unterstützen die Steuerung des Gesamtprojekts sowie die Vorbereitungen weiterer Drittmittelanträge. Für die Realisierung des auf ca. 3,1 Mio. Euro geschätzten Konzepts hatte die Staatsregierung bereits im August 2018 per Kabinettsbeschluss zwei Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bewilligt. Die Stadt Chemnitz hat eine Erhöhung der Übernahme von Betriebskosten ab Eröffnung des Lernortes in Aussicht gestellt sowie weitere investitionsfördernde Mittel. Die Eröffnung des Lern- und Gedenkorts ist für 2021 geplant.

„Mein Ministerium unterstützt die Einrichtung eines Lern- und Gedenkortes Kaßberg-Gefängnis, weil dies sowohl zur Zeit des Terrors der Nationalsozialisten, als auch während der sowjetischen Besatzungszeit und während der SED-Diktatur – hier vor allem durch den Freikauf von 33.000 Gefangenen des SED-Staates durch die Bundesrepublik Deutschland - ein Ort der Unterdrückung und der Entrechtung war“, erklärt Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange. Sie betont: „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen ein möglichst authentisches Bild von diesem vielfachen Unrecht machen können. Ich danke dem Verein sehr für sein großes Engagement. Wir werden die weitere Entwicklung des Gedenkortes auch mit Mitteln aus ehemaligem SED-Vermögen unterstützen. Es ist ein wichtiges Signal, wie wir mit unserer jüngeren Geschichte umgehen, wenn ehemalige SED-Gelder jetzt für die Aufarbeitung der SED-Diktatur eingesetzt werden, indem sie in Gedenkstätten wie das einstige Kaßberg-Gefängnis fließen.“

  • Hintergrund:

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 setzt sich der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. dafür ein, auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt Kaßberg in Chemnitz, der zentralen Durchgangsstation für die von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland freigekauften politischen Häftlinge, einen Lern- und Gedenkort einzurichten.

Im Jahr 2017 realisierte der Verein mit Mitteln der Stiftung Sächsische Gedenkstätten einen Gedenkort in einem Teil der originalen Außenmauer der Gefängnisanlage. Staatsministerin Frau Dr. Eva-Maria Stange besichtigte das ehemalige Kaßberg-Gefängnis im Juni 2017 erstmalig. Der neue Eigentümer CEGEWO stellte im selben Jahr den Hafttrakt B zur Errichtung eines Lernortes zur Verfügung.

In 2018 entwickelte der Verein unter Leitung des Projektentwicklungs- und Ausstellungsbüros „beier+wellach projekte“ ein Nutzungs- und Betriebskonzept zur Errichtung eines Lern- und Gedenkorts auf 1.800 qm Nutzfläche im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis, woraufhin die Sächsische Staatsregierung zwei Millionen Euro aus dem PMO-Vermögen (Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR) zur Realisierung des auf ca. 3,1 Mio. Euro geschätzten Konzepts zur Verfügung stellt.

Im Jahr 2019 finanziert die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zudem die inhaltliche Feinkonzeption der geplanten Dauerausstellung sowie die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein Dokumentationsprojekt zur Durchführung von 20 lebensgeschichtlichen Interviews mit Zeitzeugen. Die Eröffnung des Lernortes ist für 2021 geplant.

Das Vorhaben wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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Archivwesen, Bau, Immobilien, Denkmalpflege, Gedenkstätten, Justiz, Kunst & Kultur
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