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19.12.2018, 11:32 Uhr

„Zustand des sächsischen Waldes besorgniserregend“

Die Witterungsextreme 2018 und ihre Folgen haben dem Wald in Sachsen enorm zugesetzt

„Wir erleben in diesem Jahr die verheerendsten Waldschäden in Sachsen seit der Wiedervereinigung.“ Dieses Fazit zog Umweltminister Thomas Schmidt heute (19. Dezember 2018) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2018 in Dresden. „Die Waldzustandserhebung vom August spiegelt diesen Befund in Form des seit Beginn der Erfassung im Jahr 1991 höchsten Wertes für den mittleren Nadel-/Blattverlust eindeutig wider“, erläuterte der Staatsminister. „Erst fielen den starken Winterstürmen „Herwart“ und „Friederike“ rund 2,5 Millionen Kubikmeter Schadholz zum Opfer. Danach musste der sächsische Wald lange Hitzephasen und eine die ganze Vegetationsperiode andauernde Dürre ertragen." Folgerichtig hätten sowohl die großen Mengen Wurf- und Bruchholz als auch die durch lang anhaltende Trockenheit geschwächten Bäume ideale Bedingungen für eine massive Vermehrung der Borkenkäfer geboten. Allein deren wichtigster Vertreter, der Buchdrucker, habe im Jahr 2018 zu Schäden an der in Sachsen häufigsten Baumart Fichte in Höhe von mehr als einer halben Million Kubikmeter Schadholz geführt.

Landesforstpräsident Professor Dr. Hubert Braun ergänzte: „Waldschäden durch Borkenkäfer werden uns auch im kommenden Jahr intensiv begleiten. Sollten die Niederschläge im Frühjahr und Sommer wieder ausbleiben, drohen sogar noch größere Schäden als in diesem Jahr." Deswegen appellierte Staatsminister Schmidt an alle Waldbesitzer: „Wir stehen vor einer sachsenweiten Herausforderung. Nehmen Sie die Verantwortung für Ihren Wald und damit für Ihr Eigentum wahr." Wichtig sei jetzt, weitere Schäden möglichst zu minimieren. Dafür müsse die Vermehrung der Borkenkäfer, soweit es geht, gestoppt werden. „Dafür müssen alle befallenen Bäume während des Winterhalbjahres aufgefunden, eingeschlagen und aus dem Wald abtransportiert werden", benannte Schmidt die nächsten Aufgaben.

„In dieser für Wald und Forstwirtschaft in Sachsen bedrohlichen Situation lassen wir unsere vielen betroffenen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer nicht allein", betonte der Minister, „Wir werden sie zum einen durch Hilfen unterstützen, die Sachsenforst bereitstellt. Dazu gehören Beratung und Information, die Reduzierung des Holzeinschlags im Staatswald sowie das forstliche Umweltmonitoring.“ Zum anderen seien die Fördermittel für die notwendige Wiederbewaldung um drei Millionen Euro aufgestockt worden. Zusätzlich sollen ab dem Jahr 2019 die Borkenkäferbekämpfung, die notwendige Holzabfuhr aus dem Wald sowie die Anlage und der Betrieb von Holzlagerplätzen unterstützt werden. Das helfe, die jetzt zwingend notwendige "saubere Waldwirtschaft" besser und schneller umzusetzen. In diesem Zusammenhang dankte Minister Schmidt allen im und mit dem Wald arbeitenden Menschen für ihre äußerst engagierte Arbeit, damit möglichst schnell und umfassend die Schäden aufgearbeitet werden konnten und können.

„Mit der Beseitigung der Schäden ist es aber nicht getan. Die Geschehnisse dieses Jahres zeigen, wie dringend der Umbau unserer Wälder ist", zeigte Schmidt die Herausforderung der nächsten Jahre auf. „Zur Anpassung an den Klimawandel, an häufigere und stärkere Stürme, an größere Hitzephasen und längere Trockenperioden müssen wir rechtzeitig stabile, arten- und strukturreiche, leistungsfähige Mischwälder aufbauen." Das könne nur dann effektiv und erfolgreich gelingen, wenn die Wildbestände auf eine ökologisch begründete, waldverträgliche Höhe begrenzt würden. Waldumbau müsse im Regelfall ohne Zaun möglich sein. Nur dann ist er effektiv, effizient und erfolgreich. „Nur so können wir unseren nachfolgenden Generationen einen Wald hinterlassen, der ihnen die gleichen Ökosystemeistungen wie uns heute bietet“, so Minister Schmidt abschließend.

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