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22.12.2017, 11:00 Uhr

DGB-Index „Gute Arbeit“: Sachsens Beschäftigte schätzen die Arbeitsbedingungen kritischer ein als im Bundesdurchschnitt

Wie steht es um die Qualität der Arbeit aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Freistaat Sachsen? Genau dieser Frage geht der DGB-Index „Gute Arbeit“ nach. Um sie speziell für Sachsen zu beantworten, wurden im Jahr 2016 erstmalig 1.200 Beschäftigte in Sachsen befragt. So sind auch Vergleiche mit den Werten für Deutschland insgesamt möglich.

Für die betriebliche Sichtweise auf Arbeit, Ausbildung, Innovation und Inves-titionen liefert das IAB-Betriebspanel für Sachsen schon seit längerer Zeit wertvolle Informationen. „Wenn wir mehr ‚Gute Arbeit‘ für Sachsen‘ wollen, dann kommt es zuallererst auf die Einschätzung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Die Befragung für Sachsen im Rahmen des DGB-Index ist ein folgerichtiger Schritt“, so Arbeitsminister Martin Dulig.

Die Ergebnisse des DGB-Index ‚Gute Arbeit‘ in Sachsen für 2016 stehen im nunmehr vorliegenden Bericht bereit und können unter www.arbeit.sachsen.de/11580.html abgerufen werden.

Neben der Erhebung des DGB-Index als Indikator für Qualität der Arbeitsbe-dingungen bildet die Digitalisierung der Arbeitswelt einen Schwerpunkt der Analyse für das Jahr 2016.

Qualität der Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit in Sachsen

Die allgemeine Arbeitsqualität wird durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer in Sachsen deutlich kritischer bewertet als in Deutschland insgesamt und auch in Ostdeutschland: 26 Prozent der sächsischen Beschäftigten be-werten ihre Arbeitsqualität als „schlecht“ (gegenüber Deutschland: 21 Prozent und Ostdeutschland: 24 Prozent).

Gründe dafür sind vor allem die „Arbeitszeitlage“ – also Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit – und hohe „körperliche Anforderungen“. Besonders schwer wiegt der hohe Anteil an Schichtarbeit: 35 Prozent gaben an, regel-mäßig oder gelegentlich in Schichten zu arbeiten (Deutschland: 17 Prozent, Ostdeutschland: 22 Prozent). Die Qualität der Arbeit wird grundsätzlich posi-tiver beschrieben, je qualifizierter die Tätigkeit ist.

Die Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit bis zum regulären Rentenalter liegt bei den sächsischen Beschäftigten in etwa auf dem ostdeutschen Level (43 Prozent), aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (51 Prozent). Die Qualität der Arbeitsbedingungen übt darauf einen starken Einfluss aus.

Die Beschäftigten in Sachsen, die Schichtarbeit und/oder körperlich schwere Arbeit leisten, werden nach eigener Einschätzung ihre derzeitige Tätigkeit mehrheitlich (72 Prozent) nicht bis zum regulären Renteneintritt ausüben können.

„Die Ergebnisse des DGB-Index zeigen, dass „Gute Arbeit“ in Sachsen leider noch keine Normalität ist“, so Staatsminister Martin Dulig. „Deshalb ist es richtig, dass wir uns für Gute Arbeit einsetzen, etwa mit einem Förderbonus bei der Investitionsförderung als Anreiz für Tariflöhne.“

Kritische Einschätzung bei Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Digitalisierung ist bereits ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Im Freistaat arbeiten 56 Prozent der Beschäftigten „in hohem bzw. sehr hohem Maß“ mit digitalen Mitteln. Nur ein kleiner Anteil der Befragten (18 Prozent) gab an, „gar nicht“ mit digitalen Mitteln zu arbeiten.

Allerdings fühlen sich viele den neuen Technologien ausgeliefert. 72 Prozent der sächsischen Beschäftigten sehen für sich nur geringe Möglichkeiten, auf die Art und Weise des Einsatzes der digitalen Technik Einfluss zu nehmen.

Mit der Digitalisierung werden durchaus auch Chancen verbunden, z. B. für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Andererseits gibt eine Mehrheit der Beschäftigten in Sachsen an, eine steigende Arbeitsmenge bewältigen zu müssen (58 Prozent).

„Menschen müssen zur Ruhe kommen können – auch, um ihre Leistungsfä-higkeit zu erhalten“, so Martin Dulig weiter. „Dazu gehören geregelte Arbeits-zeiten und ein Arbeitspensum, das zu bewältigen ist, ohne die eigene Ge-sundheit zu gefährden. Die Digitalisierung braucht Regeln, damit die Technik zuallererst dem Menschen dient und nicht der Mensch der Technik.“

Hintergrund

Der DGB-Index „Gute Arbeit“ ist eine repräsentative Befragung von Beschäftigten aller Bran-chen, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einmal im Jahr durchführt. Von Januar bis Mai 2016 wurden anhand eines Fragebogens mündliche Befragungen durchgeführt. Für Auswertungen in Sachsen liegen von 1.020 Beschäftigten verwertbare Befragungsergebnisse vor. Diese stehen stellvertretend für die Grundgesamtheit der Arbeitnehmer und Beamten am Arbeitsort Sachsen, ohne Freiberufler und Selbstständige.

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