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EU-Fördermittel für die soziale und kulturelle Entwicklung in Dresden-Pieschen

25.07.2018, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller: „Mit fast einer halben Million Euro das kulturelle Leben und gesellschaftliche Miteinander in einem Stadtquartier fördern“

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller hat der Beigeordneten für Umwelt und Kommunalwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden, Eva Jähnigen, heute zwei Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt rund einer halben Million Euro übergeben. Diese Fördermittel werden aus den EU-Programmen „Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 bis 2020“ und „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ESF 2014 bis 2020“ zur Verfügung gestellt.

„Programme dieser Art sind wichtig für eine möglichst harmonische und ausgeglichene Entwicklung einer Stadt. Kommunen, Vereine oder Ehrenamtliche können lebens- und alltagsnah Projekte auf die Beine stellen, die auch sozial benachteiligte Personen integrieren, ihnen Halt und eine Aufgabe geben. Außerdem wird das nachbarschaftliche Miteinander in einem Viertel gefördert“, sagte Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller heute in Dresden.

„Die beiden Projekte füllen den in der Stadtentwicklung gewünschten, integrierten Ansatz mit Leben", erläuterte die Beigeordnete für Umwelt und Kommunalwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden, Eva Jähnigen. „Mit dieser wichtigen Investition in die Baustruktur kann etablierte, kulturelle Stadtteilarbeit erfolgen. Auf der anderen Seite wird direkt in Theaterprojekte investiert, also in die Menschen, die Themen auf die Bühne bringen, die uns aktuell bewegen. Dass dieses wichtige Projekt mit Mitteln der EU ermöglicht wird, ist eine Bereicherung für Dresdens Kultur und gleichzeitig eine gute Werbung für Europa“, so Jähnigen weiter.

Mit dem EFRE-Bescheid stehen jetzt 403.390,59 Euro für die Sanierung des Kunstraums und der Ateliers des „GEH8“ e.V. zur Verfügung. In elf Ateliers und einer 300m² großen Ausstellungshalle fördert dieser gemeinnützige Verein die Produktion, Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst. „GEH8“ wurde im Jahr 2007 als Ateliergemeinschaft von Künstlern, Architekten, Designern und Stadtplanern in einer ehemaligen Wagenreparaturwerkstatt der Deutschen Bahn gegründet. Dank der heute bereitgestellten Fördermittel können Baumaßnahmen unter anderem am Dach und an der Fassade durchgeführt werden. Außerdem kann die Elektroinstallation erneuert werden.

Diese Mittel sind Bestandteil eines Rahmenbescheides aus dem Jahr 2015 für das Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 bis 2020“, der sich nach zweimaliger Aufstockung auf nunmehr insgesamt 9,2 Millionen Euro beläuft. Damit kann im Fördergebiet „Dresden Nordwest“ demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligungen gegenüber der Gesamtstadt Dresden begegnet werden. So werden beispielsweise Maßnahmen zur Reduzierung der Abwanderung und zur Stärkung des Quartiers als wirtschaftlicher und sozialer Raum gefördert. Brachliegende Flächen sollen nutzbar und der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Darüber hinaus hat die Landeshauptstadt Dresden für die Durchführung ihres gebietsbezogenen integrierten Handlungskonzeptes „Dresden Nord“ aus dem Programm „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ESF 2014 bis 2020“ im Jahr 2016 einen Rahmenbescheid über 1,4 Millionen Euro erhalten.

Daraus kommen dem Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. jetzt 74.325,84 Euro für die Umsetzung des Projekts „Forum Pieschen – Theater der Begegnung“ zugute. Mithilfe von speziellen Theateraufführungen sollen gesellschaftliche Alltagsherausforderungen der Bewohner des Stadtquartiers Pieschen lebensnah herausgestellt werden. Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander“ sollen Bürger für die Probleme beispielsweise von Langzeitarbeitslosen, alleinerziehenden Müttern, Suchtkranken und Migranten sensibilisiert werden. Mit dem FORUMtheater als interaktiver und die soziale Kompetenz stärkender Methode sollen Lösungsansätze erarbeitet und ein nachbarschaftliches Miteinander gefördert werden.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Informationen zu den EU-Programmen:

Richtlinie Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2014 bis 2020

Das Staatsministerium des Innern ist im aktuellen Förderzeitraum bereits zum dritten Mal mit einem eigenen EFRE-Programm vertreten. Das EFRE-Programm Nachhaltige Stadtentwicklung ist im Freistaat Sachsen mit 170 Millionen Euro EU-Mitteln ausgestattet. Für den Programmteil Integrierte Stadtentwicklung stehen davon 120 Millionen EFRE-Mittel zur Verfügung. Gefördert wird die Umsetzung von gebietsbezogenen integrierten Handlungskonzepten für benachteiligte Stadtgebiete durch investive und nicht-investive Vorhaben. Insgesamt nehmen im Freistaat Sachsen 21 Städte am EFRE-Programm teil.

Richtlinie Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ESF 2014-2020

Das Staatsministerium des Innern ist im aktuellen Förderzeitraum erstmals mit einem eigenen ESF-Programm vertreten. Das ESF-Programm Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ist im Freistaat Sachsen mit 35,6 Millionen Euro ausgestattet (30 Millionen Euro EU- und 5,6 Millionen Euro Landesmittel). Der von den Städten oder Projektträgern zu erbringende Eigenanteil beträgt fünf Prozent. Gefördert wird die Umsetzung von gebietsbezogenen integrierten Handlungskonzepten für benachteiligte Stadtgebiete in den Bereichen Bildung, soziale Integration und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit. Insgesamt nehmen im Freistaat Sachsen 33 Städte an diesem ESF-Programm teil.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Pressesprecher Andreas Kunze-Gubsch

Telefon: +49 351 564 30400

Telefax: +49 351 564 30409

E-Mail: presse@smi.sachsen.de

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