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Serviceeinrichtung ZEUSS unterstützt Hochschulen bei Anträgen für EU-Forschungsförderung – Erfolgreicher Projektantrag für Evangelische Hochschule

13.11.2018, 11:15 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Exzellente Forschung braucht internationale Vernetzung“

Forschung kostet Geld. Die Europäische Union hat 2014 mit Horizon 2020, dem 8. Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, ein Förderprogramm aufgelegt, das den Aufbau einer wissens- und innovationsgestützten Gesellschaft und Wirtschaft in Europa fördern soll. Unterstützt werden gemeinsame Forschungsprojekte von jeweils mindestens drei Partnern aus unterschiedlichen europäischen Ländern. Der Weg von der Forschungsidee bis zum fertigen Antrag auf Förderung ist äußerst vielschichtig. Mit der Zentralen EU-Serviceeinrichtung Sachsen (ZEUSS) im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) werden Forscherinnen und Forscher seit zwei Jahren bei der Beantragung europäischer Forschungsprojekte begleitet und beraten. Übergeordnetes Ziel der ZEUSS-Beratung ist es, den Aufbau von Netzwerken sächsischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit fachlich passenden EU-Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen.

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Die Bedeutung der Förderung durch Horizon 2020 und ab 2021 durch das Nachfolgeprogramm Horizon Europe nimmt zu. Umso wichtiger ist es, sächsische Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit den komplexen Abläufen bei der Antragsstellung für Horizon 2020 nicht allein zu lassen, geht es doch neben praktischen auch um grundsätzliche Fragen: Welche Strukturen brauchen sächsische Hochschulen, um die Herausforderungen der Managementaufgaben in EU-Projekten zu bewältigen? Welche Auswirkungen ergeben sich für Infrastruktur, Arbeitsprozesse, rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch Leistungsdimensionen in der Forschung und Verwaltung? Ich freue mich über das große Interesse am Beratungsangebot der Zentralen EU-Serviceeinrichtung Sachsen. Eine Befragung der beratenen Einrichtungen dokumentiert die Zufriedenheit mit dem Angebot. Die Vernetzung mit international renommierten Partnern mit solider Erfahrung in der Beantragung sowie Durchführung von EU-Projekten wurde als besonders hilfreich eingestuft. Gerade diese Netzwerkarbeit ist ein unabdingbarer Bestandteil für den langfristigen Erfolg und den dauerhaften Ausbau exzellenter Forschung und Innovation sowie einer erfolgreichen Internationalisierung in Sachsen. Die hohe Qualität der Beratungsleistung von ZEUSS wurde zudem in der ersten externen Evaluierung von den Gutachtern hervorgehoben.“

Rund ein Drittel der bisher von ZEUSS begleiteten sächsischen Anträge kommen aus dem Bereich „Gesellschaft, Migration und Gleichstellung“ der Sozial- und Geisteswissenschaften. In diesem Themenfeld setzte sich die Evangelische Hochschule Dresden (EHS) erfolgreich gegen zahlreiche europäische Bewerber bei der Europäischen Kommission durch. Im Verbund mit neun weiteren europäischen Einrichtungen erforscht die EHS ab Januar 2019 die sozialen Bedingungen der Integration von Migrantenkindern in Europa. Dabei werden besonders Unterschiede in der sozialen Teilhabe von Mädchen und Jungen untersucht, um ihre soziale Situation besser zu verstehen und langfristig die Voraussetzungen für ihre Integration zu verbessern. Die Gesamtkosten für alle beteiligten Projektpartner betragen insgesamt drei Millionen Euro. Die EHS erhält rund 350.000 Euro an EU-Fördergeldern. Weitere sächsische Anträge wurden zu den Schwerpunkten Klima, Umwelt, Energie, Gesundheit und demografische Entwicklung sowie „Informations- & Kommunikationstechnologien“, „Intelligenter Verkehr“, „Biowirtschaft“ und „Sicherheit“ gestellt.

Einzelne Antragsvorhaben müssen sich auf einen sogenannten Aufruf (Call) der Europäischen Kommission beziehen. Den für das eigene Forschungsvorhaben passenden Aufruf zu finden, ist oft die erste Hürde, die überwunden werden muss. Bereits hier steht ZEUSS sächsischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Seite. 194 Aufrufe sind derzeit geöffnet und stehen den Antragstellern zur Auswahl, 165 weitere Aufrufe werden in diesem Rahmenprogramm in den verbleibenden Monaten bis 2020 geöffnet.

Auch in überwiegend forschungsorientierten Aufrufen des EU-Programms gibt es Auflagen, innovative Produkte zu entwickeln und Marktforschungsstudien zu veranlassen. Damit gewinnt eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an Bedeutung. Fünf bis sieben europäische Partner schließen sich durchschnittlich für ein Projekt zusammen. ZEUSS unterstützt dabei über den gesamten Projektzyklus von der Antragstellung bis zur Projektabwicklung.


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Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Andreas Friedrich

Telefon: +49 351 564 60200

Telefax: +49 351 564 60299

E-Mail: andreas.friedrich@smwk.sachsen.de

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