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23.04.2018, 15:30 Uhr

Erster Sächsischer Verlagspreis an spector books in Leipzig verliehen

Eigene Buch-Qualität im Zeitalter der Digitalisierung

Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat am heutigen Welttag des Buches in Leipzig den mit 10.000 Euro dotierten ersten Sächsischen Verlagspreis an den Leipziger Verlag spector books übergeben. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hatten in Kooperation mit dem Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. den Verlagspreis als Ehrung für besondere verlegerische Leistungen ausgelobt.
Dr. Eva-Maria Stange: „Ich gratuliere der Verlegerin Anne König und den Verlegern Jan Wenzel und Markus Dressen von spector books, einem der herausragenden sächsischen Verlage, herzlich zu dieser Auszeichnung. Digitalisierung und veränderte Lesegewohnheiten stellen Verlage im Spagat zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und eigenem Anspruch vor besondere Herausforderungen. Das Verlagsprogramm von spector books zeichnet sich aus durch die glückliche Verbindung von hoher literarischer und essayistischer mit gestalterisch und drucktechnisch anspruchsvoller Qualität. Mit der Verleihung des Sächsischen Verlagspreises werden auch der unternehmerische Idealismus und das persönliche Engagement und oft Wagemut gewürdigt, von denen die Verlagsbranche seit jeher getragen wird.“
Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Das Verlagswesen ist für uns ein zentraler Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft, die sich mehr und mehr zum Impulsgeber für die Wirtschaft insgesamt entwickelt. Ich freue mich daher sehr, dass mit der Verleihung des ersten Sächsischen Verlagspreises ein Verlag geehrt wird, der in besonderem Maße für Experimentierfreude, Kreativität und Internationalität steht.“
Helmut Stadeler, Vorsitzender Landesverbands Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.: „ Die Freiheit des Wortes ist die Grundlage einer freien, demokratischen Gesellschaft. Unabhängige Verlage verbreiten das freie Wort, stoßen Debatten an, fördern den gesellschaftlichen Dialog und die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft. Dass der Freistaat Sachsen mit dem Sächsischen Verlagspreis den Fokus auf einen Beitrag für das Gelingen unserer freiheitlichen Demokratie legt, der häufig im Verborgenen bleibt, ist großartig.“
Gastredner der feierlichen Preisübergabe im Leipziger Alten Rahaus war der Literaturkritiker Denis Scheck, das künstlerische Programm gestalteten Anne Müller (Performance) und Martin Höpfner (Gitarre).

Aus der Jurybegründung:
Die Verleger und die Verlegerin Anne König, Jan Wenzel und Markus Dressen stehen mit ihrer Arbeit sowohl in der grafischen Tradition der Buchstadt Leipzig als auch für deren Experimentierfreudigkeit. Ihre Verankerung am Verlagsstandort zeigt sich in der Auswahl der Autorinnen und Autoren, zu denen Heike Geißler, Francis Nenik, Jörn Dege oder Mathias Zeiske und der Dramatiker Wolfram Lotz gehören sowie durch die Einbeziehung von Studierenden und Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Grafik und Buchkunst in die Gestaltungsprozesse. Im Bewusstsein um die Relevanz präziser drucktechnischer und buchbinderischer Umsetzung arbeitet der Verlag eng mit regionalen Betrieben zusammen.
Der intensive Austausch zwischen Verlegerinnen und Verlegern, Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstlern und Herstellerinnen und Herstellern führt zu überraschenden und innovativen Veröffentlichungen. Spector Books präsentiert sich als teilnehmender Beobachter der Gesellschaft. Für jedes Thema findet der Verlag die passende Übersetzung durch die entsprechende Schrift, die Bilder, die Typografie und den Buchkörper selbst, der durch die passende Covergestaltung Hinweise auf den Inhalt gibt. Spector Books steht für eine verlegerische Haltung, die auf den Gewinn an Qualität durch die Multiplikation der Kompetenzen aller Beteiligten setzt und zugleich die Leserinnen und Leser als Personen, die das fertige Buch mit allen Sinnen erfahren, wertschätzt. Neben den klassischen Vertriebswegen setzte Spector Books auf internationale Sichtbarkeit auf Messen und Festivals, auf Gespräche und Vorträge. Durch das Themenspektrum, das neben Literatur, geistes- und kulturwissenschaftlichen Texten auch den aktuellen Kunst- und Architekturdiskurs widerspiegelt, werden die Verlagsprodukte von verschiedenen Leser-kreisen wahrgenommen und geschätzt. Sie stehen für eine Zukunft des Buches, das, durch digitale Möglichkeiten befreit von der Last, Träger jeglicher Texte sein zu müssen, die ihm eigene Qualität bewusst weiter entwickelt.
Zu den herausragenden Publikationen des Frühjahrs, die die Jury überzeugten, gehören die „Tagebücher 1944 bis1955“ von Jonas Melkas, die unter dem Titel „Ich hatte keinen anderen Ort“ erstmals in deutscher Übersetzung erschienen sind, und der Band „Lampedusa. Bildgeschichten vom Rande Europas“.
http://spectorbooks.com/
Hintergrund:
Jurymitglieder:
Julia Blume, Institut für Buchkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), Leipzig
Angelika Bock, Leipziger Kommissions- und Großbuchhandels-GmbH
Prof. Dr. Thomas Bürger, Generaldirektor der Sächsischen Universitäts- und Landesbibliothek (SLUB), Dresden
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung
Karin Großmann, Sächsische Zeitung
Klaus Kowalke, Buchhandlung Lessing und Kompanie, Chemnitz
Prof. Hans-Ulrich Treichel, Deutsches Literaturinstitut Leipzig/ Uni Leipzig
beratend: Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Staatssekretär Uwe Gaul, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Sachsens Verlagslandschaft besteht aus 197 engagierten Klein- sowie Großverlagen. Sie bieten ein breites Spektrum an Veröffentlichungen im Bereich Belletristik, Sachbuch und Kunstbuch. Das Verlagsangebot sächsischer Unternehmen bietet vielen regionalen Autoren und Publizisten eine verlässliche Basis für ihre Veröffentlichungen. Dabei sind immer wieder herausragende verlegerische Leistungen zu beobachten, bei denen mit großem Engagement und viel Ideenreichtum entwickelte Produkte entstehen. Leipzig liegt als erste mitteldeutsche Stadt mit 1.027 Ti-teln im Jahr 2015 im Ranking der deutschen Städte auf Platz 10. Dresden ordnet sich mit 233 Titeln auf Platz 30 ein. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels generierte die Verlagsbranche in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) einen Umsatz von 9,2 Mrd. Euro im Jahr 2015.

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Telefon +49 351 564 6020
Telefax +49 351 564 6025
 
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