Altbergbausanierung in Dresden
26.09.2018, 10:42 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Oberbergamt startet weiteres EU-Sanierungsprojekt im EFRE-Vorhaben „Prävention von Risiken des Altbergbaus“
Mit der Bestätigung des Projektantrages „Karl-Stein-Straße in Dresden, Landeshauptstadt“ durch das Sächsische Oberbergamt können Altbergbausanierungsarbeiten im Stadtgebiet Dresden begonnen werden. „Präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Altbergbauschäden sind zentrale Ziele einer Bewältigung von Bergbaufolgen gerade im Bereich bebauter Gebiete“, so Oberberghauptmann Professor Bernhard Cramer. „Das Geld, das für die Vermeidung von Gefahren ausgegeben wird, spart Kosten für eine spätere Schadensbeseitigung und schafft Planungssicherheit für die betroffenen Kommunen.“
Das durch die EU und den Freistaat Sachsen finanzierte Projekt im Rahmen des EFRE-Vorhabens „Prävention von Risiken des Altbergbaus“ beinhaltet untertägige Verfüll- und Stabilisierungsmaßnahmen von alten Grubenbauen des früheren Steinkohlenbergbaus im Südwesten des Stadtgebiets Dresden. Im Steinkohlerevier des Döhlener Beckens wurde bis in das 20. Jahrhundert unter Tage Steinkohle abgebaut. Im Bereich der Karl-Stein-Straße in der Landeshauptstadt Dresden verlaufen sehr tagesnahe alte Grubenbaue. Nach dem Verfüllen der Schächte kam es bereits 1863 infolge des Verrottens des Ausbaus zu Verbrüchen von Stollen und Schächten. In den folgenden Jahrzehnten traten wiederholt Tagebrüche auf. Aufgrund der nicht ausreichenden Überdeckung und des wenig tragfähigen Gebirges sind diese alten tagesnahen Grubenbaue weiterhin als bruchgefährdet einzuschätzen. Die geplanten Bergsicherungsmaßnahmen stabilisieren den Untergrund, um die Sicherheit der Wohnbebauung und Infrastruktur an der Tagesoberfläche dauerhaft zu gewährleisten.
Der Baubeginn startet mit der Bauanlaufberatung im Oktober 2018. Für das Gesamtprojekt ist eine Bauzeit von 18 Monaten geplant. Die Kosten belaufen sich auf rund 1.650.000 Euro.
Aus dem EU-Vorhaben „Prävention von Risiken des Altbergbaus“ stehen dem Oberbergamt insgesamt 50 Mio. € im Zeitraum von 2014 bis 2023 zur Verfügung. Es werden damit 21 Projekte vor allem im Erzgebirge und in den ehemaligen Steinkohlerevieren in Sachsen finanziert.