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03.11.2017, 13:15 Uhr

Größter Schaden im sächsischen Wald seit „Kyrill“

Sturmtief „Herwart“ sorgt für fast 650 000 Festmeter Bruchholz

Der Herbststurm „Herwart“ hat am vergangenen Sonntag (29. Oktober 2017) mit seinen Orkanböen in Sachsen nach einer ersten Schadensaufnahme fast 650 000 Kubikmeter Windwurfholz verursacht. Allein im vom Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) bewirtschafteten Staatswald wird mit einer Schadholzmenge von rund 515 000 Festmetern gerechnet. Das entspricht fast der Hälfte seines jährlichen Holzeinschlages. Weitere etwa 127 000 Festmeter Schadholz haben private und kommunale Waldbesitzer zu beklagen. Regionale Schwerpunkte liegen im Wald der Forstbezirke Marienberg, Adorf und Bärenfels. Hauptsächlich sind den heftigen Orkanböen Fichten in den mittleren und oberen Lagen des Erzgebirges auf durchnässten Böden zum Opfer gefallen.

„Herwart“ ist damit seit zehn Jahren der Sturm mit den größten Schäden in Sachsen. Bei „Kyrill“ im Januar 2007 waren in Sachsen 1,8 Millionen Kubikmeter Bruchholz entstanden. Die Spitzenböe des Sturmes „Herwart“ in Deutschland wurde mit 176 km/h auf dem Fichtelberg registriert.

Prioritär sind in den vergangenen Tagen die öffentlichen Straßen freigeschnitten worden. „Mein Dank gilt den Mitarbeitern des Staatsbetriebes Sachsenforst, aber auch den Kameraden der beteiligten Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks, für ihr schnelles Handeln in den letzten Tagen“, so Umweltminister Thomas Schmidt bei einem Besuch im Forstbezirk Bärenfels. Bis zum Wochenende sollen auch die Waldwege wieder frei sein. Danach werden die eigentlichen Waldflächen beräumt. „Wir haben in Absprache mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst nun zunächst den regulären Frischholzeinschlag im Nadelholz gestoppt. Alle verfügbaren Kapazitäten müssen jetzt in den Sturmregionen eingesetzt werden“, so Schmidt weiter.

Die Bündelung soll dazu führen, so viel Sturmholz wie möglich bis zur Borkenkäfersaison im Frühjahr aufzuarbeiten. Dabei bringt der hohe Anteil der Bäume, die nicht abgebrochen, sondern komplett mit den Wurzeln umgeworfen wurden, etwas Entlastung. Bei diesen Bäumen besteht über Teile ihrer Wurzeln noch Verbindung zum Boden. Sie sterben daher nicht sofort ab und bleiben noch eine Zeit widerstandsfähig.

Zunächst sollen die vielen kleinen Stellen mit wenigen umgestürzten Bäumen aufgearbeitet werden, erst danach folgen große zusammenhängende Flächen. Auf diese Weise wird die Anzahl der potenziellen Stellen mit Borkenkäferbefall im kommenden Frühjahr begrenzt. So wird die Gefahr verringert, dass die von „Herwart" verschonten Bäume im nächsten Sommer vom Borkenkäfer befallen werden. Die Entwicklung der Borkenkäfer wird jedoch stark von der Witterung der ersten Monate im kommenden Jahr abhängen.

Private und körperschaftliche Waldeigentümer haben die Möglichkeit, sich zur Beseitigung von Sturmschäden durch die Revierleiter des SBS beraten zu lassen. Bei Bedarf können die Waldbesitzer auch bei den notwendigen Planungsarbeiten sowie bei der Beseitigung der Schäden selbst durch SBS unterstützt werden. Eine besondere Belastung des Holzmarktes durch die Sturmfolgen wird nicht erwartet. Die anfallenden Schadholzmengen im Staatswald werden im Rahmen des bestehenden Jahresplanes vermarktet.

Wegen der großen Unfallgefahren bei der Aufarbeitung des oft unter Spannung stehenden Sturmholzes wird dringend empfohlen, das Holz auch im Privatwald von professionellen Forstbetrieben unter Einsatz von Maschinen aufarbeiten zu lassen.

„Für die Beräumungsarbeiten werden in den nächsten Wochen und Monaten Waldwege für den Abtransport des Schadholzes benötigt, dadurch kann es zu Einschränkungen für die Waldbesucher kommen. Ich bitte die Bürger, auch weiter die notwendigen Waldsperrungen zu beachten. Es besteht Lebensgefahr! Durch den Sturm vorgeschädigte Bäume können auch Tage später ohne Wind noch umstürzen“, so die abschließende Bitte des Ministers.

Broschüre „Bewältigung von Schadereignissen im Wald“:

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/23871

www.wald.sachsen.de
www.sachsenforst.de

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