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05.04.2019, 15:00 Uhr

Zweisprachige Roma-Wanderausstellung in Prag eröffnet

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Gleichberechtigtes Miteinander von Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten“

Im Prager Haus der nationalen Minderheiten ist heute eine in grenzüberschreitender Zusammenarbeit erstellte Roma-Wanderausstellung eröffnet worden. Sachsens Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange würdigte das Projekt als Beitrag zur Stärkung des europäischen Wertefundaments im Umgang mit Minderheiten: „Im Ergebnis der jüngeren europäischen Geschichte und insbesondere der deutschen Verantwortung ist die Minderheitenfrage noch immer aktuell. Es ist ein menschliches Anliegen und eine Notwendigkeit, der Verständigung zwischen den Nationalitäten zu dienen und dabei zu helfen, die Vorurteile der Bürger zu einigen ethnischen Gruppen und Nationalitäten zu überwinden.“

Die Ausstellung wurde im Vorfeld des Internationalen Tags der Roma eröffnet, der seit 1990 am 8. April mit weltweiten Aktionen begangen wird, um auf die Situation der Roma aufmerksam zu machen. Dr. Eva-Maria Stange: „Immer wieder gibt es Vorurteile, Nichtwissen, Fremdheit, Diskriminierung und Anfeindungen. Das ist in Sachsen und anderen Teilen Deutschlands und auch in Tschechien das oft noch immer beklagenswerte Schicksal der Sinti und Roma. Menschen, die sich angesichts der massenhafte Ermordung von Sinti und Roma in den Vernichtungslagern des nationalsozialistischen Deutschlands verantwortlich fühlen, dass diese ethnische Minderheit gleichberechtigt in unseren Gesellschaften leben kann, verdienen größte Hochachtung.“
Auf 27 Tafeln widmet sich die Ausstellung der Herkunft der Roma in Mähren und Böhmen, dem Völkermord an Sinti und Roma während der NS-Zeit und auch den während der deutschen Annexion im Protektorat unter tschechischer Regie betriebenen Konzentrationslagern Lety und Hodonín. Gleichzeitig wird der Blick in die Gegenwart gelenkt. Es werden Roma vorgestellt, die sich heute aktiv in die tschechische Gesellschaft einbringen, und neue Möglichkeiten aufgezeigt, wie etwa die Modellstadt Děčín mit ihrem Roma-Zentrum. Kunstministerin Dr. Stange: „Dieses Beispiel vorbildlicher europäischer Minderheitenpolitik durch Integration in die tschechische Mehrheitsgesellschaft unter Erhalt der besonderen Roma-Kultur findet auf deutscher Seite positiven Widerhall. Die Sächsische Staatsregierung steht über ihre Gedenkstättenstiftung in gutem Kontakt zu dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg und förderte in der Vergangenheit über diese Stiftung auch Projekte zu diesem Thema.“
Die zweisprachige Roma-Wanderausstellung wurde gemeinsam von der SPD-AG Euroregion Elbe-Labe und dem Roma-Verein Indigo Děčín erstellt. Sie ist zu sehen vom 6. bis 30. April 2019 (montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr) im Haus der nationalen Minderheiten in Prag, Straße Vocelova 3, Prag 1 .

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