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10.11.2018, 12:00 Uhr

Dr. Eva-Maria Stange: „Kunst erinnert an dunkelste Kapitel der Menschheit und vereint die Humanisten“

Kunstministerin bei Uraufführung zweier musikdramatischer Kammeropern zur Reichskristallnacht 1938 in Leipzig

„Wenn heute, 80 Jahre nach den Pogromen von 1938, wieder Menschen wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe bedrängt, ausgegrenzt oder verfolgt werden, dann ist die Gesellschaft aufgerufen, in jeder Form dieser Verletzung unserer Grundwerte entgegenzutreten. Gerade der Kunst kommt eine große Bedeutung zu. Denn Kunst erreicht Menschen auf eine ganz besondere Art. Sie rüttelt auf ihre ganz eigene Weise wach. Sie spricht aus, was unaussprechlich ist und sie zeigt Gefühle, die nur schwer zu ertragen sind“, erklärt Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange zur heutigen Premiere der beiden Musiktheaterproduktionen „Letzte Tage Lodz“ und „Freiberg“ an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Studierende der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater der Leipziger Hochschule für Musik und Theater bringen die beiden musikdramatischen Werke als erste Studioproduktion des Studienjahres 2018/19 in der Blackbox zur Uraufführung: „Freiberg“ und „Letzte Tage Lodz“. Beide Kammeropern handeln von den allerletzten Momenten des Zweiten Weltkrieges – hier auf einem Bahnhof im Erzgebirge, dort in einem Versteck im Ghetto Lodz. Die Libretti sind aus den Berichten der Überlebenden entstanden. Die musikalische Leitung übernimmt Ulrich Pakusch (Lehrauftrag Partienstudium in der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater).

„Es gibt heute erschreckende Parallelen zu damals. Wir registrieren Angriffe auf ein jüdisches Restaurant, Übergriffe auf Menschen, die „anders“ aussehen, Demonstrationen bei denen die Unterstützung Adolf Hitlers bekundet wird. Das alles geschieht im Jahr 2018. Es geschieht erneut“, erinnert Kunstministerin Dr. Stange. Deshalb sei es nötig, auch in jeder künstlerischen Form an die damaligen Verbrechen zu erinnern und sich die Gefahr zu vergegenwärtigen, die von den heutigen fremdenfeindlichen und antisemitischen Aktionen ausgehe. Das könnten die rund 70.000 Stolpersteine in Deutschland tun, die an das Schicksal von Menschen erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt und getötet wurden.

„Besonders eindrücklich ist für mich, dass die Handlung der beiden Werke nicht fiktiv ist. Sie entstand aus den Erzählungen von Überlebenden dieser schrecklichen Zeit. Diese Zeitgeschichte - vertont von Komponisten aus Russland, Israel, Deutschland und Südkorea, vorgetragen von jungen Sängerinnen und Sängern aus Leipzig und den Absolventen der Musikhochschule Jerusalem - dies ist ein kraftvolles Zeichen: Kunst kennt keine Grenzen! Kunst vereint!“, so Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange.

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